getaggte Beiträge ‘ZENtalks’

ZENtalks 2: Interview mit Marina Friess von Feminess

ZENtalks 2: Marina Friess von Feminess

Oprah, Marie Forleo, aber auch Barbara Schöneberger, Judith Williams und Delia Fischer – all diese Frauen sind für die Unternehmerin Marina Friess #girlbosses.
Dabei ist sie selbst eine absolute Power-Frau: Sie coacht und zeigt ihren Klienten den Weg in ein erfolgreiches, selbstbestimmtes und erfülltes Leben. Außerdem gibt sie Seminare, führt einen Podcast und mehrere Online-Businesses (u.a. das „Selfmade Woman Project“ mit ihrer Kollegin Katharina Pommer).

Eins ihrer großen Herzensprojekte ist der Feminess Kongress, eine Veranstaltung für Unternehmerinnen und die, die es noch werden wollen.
An einem Tag werden Impulse gegeben, Wissen geteilt, genetworkt und gemeinsam Workshops besucht – von Frauen für Frauen. Dabei spielen Unternehmertum und Persönlichkeitsentwicklung die Hauptrollen.

Über den Feminess Kongress
Der nächste Feminess-Kongress findet am 17.11.2017 in Bonn statt und auch ich werde vor Ort sein und live berichten. Alle Infos und die Tickets gibt es hier.

Ich hatte vorab die Ehre, Marina interviewen zu dürfen. Ihre Tipps und meine Erkenntnisse daraus habe ich heute für dich im 2. ZENtalk zusammengefasst. Stell dich auf einen Artikel voller Inspiration ein! 🙂

Los geht’s…

Du musst deinen Weg jetzt noch nicht kennen

Obwohl Marina heute als Business-Coach erfolgreich ist, war ihr Traum lange ein ganz anderer: Sie wollte Visagistin werden.
Doch die gelernte Kosmetikerin merkte, dass dieser Weg nicht der ihre war und – kündigte. Aus der Not heraus begann sie in einem Call-Center zu arbeiten und Abendseminare für Trainer zu vermarkten. Erste Berührungspunkte mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung entwickelten sich.
Obwohl ihre Mutter sogar Bücher von Tony Robbins im Regal stehen hatte und Weiterbildung Marina immer wichtig war, merkte sie erst über diese neue Arbeit, dass sich hier eine neue Leidenschaft entwickelte.

Sie zog zurück zu ihren Eltern, um Mietkosten zu sparen. Nebenbei vermarktete sie weiterhin Trainer-Seminare, wodurch sie die Möglichkeit bekam, live vor Ort zu sein – etwas, das sie sich vermutlich sonst nie hätte leisten können.

Langsam aber sicher reifte der Wunsch in ihr, eigene Seminare auf die Beine zu stellen und anderen Frauen zu helfen…

Was du von Marina Friess lernen kannst

Du musst nicht sofort wissen, was dein Traumjob / dein Lebensziel ist. Durch Offenheit, Neugier – und manchmal eben auch, weil du schlicht keinen anderen Plan hast, ergeben sich immer neue Chancen.

Ich wollte zum Beispiel nie eine Ausbildung zur Bürokauffrau machen. Vielmehr war das eine Notlösung, denn die erste Zusage war eben für eine Büro-Stelle.
Und schau, wo ich heute bin: Selbstständig als Virtuelle Assistenz! Eine bessere Ausgangslage als diese Büro-Ausbildung hätte es für mich nicht geben können – auch, wenn ich das erst viele Jahre später verstanden habe.

Doch es muss kein Millionenunternehmen sein, um sich Respekt zu verschaffen. So ist für Marina eine alleinerziehende Mutter ebenso ein #girlboss wie die Frau, die neben ihrem Vollzeitjob noch an ihrem eigenen Business arbeitet.
Wahre Stärke und echter Mut ist, wer seinen Weg geht; obwohl das Umfeld sagt, „Das wird doch eh nichts“.

Jeder, der den Mut hat, zu sagen – ich will selbstständig sein – und das mit voller Energie und Kraft bewundernswert. Und ich finde jede Frau bewundernswert, die sagt, ich will Mutter sein. Oder eine Frau, die sagt, ich will lieber im Angestelltenverhältnis sein. Ich bewundere jede Frau, die weiß, wo sie hingehört – und das macht.
– Marina Friess

Interview mit Marina Friess von Feminess

Du kannst Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit lernen

Jemand, der ein Coaching-Business und einen ganzen Kongress für andere Unternehmerinnen aufbaut, muss super selbstbewusst und zielstrebig sein. Denkt man. Wie hat Marina Friess sich diese Fähigkeiten angeeignet?
Zum einen, indem sie sich intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt hat. So bekam sie die Werkzeuge an die Hand, ihre Einstellung und ihr Mindset zu ändern.

Doch noch viel wichtiger: Richtige Zielsetzung.
Marinas Ziel für ihren ersten Feminess-Kongress waren 500 Teilnehmerinnen.
Sie hat darauf hingearbeitet, Werbung gemacht – und am Ende 450 Frauen begrüßen können. Wenn das mal keine Erfolgsstory ist!
Hätte sie sich dieses Ziel nicht gesetzt – oder nicht so hoch gepokert – wäre auch das Erfolgsgefühl nicht so groß gewesen.

Was du von Marina Friess lernen kannst

Zielsetzung ist für deinen Erfolg enorm wichtig. Setze dir große Ziele; unmöglich erscheinende sogar! Denn wenn du sie erreichst, pushst du nicht nur dein Selbstbewusstsein, sondern merkst, dass nichts unmöglich ist (und mal ehrlich – 450 von 500 ist alles andere als ein Scheitern, sondern schlicht der Hammer!).
Ja, das erfordert Disziplin und Ausdauer. Deshalb hol dir Unterstützung. Baue Elemente in dein Leben ein, die dein Selbstbewusstsein von Grund auf steigern. Das können Erfolgserlebnisse sein, die du dir täglich notierst oder das Feedback deiner Freunde und Kunden, das dich aufbaut.

… Ich habe nach dem Telefonat mit Marina erst mal meine eigenen, zugegebenermaßen mickrigen Ziele überarbeitet.
Als Beispiel: Bis zum Jahresende wollte ich 325 Instagram-Follower auf meinem ZENtreasures-Account generieren. Ich hatte bereits 310, also war das gesetzte Ziel nicht besonders hoch. Jetzt will ich die 400 schaffen und habe bereits 330. 🙂
Ein kleine Aufgabe also, aber mit hochgestecktem Ziel.

Die Macht der Entscheidungen

Marina Friess‘ größte Stärke ist ihre Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

Die Entscheidungen, die ich damals für schwierig hielt – jetzt würde ich mich freuen, wenn ich vor ihnen stehen würde
– Marina Friess

Machen wir uns nichts vor: Wie oft hast du dich stunden- oder tagelang um eine Entscheidung gedrückt und als du sie dann getroffen hattest, festgestellt: „Ach, so schwer war das gar nicht.“

Was du von Marina Friess lernen kannst

Du musst deine Wahl nicht sofort treffen (außer, sie erfordert es), aber: Du musst sie treffen.
Marina fragt sich vor großen Entscheidungen: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Was das Beste?
Wenn sie mit dem schlimmsten Ergebnis leben kann – oder wenn das Schönste sie absolut von den Socken haut – macht sie es.

Meine große Entscheidung war in diesem Jahr meine Kündigung. Das Gefühl, das mich danach eingenommen hat, war unglaublich. Selten habe ich mich so stark gefühlt. Und dabei trug ich den Gedanken zu kündigen schon Monate vorher mit mir herum.
Was war deine letzte wichtige Entscheidung?

Es gibt keine Schwächen, nur Potenziale

Trainer sagen ‚Konzentriere dich auf deine Stärken, lass deine Schwächen von jemand anderen machen.‘ Manche Dinge kann einfach kein anderer machen. Wenn du also in einem Bereich eine Schwäche hast, mach daraus eine Stärke.
– Marina Friess

Die Frage nach Schwächen impliziert nichts anderes als zuzugeben „Wo bin ich schlecht?“. Der Fokus liegt auf dem Negativen.
Indem du deine Schwächen jedoch als Potenziale betrachtest, denkst du positiv.
Frage dich: Wo kann/will ich noch besser werden?
Deine Aufmerksamkeit richtet sich auf positive Dinge, Energie kann fließen und deine Veränderung ankurbeln.

Was du von Marina Friess lernen kannst

Es gibt keine Schwächen, nur Potenziale.
Daraus folgt auch, dass du nicht alles können musst. Manche Dinge (bei Marina ist es z.B. die Buchhaltung) darfst du ohne schlechtes Gewissen abgeben.

Ich hatte ursprünglich vor, mich in meiner Selbstständigkeit auch selbst um die Buchhaltung zu kümmern.
Bis ich schnell gemerkt habe, dass es zwei paar Stiefel sind, mit Freude seine eigene Steuerklärung zu erledigen und die Buchhaltung für ein Einzelunternehmen zu managen. Also habe ich mir einen Steuerberater gesucht, die Arbeit abgegeben und bin froh darüber.

Wachstum trotz Selbstzweifeln

Es gibt kaum jemanden, der nicht mit Selbstzweifeln zu kämpfen hat. Auch so eine Power-Frau wie Marina Friess kennt sie.
Doch sie weiß, dass Selbstzweifel uns nur darauf hinweisen wollen, dass wir an einem Punkt im Leben angekommen sind, wo enormes Wachstumspotential besteht.
In solchen Momenten ruft sie meist ihren Coach an, um ein, zwei Stunden mit ihr zu arbeiten. So bekommt sie den Kopf frei und gewinnt eine neue Sicht auf die Dinge.

Was du von Marina Friess lernen kannst

Selbstzweifel sind nichts Negatives, sondern ein Signal unseres Unterbewusstseins, dass eine Veränderung bevorstehen könnte. Versuche nicht, sie alleine zu lösen. Es hilft viel mehr, wenn jemand Unbefangenes von außen Impulse gibt. Denn oft sind die Zweifel völlig unbegründet oder zumindest aus der Sicht eines Anderen nicht so schlimm, wie du denkst.
Versuche, deine Zweifel anzunehmen und entscheide, was du daraus machen kannst. Und – go for it!

Nimm nochmal Anlauf - und dann spring!

Nimm nochmal Anlauf – und dann spring!
– Marina Friess


Hier kannst du mehr zum Thema lesen. Ich arbeite außerdem an einem ebook über die Überwindung von Selbstzweifeln. Es wird Anfang 2018 herauskommen. <3

Bereuen lohnt sich nicht

Für die Feminess-Initiatorin war immer klar, sie möchte reisen und Visagistin werden. Ihren Weg würde sie trotzdem nicht anders gehen.
Denn gerade diese Höhen, Tiefen, Zweifel und Ängste, die sie erlebt hat, helfen ihr nun, andere Frauen zu unterstützen, die das Gleiche erleben.

Mach alles wie gehabt – du hast alles gut gemacht!
– Marina auf die Frage, was sie ihrem 25-jährigen Ich raten würde

Es macht keinen Sinn, Vergangenes zu bedauern. Was vergangen ist, kannst du nicht mehr ändern. Aber du kannst es heute besser machen.

Was du von Marina Friess lernen kannst

Das Leben zeigt dir ganz genau, wo du stehst, wo du hinsollst. Viele hören nur eben nicht darauf und verlieren das Vertrauen ins Leben. Wenn du dein Vertrauen ins Leben wieder aufleben lässt, kommen auch genau die Situationen; die Menschen und die Antworten in dein Leben, die du brauchst, um ein erfülltes Leben zu führen. Man muss sich die Zeit nehmen, hinzuhören.“
– Marina Friess

Meine eigene Erfahrung dazu: Ich wollte selbstständig werden, seit ich 19 bin. Habe mich jedoch nicht getraut, bzw. hielt meine Fähigkeiten für unzureichend. Ich habe nicht hingehört, sondern diesen Wunsch unterdrückt.
Doch heute, zehn Jahre später, habe ich den Sprung gewagt und könnte nicht glücklicher sein. Es ist egal, wann dieser Moment für dich kommt – er wird kommen.

Warum es okay ist, sich etwas von anderen abzuschauen

In vielen E-Mails meiner LeserInnen stehen Sätze wie „Ich würde ja gerne, aber ich habe die entsprechenden Fähigkeiten nicht!“, „Ich habe keine Zeit, das zu lernen!“.

You know what? Das macht nichts. Denn du musst nicht alles selbst lernen. Es gibt genug Menschen, die diese Erfahrungen schon gemacht haben. Schau es dir von ihnen ab, lerne von ihnen oder lasse dich unterstützen!

Du musst nicht jede Erfahrung selber machen
– Marina Friess

Was du von Marina Friess lernen kannst

Es ist wie mit dem Autofahren. Du gehst ja auch erst zur Fahrschule und lernst mithilfe eines Fahrlehrers. Genauso kannst du auch von einem Coach lernen, wie man ein Online-Business aufzieht oder von der erfahrenen Köchin, wie du das perfekte Schokoladensoufflé zubereitest.

Deine Zeit und dein Geld sind kostbar, also investiere sie lieber in etwas, das dich voranbringt, anstatt zu versuchen, alles selbst zu machen.

 

Marina Friess von Feminess über Powerfrauzen, Potenziale und Selbstzweifel

Herzlichen Dank für das Interview!

Mehr über Marina und ihr Angebot findest du auf ihrer Website.

Wie fandest du diesen Beitrag? Schreib mir gerne in die Kommentare, was ist dir besonders im Gedächtnis geblieben ist oder hat dich inspiriert?

… Und wen treffe ich noch beim Feminess Kongress am 18.11.? Sag hallo! 🙂

 

1 Comment

#ZENtalks 1: Interview mit Jolly von Jolly Tallica

Interview mit Jolly von Jolly Tallica

Willkommen bei den #ZENtalks!

Wusstest du, dass es als Kind mein größter Traum war, Radiomoderatorin zu werden?
Über die Jahre hatte ich zwar viele, viele Berufswünsche, Radiomoderatorin hielt sich aber am längsten – abwechselnd mit Journalistin.

Ich hing stundenlang vorm Radio, nahm freitags die Charts auf Kassette auf, sprach meine eigenen Moderationen auf Band und führte Interviews mit imaginären Personen (übrigens nie mit meinen Stofftieren, ich redete lieber mit meinen OC’s, meinen selbst ausgedachten Charakteren :)).

Und nun sind wir hier. 15 Jahre später.
Radiomoderatorin bin ich nicht geworden. Macht aber nichts.
Denn das heißt nicht, dass ich nicht trotzdem Interviews führen kann.
(Psst, ich spiele auch mit dem Gedanken, Podcasts aufzunehmen! Was meinst du – ohne meine Stimme zu kennen, würdest du dir das anhören?)

Ab sofort gibt es auf ZENtreasures die neue Kategorie #ZENtalks, wo ich tolle Frauen interviewe, die sich auf einem ähnlichen Weg befinden wie ich.

Als Erste habe ich mir dafür die liebe Jolly vom Blog Jolly Tallica geschnappt!
Ihren Blog hat sie relativ zeitgleich zu ZENtreasures gegründet – darüber bin ich echt froh, denn ich lese seither unheimlich gerne rein.

Los geht’s – viel Spaß mit dem ersten #ZENTalk!

Interview mit Jolly von Jolly Tallica

#ZENtalks 1: Interview mit Jolly von Jolly Tallica

Hallo Jolly! Stell dich doch bitte für meine LeserInnen vor:

Hallo Chrissi und hallo ZENtreasures-Leser!

Ich finde es immer total schwer, mich vorzustellen.
Standardsätze wie „Hallo miteinander, ich bin Jolly, 24 und komme aus der Schweiz“ sind so nichtssagend und das finde ich total frustrierend.

Also wage ich hier einmal etwas komplett Neues: Ich erzähle nicht wer ich bin, sondern wie.

Ich bin sehr, sehr emotional. Schon immer. Und schon immer habe ich es verdrängt, weil ich es nie sein wollte.

Eigentlich bin ich total schüchtern und nett. Je mehr ich andere mag, desto mehr würde ich für diese Person tun. Aber dann bin ich auch sehr viel frecher.

Wenn ich mich wohl fühle, kann ich wahnsinnig verrückt werden (vor allem wenn ich überanstrengt bin).
Ich führe Selbstgespräche und irritiere dadurch meine Mitmenschen – wenn ich arbeite, wenn ich in Gedanken bin oder auch einfach weil ich mal etwas sagen muss. Ich rede auch mit meinem PC, meinem Tisch, dem Kühlschrank, usw. Die mussten sich bisher schon einiges von mir anhören.

Außerdem bin ich faul, kann aber auch sehr zielstrebig und motiviert sein.
Manchmal versuche ich, meine Grenzen neu zu setzen und mutiger zu werden, bin aber andererseits aufgrund einer Phobie viel zu ängstlich.

Ich würde mich einfach als normalen Menschen bezeichnen. Nicht besser oder schlechter als jeder andere – nur mit einer kleiner Prise „Jolly“ oben drauf.

Erzählst du uns ein bisschen was über deinen Blog, Jolly Tallica? Worum dreht er sich, was sind die Schwerpunkte?

Es ist eine Art öffentliches Tagebuch. Ich schreibe, was mich beschäftigt und mir durch den Kopf geht. So schräg es auch klingt, sind meine Gedanken, Gefühle und mein Alltag die Schwerpunkte auf Jolly Tallica, weswegen er meinen Namen (bzw. mein Pseudonym) trägt.
Deshalb bin ich auch extrem fasziniert, dass meine Texte andere interessieren, geschweige denn, inspirieren können.

Ich habe einige Situationen und Lebensabschnitte erlebt, die ich selbst als schwierig und herausfordernd sehe – auch nachträglich betrachtet noch.

Das alles sind Erfahrungen, die ich zukünftig mit einer anderen Einstellung meistern möchte. Mit der Zeit lernte ich, dass nicht alles immer positiv sein kann, wie ich es mir einredete. Der ganze Grundsatz im Sinne von „Sei dauerhaft glücklich und positiv“ funktionierte nicht.
Weshalb ich alles nach einer Weile abschrieb.

Der ganze Grundsatz im Sinne von „Sei dauerhaft glücklich und positiv“ funktionierte nicht.

Stattdessen entschied ich mich, einfach nur ich zu sein und mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin. Mit allem was dazu gehört.
Dadurch will ich lernen, schwierige wie schöne Situationen bewusster zu erleben. Ich will mir in diesen Situationen bewusst sein, wo ich stehe und wie ich bin – ohne mich immer wieder aufs Neue selbst zu verlieren oder etwas zu verdrängen. Ich will lernen und mich selbst kritisieren können. Mich ganz einfach weiterentwickeln.

Das ist die Idee von Jolly Tallica.

Am liebsten lese ich deine persönlichen Beiträge, doch auch die Kategorie „Girls Talk“ ist total interessant.
Denn hier sprichst du Dinge an, die in unserer Gesellschaft lieber noch totgeschwiegen werden, zum Beispiel dein Beitrag über die „Mondtasse“.

Wie kam es, dass du dich mit solchen Themen auseinandergesetzt hast?

In unserer Gesellschaft ist „Weiblich-Sein“ ein Klischee.
Frauen sind zickig, shoppen und schminken sich gerne, lieben Schuhe, sind romantisch, gefühlsbetont, usw.
Ich war immer eher jemand, der gar nicht auf all das stand.

Inzwischen akzeptiere ich, dass einiges davon auch manchmal auf mich zutrifft. Genauso habe ich nichts gegen Frauen, die diesen Klischees mehr entsprechen. Denn in jeder Frau steckt etwas davon.

Andersrum verstand ich selbst manchmal nicht, warum ich eben viele dieser Klischees nicht in mir trug. So fühlte ich mich vom Verhalten her eher männlich als weiblich. Das ist aber Unsinn. Darum versuche ich meine Sicht der Dinge zu erklären und die ist nicht weniger weiblich als alle anderen Klischees.

Zur Mondtasse: Es wird immer erwartet, dass frau Tampons benutzt. Irgendwie hinterfragt das niemand.
Deshalb fand ich, dass mal eine Alternative gezeigt werden sollte.
Ich hab extrem lange danach gesucht, weil für mich einfach nichts Bekanntes passte. Von der Mondtasse bin ich total begeistert und konnte es nicht lassen, darüber zu schreiben.

Planst du in der Hinsicht noch weitere Beiträge?

Planen tue ich grundsätzlich überhaupt nichts. Es kommt einfach.
Wenn mich zu dem Thema wieder etwas beschäftigt, werde ich darüber schreiben, doch ich suche nicht verkrampft danach.

Hauptthema auf deinem Blog ist deine persönliche Veränderung, was ja auch bei mir ein wichtiger Bestandteil ist. Was davon hast du für dich schon umsetzen können? Wo hakt es?

Es kommt mir manchmal vor, als hakt es überall.

Im Moment krieg ich es besser hin, ehrlich zu mir zu stehen und mir meiner Selbst bewusst zu werden. Ich bin mir aber auch klar, dass es Dinge an mir gibt, die ich nicht einsehen möchte und mir dadurch etwas komplett Falsches einrede.
Doch ich schaffe es mittlerweile immer schneller, mir meine eigentlichen Probleme einzugestehen und zu mir selbst zu stehen. Nicht nur gegen innen sondern auch gegenüber der Außenwelt.

Persönliche Veränderungen sind leider nicht einfach und hören nie auf

– manche Sachen tauchen immer wieder auf. Inzwischen konnte ich aber auch akzeptieren, dass nicht nur positive Lebensumstände gut sind, sondern auch die Negativen.
Das ist sehr oft anstrengend und nervenzerreißend. Und manchmal kann ich auch einfach nicht mehr und liege nur noch rum – doch so sammelt man Erfahrungen und lernt, Positives besser zu schätzen.

Welches Ziel nimmst du konkret in nächster Zeit in Anspruch?

Mich in meiner Traumwohnung so richtig zu Hause zu fühlen! Ich will mich so einrichten, dass ich mich wohl fühle und meinen Tätigkeiten optimal nachgehen kann. Das ist im Moment tatsächlich einer meiner Hauptziele.
Es gibt noch weitere, grosse Ziele. Die erfordern Zeit und Geduld – den Überraschungseffekt will ich hier aber nicht verderben, darum bleibt das vorerst mein kleines grosses Geheimnis 😉

Interview mit Jolly von Jolly Tallica

Ein wichtiger Bestandteil von Jolly Tallica ist auch die Fotografie. Du teilst immer wieder deine Fotos mit deinen Lesern.
Was für eine Foto-Ausrüstung besitzt du?
Welche Motive fotografierst du am liebsten?

Eine Canon EOS 60D mit zwei verschiedenen Objektiven. Ich habe aber eigentlich nicht viel Ahnung davon.
Da gibt es noch Paint Shop Pro als Bearbeitungsprogramm und das war’s auch schon.

Ich habe eher eine Video-Ausrüstung, obwohl man von mir (noch) wenige Videos sieht. Die besteht aus oben genannter Kamera, sowie zwei Softboxen und einem Stativ.
Von Madame Tussauds in Amsterdam habe ich so eine coole Filmklappe. Als Programm für die Videos nutze ich MAGIX Video deluxe.

Das alles gehört noch zu meinen Projekten, über die ich noch nichts verraten möchte 😉

Ich fotografiere gerne die Natur. Blumen, Gräser und Seen. Ich finde es einfach toll, mit Schärfe-Einstellungen zu spielen und das kann man hier ganz gut.
Es ist faszinierend, dass ich in der Natur Bilder einfangen kann, die ich ohne Kamera gar nicht erst wahrnehme.

Auch liebe ich es Menschen zu fotografieren, am liebsten meine kleine Nichte.
Je nach Winkel oder Mimik verändert sich das komplette Bild.

Es ist auch interessant, wie natürlich und wunderschön spontan geschossene Bilder aussehen – wenn die Person sich nicht für ein Foto verstellt und einfach so ist, wie sie ist.

Neulich hast du unter einer Schreibblockade gelitten. Da ich selbst schreibe, kenne ich dieses Problem nur zu gut.

Deine Methode zur Blockkaden-Bekämpfung – nämlich darüber zu schreiben – finde ich super!

Hast du weitere Tipps, um gegen Schreibblockaden und Kreativitätstiefs vorzugehen?

Jedes Tief und jede Blockade lässt mich verzweifeln und ich glaube es geht allen so. Ich denke aber auch, dass genau das der Fehler ist. Je verzweifelter wir einen Ausweg suchen, desto schlimmer wird es.
Und so verfliegt die Lust, etwas dafür zu tun, viel zu schnell.
Ich habe mich mit Jolly Tallica zum ersten Mal etwas widerstrebend damit abgefunden, dass ich nicht jedes Mal etwas dagegen tun kann.

Da ich immer darüber schreibe, was mich beschäftigt, schrieb ich in dem Moment eben über die Blockade. So bin ich wieder reingekommen.

Liest du Blogs, die ähnliche Themen wie Jolly Tallica behandeln? Wenn ja, welche?

Ich lese weniger Blogs, als ich eigentlich möchte.
Es braucht einiges, bis mich ein Blog fasziniert und wirklich so fesselt, dass ich ihn regelmässig lese.

Im Moment verfolge ich abgesehen von ZENtreasures den Blog Kopf vs. Herz von Franzi und seisofrei-lebenskunst von Carolin.

Zum Schluss teile doch bitte dein Lieblingszitat mit uns:

Vielen Dank für das tolle Interview und an alle die das gelesen haben!
Ich habe mich riesig gefreut und hoffe jemanden damit bereichern zu können – auch wenn die Vorstellung, dass genau ICH jemanden faszinieren könnte, noch immer komisch ist.
Aber in dem Sinne:

If you want something you’ve never had, you have to do something you’ve never done - Thomas Jefferson.

If you want something you’ve never had, you have to do something you’ve never done.

Hier gibt's noch mehr von Jolly

Vielen Dank an Jolly für dieses Interview!

Alle hier verwendeten Fotos wurden von Jolly gemacht; ich habe sie mit ihrer Erlaubnis bearbeitet.

 

6 Comments