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Entspann dich! Warum achtsam leben nicht alles ist

Warum achtsam leben / Achtsamkeit nicht alles ist und wie du dich trotzdem verändern kannst

Das heute wird ein reiner „Gedanken-Post“. Er enthält weniger machbare Schritte, sondern meine Gedankengänge zum Thema Veränderung und wieso wir das Thema Achtsamkeit/achtsam leben auch mal beiseite lassen sollten.

 

Von dir erwartet man nicht unbedingt, dass du über solche Themen schreibst.

Das ist die übliche Reaktion meines Umfelds, wenn sie erfahren, dass ich blogge – und worüber.
Ich verstehe, warum sie so denken. Achtsam leben ist nach außen hin nur ein winziger Teil meines Selbst.
Oft genug wundere ich mich selbst.

Ich bin kontrastreich. Und lange dachte ich, ich mache zu viel falsch auf diesem Weg in Richtung Selbstverwirklichung.
Weil ich schwarze Jeans mit zerrissenen Knien trage anstatt bunte Yogahosen.
Weil mir der herabschauende Hund immer noch schwerer fällt, als auf einen Baum zu klettern.
Weil ich lieber Metal höre als Mantras.
Weil ich Bier immer einem grünen Smoothie bevorzugen würde.

Weil ich mich von all dem, was mich ausmacht, nicht trennen will. Weil auch diese Seiten zu den guten Dinge gehören; denen, die ich bin.

Kann man so trotzdem ein achtsames, erfülltes Leben führen?

Achtsamkeit = Glück und Positivität 24/7

Seit ich in der „Mindfulness“-Blogosphäre unterwegs bin, fällt mir eines ganz besonders auf:
Diese Menschen wirken immer glücklich, strahlen Positivität aus, sind Zen-Meister und leben achtsam – und sehen dabei auch noch gut aus.
Auch ich wirke auf viele so.

Das ist aber nur ein Teil der Realität.

Entspann dich! Achtsamkeit ist nicht alles!

Ich zeige mich in den Insta-Stories nur, wenn ich mich selbst gut finde. An manchen Tagen hilft aber kein Sonnenstrahl-Regenbogen-Filter der Welt – und das ist okay. Denn ist es meine eigene Entscheidung, ob ich mich jetzt filme oder lieber erst morgen wieder.
Viele Storys habe ich nie online gestellt, weil sie mich verärgert zeigen oder enttäuscht.

Ich würde gerne mehrere Yoga-Beiträge hier veröffentlichen, habe aber nicht das Selbstvertrauen, mich bei den Asanas zu fotografieren und die Bilder online zu stellen.

Ich denke zu viel; zerdenke noch mehr; zweifle und schlucke Wut hinunter.
Dann wickle ich mich in eine Decke, bingewatche Gossip Girl oder höre lautstark alte Evanescence-Songs und lasse das Handy außer Reichweite. LasstmichbloßinRuhe.

Einfach mal weg – das geht im Internet nur nicht.
Nie.
Denn die Quittung folgt prompt: Follower und Leser verschwinden, die Reichweite geht zurück.

„Tja, kein Wunder“, heißt es dann seitens des WWW. „Dir scheint es am richtigen Mindset zu fehlen.“

Mag sein.
Aber weißt du was? Langsam höre ich auf, mich deswegen schlecht zu fühlen. Nur weil ich mich gestern nicht getraut habe, die Bilder zu machen oder die Story zu teilen und mich heute unsicher deswegen fühle, heißt das nicht, dass ich es nicht in Zukunft doch teilen werde.

Das hat für mich nichts mit einem falschen Mindset oder gar fehlender Achtsamkeit zu tun.

Du solltest immer das tun, wobei du dich wohlfühlst. Soweit das eben möglich ist.
Sicher, auch ich predige, dass es wichtig ist, seine Komfortzone zu verlassen, um Veränderung herbeizuführen. Ich tue es auch.
Aber manchmal muss man sich erst vorsichtig herantasten, um etwas Großes in Gang zu setzen.

Achtsamkeit ist kein Wettbewerb

Immer mal wieder bekomme ich E-Mails, in denen ich vorsichtig gefragt werde:
„Yoga macht mir so gar keinen Spaß. Kann ich überhaupt achtsam leben?“

„Ich habe nicht mal Zeit, um mehr zu lesen. Macht es überhaupt Sinn, mich mehr mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen?“

Ja. Und ja.

Jeder kann sich ändern.

Wenn er will.
Trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen, die wir zweifellos alle haben. Denn kein Leben verläuft gleich, kein Mensch macht genau dieselben Erfahrungen wie ein anderer.

Achtsamkeit / achtsam zu leben ist kein Wettbewerb. Es geht nicht darum, wer sich am schnellsten selbstverwirklicht oder am längsten mit seiner Meditation durchhält.

Dem Wunsch nach Veränderung zu folgen, ist genauso wunderbar wie furchteinflößend.

Das Web ist voll von Selbsthilfe-Blogs, Video-Gurus und Coaching-Services. Wirst du nicht direkt von der Masse an Angeboten und Möglichkeiten erschlagen, musst du immer noch erst jemanden finden, der dir sympathisch ist und zudem die Qualität hält, die er/sie verspricht.

Leider gibt es dadurch auch diese Masse an Lebenstipps, bei denen ich regelmäßig meinen Bildschirm schütteln möchte.

  • „Um deine Träume zu erfüllen, musst du einfach anfangen!“
  • „Um glücklich zu sein, musst du Sport machen und dich von ungesunden Beziehungen trennen!“
  • „Lache und liebe dich selbst!“

Sagt sich alles so leicht.
Doch stellt sich die Frage: WIE DENN?!

Ich bin kein Coach, kein Psychologe, kein Spirit Guru und niemand, dessen Lösungen sowas wie die Allheilmittel sind.
Ich bin selbst auf dem Weg. So wie so viele meiner Leser. So wie du vielleicht auch.

Ich arbeite daran, mein Leben zu verbessern – auf meine Art. Und ich denke, jeder sollte seine Veränderung auf seine Art angehen.

Natürlich könnte ich schneller sein, erfolgreicher, bekannter. Aber will ich das? Nein.

Vielmehr erkenne ich immer mehr die Wichtigkeit, Veränderung in seinem eigenen Tempo anzugehen.
Nur weil dir jemand verspricht, innerhalb eines Monats 10k mit einem Onlinebusiness zu verdienen oder glücklich zu werden, indem du dir 21 Tage lang 10x am Tag „Ich liebe mich selbst“ vor dem Spiegel vorsagst: Es mag für diese Person funktioniert haben und das ist beeindruckend.

Aber ich glaube, uns sollte bewusster werden, dass wir unseren eigenen Weg gehen müssen.

Ich konnte die Morgenroutine innerhalb weniger Wochen in mein Leben integrieren – weil es mir stets leicht fiel, früh aufzustehen. Vielleicht kämpfst du im Gegensatz schon seit Monaten und schaffst es nicht? Das ist okay.

Du frühstückst dafür täglich grüne Smoothies, bereitest dir gesunde Bowls zu und hast Spaß an gesunder Ernährung und dem Ausprobieren neuer Rezepte – während ich nach ein, zwei Tagen doch wieder bei einer Leberkässemmel lande. Auch das ist okay.

Solange du nur nicht aufgibst!
Solange wir beide nur nicht aufgeben.

Der Umschwung kommt. Niemand weiß, wann. Aber er kommt.
Seit ich an einem Novembertag vor 3 Jahren, den ich genervt von der Arbeit draußen verbrachte, angefangen habe, mich mit Achtsamkeit und bewusster Veränderung zu beschäftigen, war es immer so.

Ich möchte dir hiermit also ein bisschen Hoffnung mitgeben. Auch du kriegst das hin.
Also entspann dich – achtsam leben ist nicht alles.

achtsam leben ist nicht alles! Wie dich du verändern kannst, auch wenn du dich mit Achtsamkeit bisher noch nicht anfreunden konntest
 

Warum du genau richtig so bist, wie du bist

Auch wenn du Probleme mit dem Konzept der Achtsamkeit hast, es (noch) nicht schaffst, achtsam zu leben oder ein bisschen „Zen“ in deinen Alltag zu bringen:
Jeder von uns hat eine Geschichte zu erzählen. Hat etwas erlebt, hat Veränderungen durchgemacht – gewollte und ungewollte.

Vielleicht ist deine Geschichte ja gerade, wie du Yoga nach Jahren des Versuchens endlich lieben gelernt hast – oder dich eben entschlossen hast, es einfach sein zu lassen.

Für jeden von uns gibt es das Richtige – es offenbart sich uns nur meist nicht sofort.
Veränderung muss nichts Schlechtes sein – im Gegenteil, sie kann uns gut tun (auch, wenn wir das oft erst viel später erkennen).

Du musst dich erst ausprobieren, musst Neues wagen und Altes loslassen und immer wieder deine Interessen hinterfragen.

Ich weiß, alte Glaubenssätze lassen sich nicht so einfach auflösen.
Und auch das ist okay. Weil du erkannt hast, dass du etwas ändern willst – selbst, wenn du jetzt noch nicht greifen kannst, was es eigentlich ist und wohin deine Reise gehen wird – ist der erste Schritt!

Tipp:
Tipp: Ich kann dir hier Ellas „Neustart-Routine“-Videos ans Herz legen. Sie hat diese Suche in nachvollziehbare Schritte gepackt, die du an einem ruhigen Wochenende durchprobieren kannst.
Hier geht es zu Teil 1 und hier zu Teil 2.

Veränderung fängt nicht durch, sondern mit Achtsamkeit an

Hast du auch so eine Scheiß-Angst vor der Zukunft?
Fürchtest du dich, zu scheitern und dein Leben lang gelangweilt einem ungeliebten Job nachgehen zu müssen? Für mich ist diese Vorstellung ein Albtraum.
Glaubst du, keinen Partner zu finden und auf ewig allein zu bleiben? Deine Berufung nicht zu finden und am Ende zu bereuen, weil du so vieles nicht getan hast?
Diese (und ähnliche) Zukunftsängste kennt jeder von uns, nicht wahr?

Die Lösung?

Do what makes your soul most alive

Tue, was deine Seele mit Leben erfüllt.

Du kannst noch so viele Selbsthilfe-Bücher lesen. Noch so achtsam leben und meditieren.
Am Ende bringt dich deiner Berufung nur näher, wenn du etwas tust, dass deiner Seele am meisten Leben bringt.

Wie eine kleine Blume, die sich unnachgiebig streckt, um zwischen Gräsern, Blättern und Farnen einen Sonnenstrahl abzukriegen. Sie wird ihre Zeit brauchen; wird ihren Kopf immer mal wieder wenden, um eine bessere Position zu erhaschen. Aber sie wird weiter nach der Sonne Ausschau halten, die ihr Leben bringt und sie erblühen lässt.

Bis vor ein paar Monaten wusste niemand, dass ich blogge. Ich habe nie davon erzählt, denn es war mir peinlich.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis interessiert sich niemand für diese Dinge. Achtsam leben? Ruhe durch Meditation finden?
Yoga, ja, davon haben sie zumindest gehört. Das ist das, wo man so komische Verrenkungen macht, richtig?
Kein Wunder also, dass niemand so richtig glauben konnte, dass ich über „sowas“ blogge.

Do what makes your soul most alive

Aber dann sind die wieder diese Momente.
Wenn ich mir mein Leben in einem Jahr ausmale.
Wenn ich anderen von meinen Ideen erzähle und reine Begeisterung zurückbekomme.

Der Teil mit den Zweifeln in mir ist allgegenwärtig.
Aber – da ist auch der andere Teil. Der, der aufgeregt ist, begeistert und überzeugt, es zu schaffen.
Inzwischen kann ich darüber reden – nicht nur über den Blog, sondern über meine beruflichen Pläne. Kann anderen davon erzählen, ohne peinlich berührt auf den Boden zu schauen und zu sagen „Ach wer weiß, ob es überhaupt klappt…“
Neulich überraschte mich ein Freund mit seiner reinen, ehrlichen Unterstützung für meine Pläne.
Meine Ex-Arbeitskollegen sind super supportive und mein Freund ebenfalls.

Hast du ebenfalls solche Menschen in deinem Leben? Wen?

Diese Blume wächst, wenn sie ausreichend Licht gewinnt.
Du ebenfalls.

Möchtest du mir in den Kommentaren ein wenig von deinem Weg erzählen?
 

Do what makes your soul alive
 
 

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Wie Glaubenssätze Einfluss auf deine Veränderung nehmen

Wie deine Glaubenssätze Einfluss auf deine Veränderung nehmen

Deine Gedanken haben enormen Einfluss auf die Realität.
Positive, motivierende Gedanken rütteln dich auf; spornen dich an.
Negative, desaströse Gedanken jedoch – sorgen dafür, dass du dich nicht vom Fleck bewegst.
Diese Gedanken nennt man Glaubenssätze.

„Ich bin doch sowieso zu blöd dazu.“
„Wieso sollte das ausgerechnet mir gelingen?“

Du kennst das, oder?
Ich jedenfalls schon.

Stell dir diese Glaubenssätze in deinem Kopf wie einen Glasbläser vor, der eine Vase formt. Der Glasbläser hat die volle Kontrolle über die Entstehung des Gefäßes. Er formt sie langsam und sorgfältig.
Macht er einen Fehler, ist das Kunstwerk zerstört. Er kann es nur durch mühevolle, langwierige Arbeit retten.

Ob es das wert ist?
Was denkst du?
Ist deine innere Einstellung es wert, von negativen Glaubenssätzen befreit zu werden?

Was sind Glaubenssätze – und wie entstehen sie?

Der Begriff „Glaubenssatz“ ist hier schon öfter gefallen und tatsächlich plane ich schon einen Beitrag dazu, da war ZENtreasures noch gar nicht online.

Glaubenssätze sind in deinem Denken fest verankerte Gedanken, die deine Persönlichkeit, deine Einstellung und dein Weltbild repräsentieren.
Sie können Sprichwörter sein oder markante Sätze, die jemand mal zu dir gesagt hat oder eigene Gedanken.
Du bist überzeugt, dass sie der Wahrheit entsprechen, du glaubst an sie – ohne sie je hinterfragt zu haben.

Unsere Glaubenssätze – und somit unsere Überzeugungen – werden zu 90% in unseren ersten sechs Lebensjahren festgelegt. Sie bleiben unser Leben lang bestehen.
Jeder Gedanke, der sich in deinem Bewusstsein festsetzt, wird irgendwann zur Realität.

Das Problem daran?

Dass sie unser weiteres Leben lang bestehen bleiben, ist die Schuld des sogenannten rekulären Aktivierungssystems.
Du kannst es dir vorstellen wie ein Schutzmechanismus für deine Gedanken. Es lässt nur die Informationen bis zu deinem Bewusstsein durch, die mit deinen Glaubenssätzen übereinstimmen.

Hast du seit der Grundschule geglaubt, du wärst handwerklich unbegabt, wirst du immer davon überzeugt sein, deine Möbel nicht allein aufbauen zu können – oder es gar nicht erst zu versuchen.

Falls doch, schaltet sich dein Bewusstsein ein.
„Moment“, sagt sich dein Bewusstsein. „Das stimmt aber nicht mit meinen Glaubenssätzen überein!“
Es aktiviert sein rekuläres Aktivierungssystem – und in deinen Gedanken kommt an: „Was rede ich? Es wäre schon schön, das neue Bett selbst aufzubauen, aber ich habe es bisher noch nie geschafft, sowas richtig zusammenzubauen, außerdem fehlen mir die Werkzeuge und es ist ohnehin besser, jemand anderes macht das. Ich mach es bloß kaputt.“

Wie deine Glaubenssätze Einfluss auf deine Veränderung nehmen

Negative Glaubenssätze und du wie sie identifizierst

Einen Glaubenssatz erkennst du daran, dass er sich ständig wiederholt; dir immer wieder in den Sinn kommt.

Glaubenssätze können natürlich auch positiv sein.

Hat sich ein Glaubenssatz erstmal in deinem Kopf verankert, macht sich dein Geist auf die Suche nach Bestätigungen. Schließlich muss der Glaubenssatz ja wahr sein, nicht?
Wenn du dir vorstellst, du seist hässlich, wird dein Gehirn dir beim nächsten Blick in den Spiegel die Bestätigung liefern. „Da wächst schon wieder ein Pickel. Und meine Nase ist auch viel zu groß. Unästethisch. Wer soll mich schon mögen?“

Das ist das – ich formuliere es mal vorsichtig – „gefährliche“ an Glaubenssätzen.
Wenn du von Haus aus positiv denkst, mit dir zufrieden bist und überzeugt davon bist, dass du dein Traumleben verdient hast, schenkt dein Gehirn dir die Bestätigung dessen.

Nichts passiert zufällig.
Auch dein Erfolg ist kein Zufall, sondern reine Einstellungssache.

Beispiele für negative Glaubenssätze

Ich wette, du kennst mindestens einen davon:

  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Ich bin zu dumm dafür.
  • Natürlich kann ich das nicht. Ich war ja noch nie gut in Sport.
  • Das war schon immer so.
  • Ich bin wertlos/unattraktiv/langweilig.
  • Geld verdirbt den Charakter.
  • Niemand liebt mich.
  • Arbeit abgeben? Am Ende muss ich ja doch alles selber machen.
  • Kreative Arbeit ist wertlos.
  • Ich muss noch viel lernen.
  • Lernen fällt mir schwer.
  • Ohne meine Belohnungs-Schokolade bin ich zu nichts zu gebrauchen.

Mein ‚guilty Glaubenssatz‘

Save the best for last – Heb‘ dir das Beste bis zum Schluss auf

Dieser Glaubenssatz entstand ursprünglich durch etwas so Banales wie das Mittagessen. Denn das, was du am liebsten magst, isst du zum Schluss, um die Vorfreude aufzubauen.
Erst wurden Rosenkohl, Zucchini und andere unbeliebte Speisen gegessen, danach belohnte man sich mit den besten Stücken.
Der Teller musste leer gegessen werden. So aß ich also erst, was ich nicht mochte und hob mir die besten Teile bis zum Schluss auf.

Der Witz daran: War ich bei meinen Lieblingsspeisen angelangt, hatte ich keinen Hunger mehr.
Oft wunderte ich mich noch, warum ich schon satt war, bevor ich die wirklich leckeren Teile überhaupt nur angerührt hatte. Well well.

Ich habe es jahrelang nicht geschnallt. Vielmehr habe ich diesen Glaubenssatz später auch auf andere Bereiche meines Lebens geschoben:
Erst Arbeiten gehen und den Haushalt schmeißen, dann das „Schmankerl“ in Form eines Feierabend-Biers mit Freunden.
Erst auf Reisen jeden Tag das ungeliebte Frühstück verschlingen, bevor ich mir dann Sonntags ENDLICH den Obstteller gönne, der mich schon die ganze Woche anlacht.

Ist das nicht bescheuert?

Auch wenn es ein gutgemeinter Ratschlag meiner Eltern war (wenn auch unterschwellig – denn Mama musste ja irgendwie für meine Gemüse-Zufuhr sorgen), er hat sich dermaßen verfestigt, dass ich mir letzten Endes damit schadete.

Glaubenssätze von Tatsachen unterscheiden

Wichtig ist, solche und ähnliche Glaubenssätze von Tatsachen zu unterscheiden.
Denn wer solche destruktiven Gedanken hat wie „Ich bin total unfähig“, hält sie für Tatsachen.

Aber: Ein Glaubenssatz ist keine Tatsache und entspricht nicht der Realität!

Eine Tatsache ist:
„Meine Arbeit macht mir keinen Spaß.“

Ein Glaubenssatz dagegen ist:
„Ich kriege nicht mal die einfachsten Aufgaben hin – ich bin echt zu blöd für diesen Job.“

Glaubenssätze werden nie in Frage gestellt. An sich ist das ja gut so.
Ist der Glaube doch der Anker, an dem wir Menschen uns festhalten.

Ich bin kein gläubiger Mensch. Zumindest nicht in der Hinsicht, dass der Glaube an Gott oder eine höhere Macht mir Kraft gibt. Ich glaube – an mich. Meine Fähigkeiten, mein Urteilsvermögen, mein Menschenverstand.
Es gab allerdings Zeiten, da habe ich das nur so dahingesagt. In Wirklichkeit war ich nicht von der Überzeugung erfüllt, mit der ich “Ich glaube an mich!” aussprach.
Vielmehr dachte ich insgeheim „Ich kann das ja doch nicht.“, wenn es um berufliche Entscheidungen und Selbstständigkeit ging.
Negativer Glaubenssatz detected!

Meine Familie ist bekannt dafür, immer zu spät zu kommen. Mal davon abgesehen, wie unhöflich das gegenüber den Wartenden ist, nervt es uns auch selbst.
Da werden Witze gemacht „Typisch. Ihr seid wieder die letzten.“
Ich dachte selbst 25 Jahre lang, dass ich einfach nicht in der Lage sei, pünktlich zu sein. Es liegt ja in der Familie. Da kann man nichts machen.
Auch das ist ein negativer Glaubenssatz.

Das ist allerdings nur meine Realität, nicht die Wirklichkeit!
Nur weil ich denke, nichts gegen meine Unpünktlichkeit tun zu können und es ohnehin jeder von mir erwartet, heißt das nicht, dass ich die Unpünktlichkeit akzeptieren muss.

Ich kann dem aktiv entgegen wirken.

Es hat gedauert, bis ich das wahrhaben wollte. Seit ich es verstanden habe, fällt es mir viel leichter, negativen Glaubenssätze keine so große Beachtung mehr zu schenken.
Und keine Sorge, du kannst das auch.

Never let your fear decide your future.

Negative Glaubenssätze in etwas Positives umwandeln

Machen wir uns daran, deinen negativen Glaubenssätzen ihre Wirkung zu nehmen.

Der wichtigste Schritt, um deine Glaubenssätze zu entlarven?

Sie aufzuschreiben.

Such dir einen ruhigen Ort und forsche in dich hinein. Welche Sätze kommen dir immer wieder in den Kopf?
Was denkst du, wenn du Fehler gemacht hast?

Notiere dir all diese Sätze. Das kann in ein paar Minuten erledigt sein, aber wenn es dir wie mir geht, wirst du diese Übungen zwei, drei Mal wiederholen müssen, um alle Glaubenssätze zu erfassen.

Gehe einen Satz nach dem anderen durch und beantworte dir folgende Fragen (du kannst sie auch gerne daneben notieren, das macht es visueller):

  1. Verbessert sich mein Leben wirklich, wenn ich an diesem Glaubenssatz festhalte?
  2. Was könnte passieren, wenn ich ihn loslasse?
  3. Warum ist dieser Glaubenssatz totaler Blödsinn und entspricht nicht der Realität?

Durch dieses Hinterfragen nimmst du dem Glaubenssatz seine Unfehlbarkeit.
Ich streiche am Schluss die alten Glaubenssätze durch – das suggeriert, dass ich damit abgeschlossen habe.

Am Schluss formulierst du den Glaubenssatz in etwas positives um.
So wird aus „Save the best for last“„Ich bestimme selbst und genieße jederzeit so, wie es mir gerade gut tut“.
Und ich fühle mich besser, weil der Druck verschwunden ist.

Wichtig ist, diesen neuen, positiven Glaubenssatz zu verinnerlichen.
Das klappt am besten, indem du ihn notierst und ihn dir jeden Tag vorsagst/durchliest.
Ich habe meine positiven Glaubenssätze in einer Notiz am Handy gespeichert, wo ich jederzeit Zugriff habe.

Ist dir schon leichter ums Herz geworden?

Veränderung braucht Zeit

Wie deine Glaubenssätze Einfluss auf deine Veränderung nehmen

Ich habe viel zum Thema Glaubenssätze recherchiert und eine Sache stieß mir regelmäßig sauer auf: Das Verändern von Glaubenssätzen wird immer als so easy dargestellt. Als müsstest du einfach nur entscheiden, einen negativen Glaubenssatz loszulassen und – paff – wird alles gut.

Du fühlst dich dumm? – Dann fang einfach an, ab heute zu lernen und schlau zu werden.
Du findest dich hässlich und deswegen liebt dich niemand? – Sage dir, du bist schön und irgendwo wartet die richtige Person auf dich?

Hahaha ha.
So funktioniert das Leben nicht.

… Und ja, ich hasse es, jetzt die Spielverderberin zu sein, doch Veränderung braucht Zeit.
Einen negativen Glaubenssatz in einen positiven Gedanken zu verwandeln, braucht Zeit. Viel Zeit.
Es braucht Kontinuität; dranbleiben ist gefragt!

Aus eigener Erfahrung – ich arbeite seit ca. 2,5 Jahren mehr oder weniger aktiv an meinen Glaubenssätzen – kann ich dir wirklich nur raten, dran zu bleiben. Denn nur, weil du einen negativen Glaubenssatz positiv umformulierst, ändert sich deine innere Einstellung nicht von jetzt auf gleich (leider!).
Vergiss nicht, die meisten deiner Glaubenssätze existieren bereits dein Leben lang. Sie lassen sich nicht plötzlich ausknipsen. Aber sie lassen sich ausknipsen.

Dennoch ist es ein riesengroßer, unterstützender Schritt für deine Veränderung, wenn du dich mit deinen Glaubenssätzen auseinandersetzt.

Damit die nächste Figur des Glasbläsers deines Lebens eine ganz besondere wird.
 

Hast du noch Fragen zu dem Thema?
Verrätst du mir einen Glaubenssatz, von dem du dich gerne befreien würdest?

Wie deine Glaubenssätze Einfluss auf deine Veränderung nehmen
 

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