#ZENtalks 1: Interview mit Jolly von Jolly Tallica

Interview mit Jolly von Jolly Tallica

Willkommen bei den #ZENtalks!

Wusstest du, dass es als Kind mein größter Traum war, Radiomoderatorin zu werden?
Über die Jahre hatte ich zwar viele, viele Berufswünsche, Radiomoderatorin hielt sich aber am längsten – abwechselnd mit Journalistin.

Ich hing stundenlang vorm Radio, nahm freitags die Charts auf Kassette auf, sprach meine eigenen Moderationen auf Band und führte Interviews mit imaginären Personen (übrigens nie mit meinen Stofftieren, ich redete lieber mit meinen OC’s, meinen selbst ausgedachten Charakteren :)).

Und nun sind wir hier. 15 Jahre später.
Radiomoderatorin bin ich nicht geworden. Macht aber nichts.
Denn das heißt nicht, dass ich nicht trotzdem Interviews führen kann.
(Psst, ich spiele auch mit dem Gedanken, Podcasts aufzunehmen! Was meinst du – ohne meine Stimme zu kennen, würdest du dir das anhören?)

Ab sofort gibt es auf ZENtreasures die neue Kategorie #ZENtalks, wo ich tolle Frauen interviewe, die sich auf einem ähnlichen Weg befinden wie ich.

Als Erste habe ich mir dafür die liebe Jolly vom Blog Jolly Tallica geschnappt!
Ihren Blog hat sie relativ zeitgleich zu ZENtreasures gegründet – darüber bin ich echt froh, denn ich lese seither unheimlich gerne rein.

Los geht’s – viel Spaß mit dem ersten #ZENTalk!

Interview mit Jolly von Jolly Tallica

#ZENtalks 1: Interview mit Jolly von Jolly Tallica

Hallo Jolly! Stell dich doch bitte für meine LeserInnen vor:

Hallo Chrissi und hallo ZENtreasures-Leser!

Ich finde es immer total schwer, mich vorzustellen.
Standardsätze wie „Hallo miteinander, ich bin Jolly, 24 und komme aus der Schweiz“ sind so nichtssagend und das finde ich total frustrierend.

Also wage ich hier einmal etwas komplett Neues: Ich erzähle nicht wer ich bin, sondern wie.

Ich bin sehr, sehr emotional. Schon immer. Und schon immer habe ich es verdrängt, weil ich es nie sein wollte.

Eigentlich bin ich total schüchtern und nett. Je mehr ich andere mag, desto mehr würde ich für diese Person tun. Aber dann bin ich auch sehr viel frecher.

Wenn ich mich wohl fühle, kann ich wahnsinnig verrückt werden (vor allem wenn ich überanstrengt bin).
Ich führe Selbstgespräche und irritiere dadurch meine Mitmenschen – wenn ich arbeite, wenn ich in Gedanken bin oder auch einfach weil ich mal etwas sagen muss. Ich rede auch mit meinem PC, meinem Tisch, dem Kühlschrank, usw. Die mussten sich bisher schon einiges von mir anhören.

Außerdem bin ich faul, kann aber auch sehr zielstrebig und motiviert sein.
Manchmal versuche ich, meine Grenzen neu zu setzen und mutiger zu werden, bin aber andererseits aufgrund einer Phobie viel zu ängstlich.

Ich würde mich einfach als normalen Menschen bezeichnen. Nicht besser oder schlechter als jeder andere – nur mit einer kleiner Prise „Jolly“ oben drauf.

Erzählst du uns ein bisschen was über deinen Blog, Jolly Tallica? Worum dreht er sich, was sind die Schwerpunkte?

Es ist eine Art öffentliches Tagebuch. Ich schreibe, was mich beschäftigt und mir durch den Kopf geht. So schräg es auch klingt, sind meine Gedanken, Gefühle und mein Alltag die Schwerpunkte auf Jolly Tallica, weswegen er meinen Namen (bzw. mein Pseudonym) trägt.
Deshalb bin ich auch extrem fasziniert, dass meine Texte andere interessieren, geschweige denn, inspirieren können.

Ich habe einige Situationen und Lebensabschnitte erlebt, die ich selbst als schwierig und herausfordernd sehe – auch nachträglich betrachtet noch.

Das alles sind Erfahrungen, die ich zukünftig mit einer anderen Einstellung meistern möchte. Mit der Zeit lernte ich, dass nicht alles immer positiv sein kann, wie ich es mir einredete. Der ganze Grundsatz im Sinne von „Sei dauerhaft glücklich und positiv“ funktionierte nicht.
Weshalb ich alles nach einer Weile abschrieb.

Der ganze Grundsatz im Sinne von „Sei dauerhaft glücklich und positiv“ funktionierte nicht.

Stattdessen entschied ich mich, einfach nur ich zu sein und mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin. Mit allem was dazu gehört.
Dadurch will ich lernen, schwierige wie schöne Situationen bewusster zu erleben. Ich will mir in diesen Situationen bewusst sein, wo ich stehe und wie ich bin – ohne mich immer wieder aufs Neue selbst zu verlieren oder etwas zu verdrängen. Ich will lernen und mich selbst kritisieren können. Mich ganz einfach weiterentwickeln.

Das ist die Idee von Jolly Tallica.

Am liebsten lese ich deine persönlichen Beiträge, doch auch die Kategorie „Girls Talk“ ist total interessant.
Denn hier sprichst du Dinge an, die in unserer Gesellschaft lieber noch totgeschwiegen werden, zum Beispiel dein Beitrag über die „Mondtasse“.

Wie kam es, dass du dich mit solchen Themen auseinandergesetzt hast?

In unserer Gesellschaft ist „Weiblich-Sein“ ein Klischee.
Frauen sind zickig, shoppen und schminken sich gerne, lieben Schuhe, sind romantisch, gefühlsbetont, usw.
Ich war immer eher jemand, der gar nicht auf all das stand.

Inzwischen akzeptiere ich, dass einiges davon auch manchmal auf mich zutrifft. Genauso habe ich nichts gegen Frauen, die diesen Klischees mehr entsprechen. Denn in jeder Frau steckt etwas davon.

Andersrum verstand ich selbst manchmal nicht, warum ich eben viele dieser Klischees nicht in mir trug. So fühlte ich mich vom Verhalten her eher männlich als weiblich. Das ist aber Unsinn. Darum versuche ich meine Sicht der Dinge zu erklären und die ist nicht weniger weiblich als alle anderen Klischees.

Zur Mondtasse: Es wird immer erwartet, dass frau Tampons benutzt. Irgendwie hinterfragt das niemand.
Deshalb fand ich, dass mal eine Alternative gezeigt werden sollte.
Ich hab extrem lange danach gesucht, weil für mich einfach nichts Bekanntes passte. Von der Mondtasse bin ich total begeistert und konnte es nicht lassen, darüber zu schreiben.

Planst du in der Hinsicht noch weitere Beiträge?

Planen tue ich grundsätzlich überhaupt nichts. Es kommt einfach.
Wenn mich zu dem Thema wieder etwas beschäftigt, werde ich darüber schreiben, doch ich suche nicht verkrampft danach.

Hauptthema auf deinem Blog ist deine persönliche Veränderung, was ja auch bei mir ein wichtiger Bestandteil ist. Was davon hast du für dich schon umsetzen können? Wo hakt es?

Es kommt mir manchmal vor, als hakt es überall.

Im Moment krieg ich es besser hin, ehrlich zu mir zu stehen und mir meiner Selbst bewusst zu werden. Ich bin mir aber auch klar, dass es Dinge an mir gibt, die ich nicht einsehen möchte und mir dadurch etwas komplett Falsches einrede.
Doch ich schaffe es mittlerweile immer schneller, mir meine eigentlichen Probleme einzugestehen und zu mir selbst zu stehen. Nicht nur gegen innen sondern auch gegenüber der Außenwelt.

Persönliche Veränderungen sind leider nicht einfach und hören nie auf

– manche Sachen tauchen immer wieder auf. Inzwischen konnte ich aber auch akzeptieren, dass nicht nur positive Lebensumstände gut sind, sondern auch die Negativen.
Das ist sehr oft anstrengend und nervenzerreißend. Und manchmal kann ich auch einfach nicht mehr und liege nur noch rum – doch so sammelt man Erfahrungen und lernt, Positives besser zu schätzen.

Welches Ziel nimmst du konkret in nächster Zeit in Anspruch?

Mich in meiner Traumwohnung so richtig zu Hause zu fühlen! Ich will mich so einrichten, dass ich mich wohl fühle und meinen Tätigkeiten optimal nachgehen kann. Das ist im Moment tatsächlich einer meiner Hauptziele.
Es gibt noch weitere, grosse Ziele. Die erfordern Zeit und Geduld – den Überraschungseffekt will ich hier aber nicht verderben, darum bleibt das vorerst mein kleines grosses Geheimnis 😉

Interview mit Jolly von Jolly Tallica

Ein wichtiger Bestandteil von Jolly Tallica ist auch die Fotografie. Du teilst immer wieder deine Fotos mit deinen Lesern.
Was für eine Foto-Ausrüstung besitzt du?
Welche Motive fotografierst du am liebsten?

Eine Canon EOS 60D mit zwei verschiedenen Objektiven. Ich habe aber eigentlich nicht viel Ahnung davon.
Da gibt es noch Paint Shop Pro als Bearbeitungsprogramm und das war’s auch schon.

Ich habe eher eine Video-Ausrüstung, obwohl man von mir (noch) wenige Videos sieht. Die besteht aus oben genannter Kamera, sowie zwei Softboxen und einem Stativ.
Von Madame Tussauds in Amsterdam habe ich so eine coole Filmklappe. Als Programm für die Videos nutze ich MAGIX Video deluxe.

Das alles gehört noch zu meinen Projekten, über die ich noch nichts verraten möchte 😉

Ich fotografiere gerne die Natur. Blumen, Gräser und Seen. Ich finde es einfach toll, mit Schärfe-Einstellungen zu spielen und das kann man hier ganz gut.
Es ist faszinierend, dass ich in der Natur Bilder einfangen kann, die ich ohne Kamera gar nicht erst wahrnehme.

Auch liebe ich es Menschen zu fotografieren, am liebsten meine kleine Nichte.
Je nach Winkel oder Mimik verändert sich das komplette Bild.

Es ist auch interessant, wie natürlich und wunderschön spontan geschossene Bilder aussehen – wenn die Person sich nicht für ein Foto verstellt und einfach so ist, wie sie ist.

Neulich hast du unter einer Schreibblockade gelitten. Da ich selbst schreibe, kenne ich dieses Problem nur zu gut.

Deine Methode zur Blockkaden-Bekämpfung – nämlich darüber zu schreiben – finde ich super!

Hast du weitere Tipps, um gegen Schreibblockaden und Kreativitätstiefs vorzugehen?

Jedes Tief und jede Blockade lässt mich verzweifeln und ich glaube es geht allen so. Ich denke aber auch, dass genau das der Fehler ist. Je verzweifelter wir einen Ausweg suchen, desto schlimmer wird es.
Und so verfliegt die Lust, etwas dafür zu tun, viel zu schnell.
Ich habe mich mit Jolly Tallica zum ersten Mal etwas widerstrebend damit abgefunden, dass ich nicht jedes Mal etwas dagegen tun kann.

Da ich immer darüber schreibe, was mich beschäftigt, schrieb ich in dem Moment eben über die Blockade. So bin ich wieder reingekommen.

Liest du Blogs, die ähnliche Themen wie Jolly Tallica behandeln? Wenn ja, welche?

Ich lese weniger Blogs, als ich eigentlich möchte.
Es braucht einiges, bis mich ein Blog fasziniert und wirklich so fesselt, dass ich ihn regelmässig lese.

Im Moment verfolge ich abgesehen von ZENtreasures den Blog Kopf vs. Herz von Franzi und seisofrei-lebenskunst von Carolin.

Zum Schluss teile doch bitte dein Lieblingszitat mit uns:

Vielen Dank für das tolle Interview und an alle die das gelesen haben!
Ich habe mich riesig gefreut und hoffe jemanden damit bereichern zu können – auch wenn die Vorstellung, dass genau ICH jemanden faszinieren könnte, noch immer komisch ist.
Aber in dem Sinne:

If you want something you’ve never had, you have to do something you’ve never done - Thomas Jefferson.

If you want something you’ve never had, you have to do something you’ve never done.

Hier gibt's noch mehr von Jolly

Vielen Dank an Jolly für dieses Interview!

Alle hier verwendeten Fotos wurden von Jolly gemacht; ich habe sie mit ihrer Erlaubnis bearbeitet.

 

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