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Wie Dankbarkeit entsteht – Das Dankbar Prinzip (Buchreview)

Dankbarkeit erlernen mit dem Buch "Das Dankbar Prinzip" von Sabine Dankbar und Monika Homann

Wann warst du zuletzt richtig dankbar?
Und damit meine ich nicht, dass du „Danke“ zum Kellner sagst, der dir die Rechnung bringt. Das setze ich voraus.

Hast du jemandem eine Freude gemacht oder ein Lieblingsmensch hat dir etwas Gutes getan?
Hast du inne gehalten und darüber nachgedacht, wofür du in deinem Leben eigentlich dankbar sein kannst?

Wenn du jetzt die Stirn runzelst – I feel you.
Dankbarkeit war für mich nie relevant. Natürlich habe ich mich brav überall bedankt, aber weiter darüber nachgedacht…?

Natürlich kannst du von heute auf morgen entscheiden, dankbarer zu werden. Und das ist der erste Schritt.
Aber: Dankbarkeit ist eine Einstellung, die Übung bedarf; bewusst und regelmäßig praktiziert werden muss.
Dankbarkeit kann man lernen.

Mein Begleiter auf dieser Reise ist das Buch Das Dankbar-Prinzip: Kraft und Gelassenheit im Alltag finden* von Sabine Dankbar und Monika Homann. Der PATMOS Verlag hat es mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, weil ich das Thema interessant fand, aber gleichzeitig selbst so wenig über „Dankbarkeit“ wusste, als dass ich dir hier einen fundierten Beitrag hätte zaubern können. Danke! (Und da haben wir es ja schon, das „danke“! ;-))

Dankbarkeit erlernen mit dem Buch Das Dankbar Prinzip von Sabine Dankbar und Monika Homann
Das Dankbar-Prinzip von Sabine Dankbar & Monika Homann. // Affiliate-Link. Hier erfährst du mehr dazu.

Dankbarkeit ist eine Kraft. […] Man erkennt und anerkennt, dass das Leben auf allen Ebenen viel zu schenken hat.
– Sabine Dankbar + Monika Homann (Das Dankbar Prinzip)

Dankbarkeit als höflicher Reflex

Ich sage oft danke.
Genauso wichtig ist mir, dass andere „danke“ und „bitte“ beherrschen.
Die Autorinnen des Buchs „Das Dankbar Prinzip“ nennen das einen „höflichen Reflex“ – und ehrlichgesagt hat mich das kalt erwischt. Denn sie haben recht. „Danke sagen“ ist für mich meist eine reine Reflexhandlung.
Danke für den Kugelschreiber.
Danke, dass du mir hilfst.
Danke für das Essen.
Danke, dass du die Rechnung übernimmst.

Selten spüre ich richtige, tiefe, ehrliche Dankbarkeit, die man z.B. erfährt, wenn einem Jemand buchstäblich den Arsch gerettet hat.
Wie steht’s mit dir?

Mir geht es gut weil ich dankbar bin

Warum überhaupt bewusst dankbar sein? Weil du dir damit Gutes tust. Und ich bin stark dafür, dass sowas Ansporn genug ist! (auch, wenn ich da selbst noch kein Vorbild bin. *hust* Sport… *hust*)

Dankbarkeit…

  • hilft dir, besser mit Stress umzugehen
  • verringert deine Selbstzweifel
  • lässt dich liebevoller mit dir selbst und mit Anderen sein
  • schenkt dir Zufriedenheit und sorgt dafür, dass du glücklich bist, mit dem was du hast
  • gibt dir eine optimistischere Einstellung

Den Autorinnen nach gibt es drei Problemzonen, die bei uns Unzufriedenheit auslösen:

  1. die vielen Möglichkeiten, aus denen wir heutzutage wählen können
  2. der Vergleich mit Anderen
  3. der Druck, immer besser sein zu müssen

Um diese Faktoren zu überwinden und Dankbarkeit zu praktizieren geht am besten in Verbindung mit zwei weiteren, wesentlichen Dingen:

Dankbarkeit und Achtsamkeit

In der Dankbarkeit nimmt Achtsamkeit einen großen Platz ein. Das eine existiert ohne das andere nicht.
Wie sollst du erkennen, wofür du dankbar sein kannst, wenn du dich nicht achtsam damit auseinandersetzt?
Macht Sinn? Macht Sinn.

Je dankbarer du bist, desto achtsamer wirst du sein – und umgekehrt.
Durch die daraus entstehende bessere Selbstwahrnehmung nimmst du auch das Lenkrad deines Lebens wieder in die Hand.

Ein achtsames Gedankenexperiment

In „Das Dankbar Prinzip“ schlagen die Autorinnen vor, einen ganzen Tag lang achtsam dankbar zu sein.
Das klingt erstmal sehr unspektakulär, ich weiß.

Tatsächlich ist es eine ganz schöne Challenge. Du nimmst dir damit nämlich vor, genaustens auf dich und deine Umgebung zu achten und alles aufzunehmen, wodurch sich in dir ein Gefühl der Dankbarkeit einstellt.

Tipp: Notiere dir am besten jede Situation direkt oder tippe sie in dein Handy! Sonst kann es sein, dass du am Abend die Hälfte vergessen hast. Gerade bei den „kleinen Dankbarkeiten“ (das Wetter, das du am liebsten magst; ein Plausch beim Bäcker am Morgen, usw.) passiert das häufig.

Ich habe es gestern ausprobiert; an einem Montag, den ich vertretungsweise ins Büro musste und – sorry – in Gedanken schon wieder kotzen musste.
Schon Mittags war ich überrascht, wie viele Dinge ich in meine Gratitude-Liste aufnehmen konnte (klicke hier, um meine Liste anzusehen).

Wie wär es also morgen mit deiner eigenen achtsamen Dankbarkeits-Tag?

Dankbarkeit erlernen mit dem Buch Das Dankbar Prinzip von Sabine Dankbar und Monika Homann

Dankbarkeit und Wertschätzung

Um dankbar sein zu können, müssen wir wertschätzen, was wir haben.
Um den Wert von etwas zu schätzen zu lernen, müssen wir dankbar dafür sein.

Aber was mache ich, wenn ich unverschuldet in eine Situation komme, die ich nicht ändern kann (Arbeitslosigkeit, Krankheit, Todesfall)?
Wie kann ich eine richtig miese Situation denn überhaupt wertschätzen?

Etwas Wertzuschätzen bedeutet

  • ihm einen Wert beizumessen
  • ihm einen Stellenwert/eine Bedeutung zu geben
  • einen Sinn darin zu sehen
  • einen Nutzen daraus ziehe

… und letztlich Dankbarkeit für den Lerneffekt empfinden kann.

Dazu eine kleine Geschichte:

Frisch nach der Ausbildung angestellt, durfte ich einen Bereich übernehmen, der es in sich hatte.
Ich organisierte Helfer für durch Krankheit oder Todesfälle in Not geratene Landwirts-Familien – eine Art Nachbarschaftshilfe.
Verantwortung war gefragt und ich war stolz, dass meine Vorgesetzten mir das zutrauten.

… Die Arbeit machte mich fertig.

Zum Einen hatte ich täglich mit dem Leid der Menschen zu tun; musste weindene Mütter am Telefon trösten und verzweifelte Söhne beruhigen.
Zum Anderen stand mir zwar ein Pool an Helfern zur Verfügung, doch da diese freiwillig arbeiteten, konnten sie einen Job einfach ablehnen. So stand ich täglich vor dem Problem, zu viele Bedürftige und zu wenig Hilfe vermitteln zu können. Und sag das mal einer Familie, in der die Ehefrau viel zu jung gestorben ist und drei kleine Kinder ihre Mutter verloren haben.

Mir ging das alles so dermaßen nahe. Ich konnte nicht mehr schlafen, weil ich Angst hatte, von den Menschen und ihren Schicksalen träumen zu müssen – und von meinem eigenen Versagen, ihnen nicht helfen zu können.
Wertschätzen? Konnte ich an meiner Arbeit gar nichts mehr, auch die kleinen Erfolge und dankbaren Anrufe nicht mehr.

Irgendwann bekam ich Bauchschmerzen, die nicht mehr aufhören wollten. Ein fieses Ziehen, das keine Wärmflasche, keine Medikamente lindern konnten. Über Wochen hinweg.
Als ich endlich zum Arzt ging und dieser mich abtastete, war die erste Frage: „Was arbeiten Sie?

Es war krass.
Im Nachhinein denke ich mir: Sowas kann man einer 19-jährigen ohne irgendeiner Art von psychologischer Ausbildung nicht aufhalsen – schon alleine der Familien wegen.

Den Rest der Woche ließ ich mich krankschreiben.
Anschließend bat ich meinen Chef um ein Gespräch und… fing direkt zu heulen an.

Was er daraufhin tat, werde ich nie vergessen: Er bedankte sich bei mir. Erklärte, dass meine Arbeit so wertvoll für die Familien war. Ob ich das denn nicht selbst sehen könnte?

Damals konnte ich das nicht.

Normalerweise erzähle ich das niemandem. Nur, was ich gearbeitet habe und dass es „heftig“ war, ja. Aber wir sind ja hier quasi unter uns. 😉
Ich hielt mich lange für schwach, weil ich diese Situationen so nah an mich heran ließ.

Jetzt erkenne ich langsam, dass ich dankbar für diese Erfahrung sein kann – und was ich getan habe, wirklich wertvoll war.

So lernst du, dankbarer zu sein

Die 3 schönsten Übungen aus Das Dankbar Prinzip

Change it, love it or leave it

Mein absoluter Favorit aus „Das Dankbar Prinzip“ ist das Konzept „Change it, love it or leave it“.
Erfunden von Henry Ford, ist es ein geniales Tool, um Entscheidungen zu treffen, mit Altlasten umzugehen oder mögliche Veränderungen einzuleiten.

Ändere es, liebe es oder lass es sein

Wenn du mit einem Bereich in deinem Leben nicht zufrieden bist (Beispiel: Job), dann

  • Ändere es (= ändere etwas an der Situation, z.B. indem du mit deinem Arbeitgeber sprichst und nach möglichen Optionen zur Verbesserung deiner Lage suchst)
  • Liebe es (= akzeptiere, wie es ist und bleibe dabei)
  • Lass es (= ziehe einen Schlusstrich, z.B. indem du deinen Job kündigst)

Ich selbst habe dieses Prinzip schon seit längerem unbewusst in mein Leben eingebaut. Im Rahmen meiner Aufschieberitis habe ich reinen Tisch mit meinen „To-Do-Listen“-Leichen gemacht und alles von der To-Do-Liste gestrichen, das mich eigentlich nicht (mehr) interessiert. Damit lebt es sich leichter!

Zehn Finger der Dankbarkeit

10 Dinge aufzuzählen ist schwer!
Versuch trotzdem, Finger für Finger abzuzählen. Du wirst überrascht sein, dass dir am Ende doch für jeden Finger ein Punkt eingefallen ist.
Ich habe mir angewöhnt, diese Übung immer vor dem Schlafengehen in Kombination mit meinem Dankbarkeits-Journal zu machen.
Erst zähle ich die zehn Punkte auf, dann notiere ich sie.

Verwandle eine Klage in etwas Konstruktives

„Mein Leben ist scheiße!“
„Dieser Job geht mir so auf die Nerven!

Was machen solche Klagen mit uns? Sie rauben Energie, verankern sich im Kopf und ziehen uns runter.
Denn das Problem wird nicht gelöst, sondern macht nur unsere Stimmung schlechter.
Das Buch liefert hier eine effektive Übung:

Wenn du das nächste Mal merkst, dass du dich über etwas beschweren musst, probiere doch mal den Weg des konstruktiven Klagens:

1. Klage! Beschwer dich!

Formuliere deine Klage in einem prägnanten Satz. (Du darfst dich hier auch ruhig auskotzen!)

2. Halte dagegen!

Überlege dir fünf konstruktive Äußerungen, die der Klage den Wind aus den Segeln nehmen und beschreiben, warum du damals so entschieden hast/warum deine Situation eben gerade so ist, wie sie ist. Finde etwas Gutes daran!

3. Bedanke dich!

Egal wie beschissen die Ausgangssituation ist – bedanke dich. Sei es nur für die Erfahrung, für die Lehre; für das, was du später daraus ziehen wirst.

Das kann zum Beispiel so aussehen:
Klage: Dieser Job geht mir so auf die Nerven und ist eine reine Zeitverschwendung!

Fünf konstruktive Äußerungen*:

  1. „Momentan ist meine Selbstständigkeit noch nicht so weit, dass ich sie hauptberuflich führen könnte. Deshalb muss ich mir mit diesem Job etwas dazuverdienen.“
  2. „Einige Kollegen sind im Urlaub und ich muss sie vertreten, weshalb eine Mehrbelastung herrscht. Das Ende der Vertretungszeit ist aber absehbar.“
  3. „Ich werde mich trotzdem reinhängen und die Arbeit so gut es geht ausführen, damit die Anderen nicht vor einem übervollen Schreibtisch stehen, wenn sie wiederkommen.“
  4. „Diese Arbeit ist nicht von Dauer; in einem halben Jahr läuft der Vertrag sowieso aus.“
  5. „Selbst, wenn es in der Arbeit heute stressig ist. Dann freue ich mich auf heute Abend und werde mich meinen Projekten widmen anstatt vor der Glotze zu landen.“

*Du musst diese Sätze nicht so ausführlich formulieren, wie ich das hier gemacht habe.

Dankbarkeit zeigen: „Ich bin dankbar, dass ich die Stelle damals angenommen habe und mir damit ein festes Einkommen sichere, das mich reisen und an meinen persönlichen Projekten arbeiten lässt.

In meinem Gastbeitrag bei Doris Pia Höbinger stelle ich noch eine weitere Dankbarkeits-Methode vor: Das Gratitude-Journal.

 
Dankbarkeit ist ein so umfangreiches Thema – wir kratzen heute nur an der Oberfläche. Dennoch trägt ein regelmäßiges Bewusstmachen all dessen, wozu wir „danke“ sagen können, wesentlich zu einer positiveren Einstellung bei. Das merke ich immer wieder.
 
Wo wünscht du dir mehr Dankbarkeit?
Und wofür bist du heute dankbar?
 

Bist du dankbar?
 

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Kill them with kindness – oder: Mach dich unbeliebt und glücklich

Mach dich unbeliebt und glücklich und nimm dir vom Leben, was du willst - Buch und Workbook von Diana Dreeßen

Ach, Sie schon wieder.

… sind das nicht die Worte, die du an einem Dienstagmorgen hören willst?

Ich auch nicht.

Ausgesprochen hat sie dieser überaus sympathische Mann – vermutlich ein Vertreter – der zum dritten Mal in zwei Wochen im Büro auftauchte und meine Chefin sprechen wollte.
„Sie ist im Urlaub.“, erklärte ich ihm schon damals.

Der Mann aber regte sich furchtbar auf und unterstellte mir, zu lügen.
Auf mein „Erklären Sie mir doch, worum es geht oder lassen Sie eine Visitenkarte da. Dann kann ich es weitergeben und Frau XXX meldet sich bei Ihnen, sobald sie wieder da ist.“
Das wollte er nicht – warum auch immer.

… In solchen Momenten bin ich die Ruhe in Person.
Je lauter mein Gegenüber wird, desto breiter wird mein freundliches Lächeln.

Aber dieser Kerl trieb es mit seinem erneuten Besuch auf die Spitze.
Er ging auf nichts ein, wollte nichts preisgeben und warf mir stattdessen ein „Wie soll jemand wie Sie mir helfen können?“

Und da platzte zum ersten Mal der Knoten in mir.

Mit erhobener Stimme teilte ich ihm mit, dass er mit so einem Niveau auf der Stelle das Büro verlassen soll. Das Gespräch war für mich beendet.

… Und tatsächlich. Ohne ein weiteres Wort verließ er daraufhin das Büro.

Glaub mir, danach zitterten meine Hände wie blöd und das Herz pochte mir bis zum Hals!
Selbst meine Kollegen waren überrascht – das waren sie von mir nicht gewöhnt.

Be kind…

In meinen Beitragsentwürfen gammelt schon seit 2015 ein Text über’s Nett sein vor sich her.
Immer mal wieder schrieb ich daran, aber… irgendetwas fehlte.

Weißt du, ich war schon immer die Nette.
Als Kind brachte es mich voran. Als Erwachsene iebenfalls.
Aueßerdem – bin ich gerne nett.

Gerade im Arbeitsalltag kristallisiert sich aber immer deutlicher heraus: Nettigkeit reicht nicht.
Es heißt: Beiß dich durch, sei dreist – so kommst du weiter!

Oft ärgere ich mich über Leute, die für ihre Dreistigkeit und Unverfrorenheit auch noch belohnt werden.
Du kennst das bestimmt:
Der Vordrängler an der Supermarktkasse, der dich halb umrennt, um nach vorne zu kommen.
Der Autofahrer, der sich im Kreisverkehr schnell vor dir hinein quetscht, wodurch du eine Vollbremsung machst und dein Herz ebenfalls.
Die Designerin, die viel mehr Aufträge bekommt als du, weil sie in jedem Gespräch erwähnt, was sie macht.

Ich für meinen Teil will mich aber nicht aufdrängen und nicht unhöflich sein.
Also bin ich nett und warte, bis ich an der Reihe bin. Denn ich will auf meine Art vorwärts kommen.
Zumindest war das immer meine feste Überzeugung.

Inzwischen frage ich mich, ob Nett sein nicht auch eine Grenze erreichen kann. Nämlich die, an der du nicht mehr weiterkommst, und härtere Geschütze auffahren musst. Worte oder gar Ellenbogen.

Mach dich unbeliebt und glücklich – und nimm dir vom Leben was du willst

Was meine doch sehr naive Einstellung ins Wanken gebracht hat?
Das Buch „Mach dich unbeliebt und glücklich – und nimm dir vom Leben was du willst“ von Diana Dreeßen.*

Mach dich unbeliebt und glücklich und nimm dir vom Leben, was du willst

Die Autorin beschreibt ein spannendes Konzept: Du magst vielleicht nicht überall beliebt sein, aber du bist glücklich und lebst dein Leben so, wie du es willst.

Und Diana Dreeßen hat es wahr gemacht: Nachdem sie jahrelang an der Frankfurter Börse arbeitete, folgte sie fast 20 Jahre später endlich ihrer Berufung und wurde Managementtrainerin.

Wir können unser Leben nur dadurch verändern, dass wir uns selbst verändern. Wenn wir selbst anders denken und handeln, müssen auch die Menschen um uns herum anders mit uns umgehen.

So einfach gesagt, so schwierig umzusetzen.

Etwas, das du als Kind von deinen Eltern beigebracht oder vorgelebt bekommst; das sich zehn, 20, 30 Jahre lang in deinem Bewusstsein verankert hat, kannst du nicht einfach so ablegen.

Diana Dreeßen nennt die Hauptursache für dieses Verhalten – und erklärt, wie man sie überwinden kann.

Die Harmoniefalle

Neulich schrieb ich noch über die Perfektionismus-Falle – nun haben wir die nächste Falle, aus der man sich ähnlich schwer befreien kann.

Wie wichtig ist es dir, dass du beliebt bist und von anderen als „nett“ beschrieben wirst?
Wie viel Wert legst du darauf, wie andere dich wahrnehmen?

Dahinter stecken meist Selbstzweifel.
„Ich habe Angst, etwas falsch zu machen.“
„Ich will mit Niemandem streiten.“
„Was werden die Anderen denken, wenn ich keine Antwort weiß?“

Wenn du lieber schweigst, anstatt ein unangenehmes Thema anzusprechen, machst du dir vermutlich genau um solche Fragen Gedanken. Willkommen in der Harmoniefalle.

Diana Dreeßen bringt es auf den Punkt:

Wer nichts sagt, spielt nicht mit.

Das heißt, es kann sich lohnen, einfach zu fragen und deine Wünsche und Bedürfnisse auszuformulieren.

… but don’t take no bullshit

Das Kontroverse an diesem Buch – und zugleich der Kern: Wenn du glücklich sein willst, wirst du immer wieder anecken.
Die große Frage ist: Nimmst du das in Kauf, oder bist du lieber allseits beliebt, aber unglücklich?

Ging dein erster Gedanke auch lautstark in die Richtung „Klar will ich glücklich sein, egal, was die Anderen denken!“?
Meiner natürlich auch.
Aber ich habe lange Zeit lieber selbst zurückgesteckt, als jemanden vor den Kopf zu stoßen oder mich gar unbeliebt zu machen.

Meinen Geburtstag im März beispielsweise verbrachte ich im Ausland.
Du kannst dir nicht vorstellen, wie viel Gejammer es Vorab von allen Seiten deswegen gab:
Ist dir deine Familie denn gar nicht wichtig?
Das kannst du doch den Leuten nicht antun, die dir gratulieren wollen!

… doch, kann ich. Tat ich. Und hatte eine fantastische Zeit.

Glaub mir, früher hätte ich die Reise verschoben. Nicht meinetwegen. Sondern, weil Andere (Familie/Verwandte/Freunde/Kollegen) es von mir erwarteten.

Warum es sich und Anderen nicht leichter machen und von vorneherein das tun, was man selbst will?

Und hier ging es nur um einen Geburtstag.

Vielleicht hast du angeeckt; manche vor den Kopf gestoßen, aber das Gemecker kannst du ausblenden. Wirklich.
Klar, gewisse Dinge im Leben haben wir nicht in der Hand: Krankheiten, Todesfälle, Arbeitslosigkeit.

Dennoch bin ich der Meinung; ein Abenteuer, eine außergewöhnliche Erfahrung – oder einfach nur ein gutes Gefühl im Bauch – ist so viel mehr wert, als Andere zufriedenzustellen.

Was ist wichtiger als dein eigenes Glück?

Ja, das Glück deiner Lieblingsmenschen ist wichtig; soll es sein.
Aber sieh es einmal so: Wenn du unglücklich bist, wie sollst du jemand anderen happy machen?
Genauso liegt diesen Menschen auch DEIN Glück am Herzen!
Du bist glücklich, sie sind glücklich – eine Win-Win-Situation. 🙂

Be nice but take no bullshit.

So eine Einstellung legt man sich natürlich nicht von heute auf morgen zu.
In „Mach dich unbeliebt und glücklich“ nennt Diana Dreeßen die „Sieben Schlüssel“ als nützliches Werkzeug.

Die Sieben Schlüssel

Ich reiße sie hier nur kurz an, sonst müsste ich den Rahmen nur noch mehr sprengen.
Wenn du Fragen dazu hast, stell sie gerne in den Kommentaren oder per Mail – oder lies das Buch!

1. Dein persönlicher Kompetenzraum

Dein Kompetenzraum ist quasi ein imaginärer Raum, an dem du all deine Fähigkeiten, Talente und Erfolge sammelst und dir so für Tage voller Selbstzweifel einen Ort schaffst, an dem du neue Kraft schöpfen kannst.

2. Lass Altes los und fang an, an dich zu glauben!

Um ein neues Selbstbewusstsein aufzubauen, musst du dich vom Altem trennen. Egal, ob das Denkmuster, Glaubenssätze oder sogar Menschen sind.
Einfach ist das nicht.

Diana Dreeßen schlägt da eine ungewöhnliche, aber sehr effektive Methode vor: Den Container.
Stell dir doch mal vor, ein riesiger Container würde vor deinem Haus stehen und nur darauf warten, dass du dein Leben entrümpelst.
In diesen packst du

  • deine Ängste (a la „Warum tue ich dieses und jenes nicht? Was könnte schief gehen?“)
  • deine Glaubenssätze (Dinge, die du schon von Klein auf so beigebracht bekommen hast, wie z.B. „Ich muss immer nett und bescheiden sein, damit ich gemocht werde“ oder „Arbeit darf keinen Spaß machen“)
  • deine Werte (wie stehst du zu Geld, zu Arbeit, zu Pünktlichkeit, usw. und vorallem: Sind diese Werte für dich noch aktuell?)
  • deine mögliche übertriebene Harmoniesucht (das soll dir verdeutlichen, was ich oben schon angesprochen habe: Viele Menschen kommen durch Dreistigkeit weiter und die Netten gucken blöd aus der Wäsche – es gilt, ein richtiges Maß zu finden)
  • deinen Perfektionismus (Musst du wirklich perfekt sein? Bist du nicht schon gut so, wie du bist?)

Loslassen fällt fast jedem schwer. Es wird eine also Weile dauern, bis du deinen Container voll gemacht hast und ihn abholen lassen kannst.

Ich mache solche Loslassens-Übungen übrigens immer ganz symbolisch. Dazu male ich einen Mülleimer (oder in diesem Fall einen Sperrmüllcontainer) auf ein Blatt Papier, „befülle“ ihn mit all dem, was ich „entsorgen“ will und werfe das Blatt dann tatsächlich in den Abfall. Das befreit!

Mach dich unbeliebt und glücklich und nimm dir vom Leben, was du willst. Buch und Workbook von Diana Dreeßen

3. Lerne, dich durchzusetzen!

Kennst du deine Ziele?
Wie Diana Dreeßen schreibt:

Wenn man keine Ahnung hat, wofür es sich lohnt zu kämpfen, dann ist es schwer, sich aus seinen alten Verhaltensmustern herauszubewegen.

Um dich durchsetzen zu können, musst du also wissen, warum du es tust!
Wenn du z.B. genau weißt, dass du den Anforderungen dieses neuen Jobs gerecht werden kannst, macht dich das automatisch viel selbstbewusster, als wenn du dir insgeheim nicht sicher bist, ob du es packst.
Wird dich das Wissen, dass auch dein nerviger Kollege mit dieser neuen Stelle liebäugelt, anstacheln oder gibst du direkt auf?

Begegne anderen möglichst immer mit Wohlwollen. So wie ich das in meinem Beispiel zu Beginn gemacht habe: Die ersten beiden Male war ich immer freundlich zu dem Vertreter und auch beim letzten Mal versuchte ich nach bestem Gewissen, zu helfen.

Eigentlich ist es ganz einfach: Hast du ein Ziel vor Augen, belasse es genau da: Immer im Blickfeld! Lass dich nicht vom Weg abbringen (Umwege sind okay!) und mach keine Kompromisse.
Du kannst nur das beeinflussen, was du selbst in Bewegung setzt!

4. Du bist mehr, als du denkst: Deine Rollen und Facetten

Wir Menschen ordnen uns gegenseitig zu gerne in bestimmte Rollen ein. Die graue Maus. Die falsche Schlange. Die Süße. Der Choleriker.
Gut möglich, dass auch du so eine Rolle eingenommen hast – egal, ob das von dir oder von anderen ausging.
Du kannst diese Rolle jedoch steuern. Wir alle sind so facettenreich und gerade wenn man sich neu kennenlernt, setzt sich schnell ein Bild fest, das einen bestimmten Typ darstellt und nicht die vielen verschiedenen Facetten.
So sage ich, dass ich die Nette bin. Für Franzi bin ich aber die „coole Sau aus München“. Schon ein gewisser Unterschied, nicht wahr?

Lass dich nicht in eine Rolle drängen, die dir gar nicht oder nur zum Teil entspricht!
Entscheide dich stattdessen für den Part, der du gerne sein willst und zeige das! Träumen ausdrücklich erlaubt! 🙂

5. Bereite dir Strategien für schwierige Situationen vor

Hast du es, Präsentationen oder Referate vor Publikum zu halten?
Ein gutes Bild willst du aber trotzdem abgeben, nicht wahr? Sehr wahrscheinlich hat jemand sein Vertrauen in dich gesetzt und zu kneifen wäre noch wesentlich schlimmer (… finde ich zumindest, ich trage allerdings gerne vor).

Da gibt es nur eine Lösung: Bereite dich bestmöglich darauf vor!
Übe, teste, lerne auswendig. Hab einen Plan B (und C und D) für den Notfall vorbereitet. Einen zweiten Stick mit der Präsentation, weil der erste nicht funktioniert. Oder jemanden, der für dich einspringt. You get the idea.

Ich lege mir z.B. für schwierige Telefonate immer ein Script bereit, an das ich mich, so gut es geht, halte. Das gibt mir Sicherheit und sorgt dafür, dass ich die Aufgabe eher durchziehe als völlig unvorbereitet mit dem Anruf konfrontiert zu werden.

Außerdem stelle ich mir immer vor, wie ich etwas schaffe. Das zu lernen, hat lange gedauert. Anfangs dachte ich wirklich, ich würde mich damit selbst belügen.
Mittlerweile denke ich automatisch an das bestmögliche Ergebnis – und an das Schlimmste, das passieren kannn… und das meist gar nicht so schlimm ist, wie ich meine.

6. Wo stehst du – deine Positionierung im Leben

Manchmal reicht eine Entscheidung aus, um alles über den Haufen zu werfen.
Wir haben gewisse Erwartungen, andere Menschen in unserem Umfeld ebenfalls. Manchmal decken sich diese Erwartungen, oft tun sie es nicht. Und von allen Seiten folgen gute Ratschläge und Vorwürfe.
Eins ist sicher: Dabei kristallisiert sich heraus, wer deine wahren Freunde sind und an dich glaubt.
Und selbst wenn keiner an dich glaubt, dann kannst du das doch wenigstens tun, oder?

Gib dir ruhig die Erlaubnis, das zu tun, was du willst (mehr dazu gleich) und setze dir Prioritäten!

7. Erkenne, was du willst und was nicht

Oder: Mach’s wie Pippi Langstrumpf! Sie ist sich sicher, dass sie jeder Herausforderung gewachsen ist und kein Sturm bringt ihre Einstellung ins Wanken – und wenn doch, macht sie das Beste daraus.
Was hindert dich daran, genauso zu leben wie Pippi; mit unerschütterlichem Willen und einem Ziel vor Augen? Denn findet, dass du es verdient hast, deine Träume zu leben – und das sehe ich ganz genauso.
Was macht dich glücklich? Wofür brennst du?

Diana Dreeßen schlägt in ihrem Buch vor, einen „Film“ zu drehen.
Lege dir dazu wieder ein Blatt Papier bereit und notiere alle Wünsche, die dir einfallen.
Denke dann an die „Schauspieler“; alle Personen, die in deinem Film vorkommen sollen. Selbes Spiel mit den „Drehorten“. Wo spielt der Film deines Lebens? Wo willst du leben? Wie fühlst du dich dabei?
All das verbindest du jetzt miteinander und „drehst“ die einzelnen Szenen. Das kannst du durch Schreiben, malen oder tatsächliches filmen machen.

Was das ganze bringt?
Du programmierst dein Unterbewusstsein damit auf etwas, das wirklich passiert. Es hält den Film für richtig und wird alles daran setzen, ihn auch wahr zu machen.

Mehr über das Buch + Gewinnspiel

Meine liebste Botschaft aus dem Buch ist ZENtreasures pur:

Du darfst dir erlauben, deiner Berufung zu folgen und an deinen Zielen zu arbeiten!
Du musst glücklich werden. Es ist dein Leben.

„Mach dich unbeliebt und glücklich“ ist keine steife Theorie, sondern ein Mitmach-Buch. Eins, wo du dir Stift und Notizbuch bereit legst – oder den Textmarker, wenn du lieber direkt im statt mit dem Buch arbeitest.

Die Aufmachung hat mir sofort gefallen: immer wieder pink hervorgehobene Überschriften und… Kakteen!

Außerdem mag ich die Art, wie Diana Dreeßen mit den Lesern spricht. Modern, offen, persönlich und mit jeder Menge Beispielen aus ihrer Coaching-Praxis.

Passend dazu hat der Verlag Ende 2016 ein Workbook herausgebracht.

Mach dich unbeliebt und glücklich und nimm dir vom Leben, was du willst. Buch und Workbook von Diana Dreeßen width=

Durchsetzen leicht gemacht – so werden Sie in 7 Schritten unbesiegbar!*
ist ein Intensivtraining voller Übungen, Listen und Fragebögen daher, die helfen, sich selbst und sein Verhalten besser kennenzulernen.
Es ist kein Muss, denn alles Wesentliche lernst du über das Buch.
Wenn dir aber „Adult Homework“ genauso viel Spaß macht wie mir, solltest du dir das Workbook holen.

Suchst du allerdings etwas, das du an zwei, drei Abenden abhaken kannst, ist dieses Training nichts für dich.
Hier geht es nicht um ein paar Vokabel-Übungen zum Auswendig lernen, sondern um Persönlichkeitsentwicklung. Das Ziel ist, etwas, das du im wahrscheinlichsten Fall schon seit Jahrzehnten aufgebaut hast, dauerhaft zu verändern.

Mir gingen viele Übungen leicht von der Hand (z.B. das Aufzählen der eigenen Talente und Fähigkeiten).
An anderen wiederum habe ich mir den Kopf zerbrochen, keine Lösung gefunden (oder nicht finden wollen) … und das Workbook zwei Wochen lang nicht mehr angerührt (z.B. die Rollen und den Perspektivenwechsel).

Die Aufgaben erfordern viel Ehrlichkeit mit sich selbst!

Mach dich unbeliebt und glücklich und nimm dir vom Leben, was du willst

Infos zum Buch

Mach dich unbeliebt und glücklich… und nimm dir vom Leben, was du willst!
Erschienen 2014 im dtv Verlag. Neuauflage 2016.
ISBN: 978-3-423-26050-3
237 Seiten, broschiert

Bei Amazon kaufen: Buch* || kindle Version* || Workbook*

PS: Ich freue mich, wenn du mich über die Affiliate Links hier unterstützt (das bedeutet keine Extrakosten für dich)! 🙂

Win win win!

Eine/n von euch darf ich nun glücklich (und mich beliebt ;-)) machen: Ich verlose ein Set aus Buch und Workbook!

Mach dich unbeliebt und glücklich und nimm dir vom Leben, was du willst.

Die Bücher sind neu; ich habe sie nur verwendet, um die Fotos für diesen Beitrag zu schießen.

Beides wurde mir kosten- und bedingungslos vom dtv Verlag zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank an die liebe Laura für den netten Kontakt!

Das Gewinnspiel wurde beendet und Fou wurde als Gewinnerin ausgelost!

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Unbeliebt und glücklich… oder beliebt und dafür unglücklich? Wie stehst du zu dieser Thematik?
Kennst du das Buch?
 

Mach dich unbeliebt und glücklich und nimm dir vom Leben, was du willst. Ein Plädoyer für's auch mal nicht Nett sein!
 

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Über Reinhold Messners und mein Leben am Limit (Buchreview)

Buchreview Reinhold Messner - Mein Leben am Limit

Der heutige Beitrag ist etwas anders als du es sonst von mir kennst.

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich die Berge eigentlich so liebe.
Deshalb erzähle ich heute ein wenig aus meiner Kindheit – und stelle dir die Biographie eines Südtirolers, den ich ganz besonders schätze, vor.
Die Blogparade #meinBergbuch von Himmel die Berge hat den perfekten Anlass gegeben, über dieses Herzensthema zu sprechen. Eben ganz #meinBergbuch.

Woher meine Liebe zu den Bergen kommt

Klein-Chrissi war schon mit 5 Jahren dafür bekannt, die Berge rauf und runter zu laufen.

Als Bauernhof-Kind war ich jedes Jahr auf der Alm, um unsere Jungrinder zur „Sommerfrische“ bringen. Immer lief ich den Anderen voraus, kraxelte überall herum und verbrachte später sogar meine Ferien auf einer Alm.
… Letzteres war allerdings eine einmalige Sache. In meiner Fantasie sah ich mich jeden Tag in der Sonne liegen und bräunen und ein Buch nach dem Anderen lesen.
Die Realität sah etwas anders aus: Um 5:30 Uhr aufstehen, Stall vorbereiten, Rinder suchen gehen und auf Vollständigkeit durchzählen, den ganzen Tag Wanderer bedienen, nachmittags wieder Rinder zählen, Stallarbeit – und abends um 10 halbtot ins Bett fallen. Braungebrannt war ich nach diesen zwei Wochen allerdings wirklich. 🙂

Mein Papa erzählt noch heute ganz stolz die Geschichte, wie ich – noch nicht einmal ein Schulkind – stundenlang bei der Suche nach unseren Tieren half.
Die Jungrinder waren ausgebüxt und Maria, die Sennerin der Alm, total verzweifelt deswegen. Nachdem sie den ganzen Tag erfolglos gesucht hatte und ein Gewitter nahte (und ein Gewitter in den Bergen möchtest du nicht mitmachen!), zogen sie und mein Papa nochmal los. Die Rinder sich selbst überlassen kam nicht in Frage.
Die Familie sollte in der Almhütte auf ihre Rückkehr warten. Aber ich – ich wollte mitgehen.
Und das durfte ich.

Zu dritt streiften wir durch mir völlig unbekanntes Almgebiet, abseits von Wegen, durch Wälder und Moore.
Ich erinnere mich dunkel an hüfthohes, braunes Gras mit Morastlöchern dazwischen, bei denen mein Papa mich hochnehmen musste, weil ich sonst eingesunken wäre.
Außerdem ist es in meiner Erinnerung schwülheiß, mit einem seltsamen gelblichen Licht; überall zirpte es, während der Himmel dunkelgrau wurde.

Nicht der optimalste Zeitpunkt für eine Wanderung ohne Ziel.

Buchreview Reinhold Messner - Mein Leben am Limit

Drei Stunden waren wir unterwegs, bis wir die Rinder schließlich fanden; alle unversehrt.
Das Gewitter erreichte uns glücklicherweise erst auf dem Rückweg und so kamen wir völlig durchnässt wieder an der Hütte an.

Aber auch in den folgenden Jahren habe ich die Berge nie aus den Augen verloren.
Wie du vielleicht weißt, gehe ich regelmäßig wandern (momentan ist mein Instagram Account zwar voller Island-Fotos, aber normalerweise poste ich dort meine Berg-Bilder.). Ein riesen Pluspunkt ist, dass ich sehr nahe an den Alpen lebe – ich muss quasi nur umfallen, und habe schon diverse Wanderwege vor mir. (Gut, das ist eeetwas übertrieben ;-).
Für 2017 habe ich mir die bisher größte Herausforderung vorgenommen – eine Alpenüberquerung. Von Bayern über Tirol nach Italien; eine Woche lang.
Um so eine Wanderung zu packen, muss ich aber noch trainieren, was sich zuzugebenermaßen durch meine vielen Reisen verzögert.
Wenn es soweit ist, erzähle ich hier aber sicher davon. 🙂

Das Südtirol-Trauma – und was Reinhold Messner damit zu hat

Abgesehen von den Tagen in den Bergen ging mein einziger Urlaub als Kind/Jugendliche nach Südtirol. Jedes Jahr zur gleichen Zeit in den gleichen Ort; in dieselbe Unterkunft.

Mit 14 hatte ich es statt und streikte. Südtirol war blöd.

Und Reinhold Messner? Der – als gebürtiger Südtiroler – auch. Grundsätzlich.

Blöd von mir, so voreilige Schlüsse zu ziehen, immerhin war er von Klein auf ein Bergfex – wie ich.

Denn 10 Jahre später hörte ich von seinen Messner Mountain Museum Konzept. Und war Feuer und Flamme. Museen über die Berge und den Alpinismus; in alten Burgen, in Gletschern oder in Stein gehauen – das musste ich sehen!
So kam ich 2015 wieder nach Südtirol, besuchte eins seiner Museen… und war fortan sein Fan. 🙂

Ich entschuldige mich im aller Form bei allen Südtirolern – ihr habt es wunderschön und… im Sommer komme ich wieder!

Im selben Jahr habe ich Reinhold Messner dann zum ersten Mal im Rahmen seiner „Über-Leben“-Tour live gesehen.
Er redete zu schnell, wirkte irgendwie kantig und so, als würde er überall auf der Welt lieber sein als auf diesem Podest… Aber halleluja! Wie dieser Mann über Berge sprach – als seien sie eine Geliebte.
Und diese Geliebte schätzt er, ist um ihr Wohlergehen besorgt und manchmal auch ein wenig egoistisch ihr gegenüber.

#meinBergbuch:
Reinhold Messner – Mein Leben am Limit

Buchreview Reinhold Messner - Mein Leben am Limit

Reinhold Messner - Mein Leben am Limit
Reinhold Messner – Mein Leben am Limit:
Untertitel: Eine Autobiographie in Gesprächen mit Thomas Hüetlin
Erschienen 2004 im Piper Verlag. Neuauflage 2014.
ISBN 978-3-492-24535-7

Bei Amazon kaufen: Taschenbuchausgabe* kindle ebook*
PS: Ich freue mich, wenn du mich über die Affiliate Links hier unterstützt (das gibt keine Extrakosten für dich) – aber noch mehr freut sich dein lokaler Buchhändler, bei dem du das Buch mit Sicherheit auch kaufen oder zumindest bestellen kannst. 🙂

Über das Buch

23 Stunden sind Journalist Thomas Hüetlin und sein Interviewpartner Reinhold Messner angeblich zusammengesessen. 23 Stunden, in denen fast 60 Jahre eines Lebens abgehandelt werden. Eine Biographie in Dialog-Form – kann das funktionieren?
Ich bin normalerweise kein Fan davon, aber gerade durch den Dialog liest es sich auch an den unangenehmen Stellen relativ leicht und ich fühlte mich durchweg unterhalten.

Kurze Abschnitte erzählt Messner in der Ich-Form.

Thomas Hüetlin stellt kluge Fragen; hinterfragt und bringt schonungslos auf den Punkt.
Messners Antworten fallen dadurch manchmal etwas schroff aus – aber das ist einfach seine Art.

Und darum geht es in „Mein Leben am Limit“

Um Messners Leben.
Von seiner Kindheit über erste Klettertouren mit dem Vater, den Brüdern; Höhentouren in den Himalaya, und unzählige Rekorde und Erstbesteigungen.
Ungeschönt wird auch die Geschichte um den Tod seines jüngeren Bruders Günther besprochen – nach 40 Jahren ist das noch immer ein kontroverses Thema. (Viele – auch damalige Weg- und Wandergefährten, unterstellen Reinhold, dass er seinen Bruder aus Geltungssucht am Nanga Parbat zurückließ, wo dieser dann umkam. Ich persönlich glaube ihm, dass das nicht der Hintergrund war.)
Selbst als Dialog sind seine Erinnerungen an diese extreme Zeit absolut mitreißend. Mich fror es quasi instinktiv, obwohl ich beim Lesen in der Sonne saß…

Doch – so banal es klingt – das Leben geht weiter und so erzählt Reinhold Messner auch über die Zeit danach; über Kritik an seiner Person und Rechtfertigungen; über folgende Touren, seine Zeit im EU-Parlament und neue Wege in die Wüste und in Gletscherhöhlen, und über den zweiten großen Traum – den von seinen schon angesprochenen Alpin-Museen.

Diese sind ein wahrer Schatz für Bergfreunde. Ich war damals im Messner Mountain Museum Firmian bei Bozen und völlig geplättet. Einen halben Tag verbrachte ich dort und träume mich seither immer wieder hin.

„Mein Leben am Limit“ habe ich übrigens dort gekauft. Die Verkäuferin fragte, ob ich nicht ein signiertes Exemplar wollte – wollte ich! Bis heute ist es ein ganz besonderes Souvenir für mich.

Man muss Reinhold Messner nicht mögen.
Aber: Dieser Mann sprüht einfach vor Liebe und Ehrfurcht zu den Bergen, sodass mir immer wieder die Emotionen durchgehen, wenn ich ihn reden höre – oder eben lese.
Weil ich seine Ansichten absolut nachvollziehen kann.

Buchreview Reinhold Messner - Mein Leben am Limit

3 Lebensweisheiten, die du von Reinhold Messner lernen kannst

Wie oft habe ich mir gesagt: Es ist genug! Trotzdem, Wochen später, wenn die Anstrengung, die Sorgen, die Schinderei vergessen waren, begann ich von einer neuen Herausforderung zu träumen; eine neue Klettertour zu planen.

Dieser Mann lebt seine Passion mit allem, was er hat.
Ich kann das nachvollziehen. Wie steht es mit dir?

Natürlich sind wir keine Kletterer (oder bist du einer? Dann hast du meinen höchten Respekt!), aber ich kenne solche Situationen. Wie oft verfluche ich Photoshop lautstark, weil mir ein Webdesign nicht so gelingen will, wie ich es mir vorstelle. Ich werde erst sauer, später beleidigt und schalte den PC schließlich drei Tage lang nicht mehr an.
Bis… die Lust zurück kommt; die Muse sich wieder zeigt. Und ich setze ich wieder ran und es läuft und ich liebe Photoshop und die ganze Welt……

Nach meinem Verständnis ähnelt Reinhold Messners Beschreibung dem, was auch Liz Gilbert in „Big Magic“ thematisiert: Wir haben diese Leidenschaft in uns und sie will raus – egal, wie sehr wir uns dagegen sträuben.

Was ist deine absolute Leidenschaft? Wobei fühlst du diesen immer wiederkehrenden Ansporn?

Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich versäume mein Leben. Indem ich mit allem guten Willen versuchte, meinen Ingenieur zu machen, zwang ich mich zu etwas, was ich nicht wollte.

Obwohl Messner die 60er Jahre beschreibt, ist dieses Thema so aktuell.
Wir würden gerne unseren Träumen folgen und doch drängen uns die Umstände so oft in ein anderes Leben. Das mag okay sein; manchmal aushaltbar – aber der Gedanke, sein Leben nicht vollständig und selbstbestimmt zu leben, bleibt.

Egal, wohin dich andere treiben, egal, was sie für Erwartungen an dich haben – am Ende wirst du dem Ruf deines Traumes hören und ihm folgen können.
Jeder hat eine Berufung. Für mich eine schöne Vorstellung!

Wann waren Sie zuletzt glücklich? – […] Glück. Ich sehne es nicht ständig herbei. Und wenn ich keins habe, schaffe ich es mir an.

Ich mag die Einstellung, die Herr Messner zu Glück hat. Er sagt nichts anderes aus, als dass wir für unser Glück selbst verantwortlich sind (auch, wenn wir uns das oft nicht zutrauen oder gar nicht vorstellen können).
Im weiteren Gespräch zählt er übrigens auf, was Glück für ihn bedeutet: Ein toller Satz, der beim Schreiben entstand. Ein Glas Wein mit guten Freunden. Spielende Kinder. Ein Waldspaziergang. Neue Ideen.

Zu vorhersehbar? Vielleicht.
Aber ich finde, alles, was glücklich macht, zählt. Egal wie unbedeutend es für jemand anderen sein mag.

Was ist Glück für dich?

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Vielleicht hat dich dieser Beitrag glücklich gemacht? Mich auf jeden Fall.
Und ich hoffe, Ruth ist glücklich mit all den Einsendungen für ihre Blogparade.

PS: Apropos Blogparade: Hast du Lust bei meiner mitzumachen?

Bei mir sind es die Berge – welche Leidenschaft hast du und warum? 

Buchreview Reinhold Messner - Mein Leben am Limit
 

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Big Magic von Elizabeth Gilbert: Buchreview

Buchreview: Big Magic von Elizabeth Gilbert

Buchreview: Big Magic von Elizabeth Gilbert

Es gibt Bücher, die bewirken was. Die bewirken wirklich was.

Elizabeth Gilbert war mir zuvor zwar ein Begriff, jedoch hatte ich keines ihrer Werke gelesen, auch nicht das hochgelobte „Eat, Pray, Love“.

Erst der Film dazu (den ich mir übrigens erst vor gut einem Jahr anschaute – Julia Roberts mag ich nämlich nicht besonders) hat mir die Autorin wieder ins Gedächtnis gerufen.
Denn der Film war – trotz seiner Hauptdarstellerin 😉 – wirklich schön.
Hattest du danach auch diese Aufbruchstimmung? Mir ging es jedenfalls so. Sachen packen, alle Zelte abbrechen und ab nach Bali.

So konnte ich jedenfalls gänzlich unvoreingenommen an „Big Magic“ herangehen.

Und – wow. Was Elizabeth Gilbert hier vollbringt, ist wortwörtlich Big Magic‘.

Kennst du das, wenn dich ein Buch so fesselt, dass du es gar nicht weglegen willst; nicht weglegen kannst – und schließlich ist es 2 Uhr morgens, als du es doch endlich zuklappst.
Das unangenehme „Ich will wissen, wie’s weitergeht!“-Gefühl? Das bleibt.

Big Magic ist nicht so.

Ich habe das Buch meist in meiner 30-minütigen Mittagspause gelesen, Häppchen für Häppchen.
Zwar bin ich ein schneller Leser; mehr als ein paar Kapitel schaffte ich in dieser Zeit trotzdem nicht.
Das machte aber nichts.
Denn Big Magic lässt dich nie unbefriedigt zurück, im Gegenteil: Du fühlst dich inspiriert und irgendwie gut gelaunt.

Ich denke, das macht einerseits Liz Gilberts persönliche Schreibe; andererseits die Nachvollziehbarkeit der Themen. Denn eins ist sicher: Du wirst dich darin wiederfinden. Vielleicht nicht in jedem Kapitel; aber immer mal wieder.

Big Magic von Elizabeth Gilbert macht etwas mit dir

Es belebt.
Es rüttelt wach.
Es reisst mit.
Es nimmt dich an die Hand und schubst dich weg. Ganz sanft.

Ich für meinen Teil liebe Liz‘ Schreibstil jetzt schon. Sie zu lesen fühlt sich an, als würden wir uns gegenübersitzen und ein persönliches Gespräch führen.

Außerdem lernt man. Und damit meine ich jetzt nicht, wie in einem Sachbuch, mit dem du Fakten auswendig lernst.
Nein, du liest und denkst dir „Ja, das habe ich auch schon erlebt!“ und „Genauso ist es!“. Oder, das Geschriebene klärt plötzlich eine Frage in deinem Unterbewusstsein, die dir bisher so noch nicht klar war.

Was ich damit meine?
Lies jetzt meine 5 liebsten Learnings aus dem Buch und lasse dich inspirieren:

Big Magic von Elizabeth Gilbert - Buchreview

5 Dinge, die ich durch Big Magic gelernt habe

1. Jeder ist kreativ. JEDER.

„Zeichnen? Basteln? ICH? Ich bin überhaupt nicht kreativ.“
„Ach, für’s Schreiben bin ich viel zu untalentiert, deshalb versuche ich es gar nicht erst.“
„Aber ich kann das niiicht.

Schluss mit dem Gejammer und Ohren auf! Du bist kreativ.
Manche sind es mehr, weil sie schon lange an ihren Fähigkeiten feilen. Andere wissen vielleicht noch gar nicht, was sie können, weil sie es nie ausprobiert haben.
Fakt ist: Sag nicht mehr, du seist doch eh nicht kreativ. Denn du bist es. Wie Liz so schön sagt:

Wenn du am Leben bist, bist du ein kreativer Mensch.

Das mag ich besonders an diesem Buch. Es teilt seine Leser nicht in „kreativ“ und „nicht kreativ“ ein. Die Autorin glaubt ganz einfach daran, das in jedem von uns etwas Kreatives steckt und hey – ich tue es jetzt auch!

2. Kreativität muss raus!

Als kreativer Mensch kannst du nicht anders: Du musst entwerfen. Erstellen. Kreiieren.
Tust du es nicht, schlägt sich das auf deine Psyche und deine Gesundheit nieder. Kann ich definitiv unterstreichen.

Halte dich also nicht selbst davon ab, kreativ tätig zu werden.

Und wenn es nur 15 Minuten am Tag sind, in denen du an deiner Biografie weiterschreibst, mit dem Lernen einer neuen Nähtechnik verbringst oder dich an ein paar Doodles versuchst.
Hauptsache, du machst es. Denn Kreativität muss raus!

3. Es ist egal, was Andere sagen

Wenn die Leute nicht mögen, was du kreiierst, lächle und sag‘ ihnen, sie sollen ihre eigene „fucking“ art erstellen!

Eigentlich wissen wir alle, dass uns egal sein sollte, was Andere von uns denken.

Und doch ist das immer mein Hauptproblem, wenn ich kreativ für Andere tätig bin. Werden sie es mögen? Denken sie nicht, ich bin bescheuert/schlecht/total unfähig?
Ich habe zum Beispiel ein Faible für etwas morbidere Grafiken. Es ist quasi mein Markenzeichen. Wenn du eine Web-Collage mit einem anatomisches Herz oder einen Totenschädel drauf findest; verziert mit opulenten Blumen, ist es wahrscheinlich von mir. (… aber nicht hier auf ZENtreasures, keine Sorge. ;))
Das erste Mal, als ich sowas online gestellt habe, hatte ich wahnsinng Schiss, dass mich alle für verrückt halten.
Ja, manche Besucher schrieben, dass es nicht ihr Fall sei. Aber niemand sagte „Hör‘ bloß auf!“. Und das reichte mir, um weiterzumachen.

Feedback ist super, es motiviert uns oder regt uns zum Nachdenken an.

Aber letztlich müssen wir tun, was wir für richtig halten. Besonders, wenn unsere Muse es uns vorgibt.

Big Magic von Elizabeth Gilbert - Buchreview

4. Die Muse und du – Wie du Rückschläge mit Abstand betrachtest

Wer selbstständig arbeitet, ist zumeist auch auf sich selbst gestellt.
Ich designe alleine, programmiere alleine, führe alleine SEO-Recherchen durch, kümmere mich alleine um mein Marketing, usw.
Ich mache alles alleine. Im Normalfalls stört mich das auch nicht, schließlich habe ich mich ja bewusst dafür entschieden. Es macht mir sogar Spaß, alles alleine zu machen.

Das Problem an dieser Einstellung: Wenn ich es versaue, bin ich alleine eben auch dafür verantwortlich. Nicht gerade optimal, wenn man eigentlich sein Selbstvertrauen stärken will, oder?

Liz Gilbert hat hier einen interessanten Ansatz: Was ist, wenn es eine höhere Macht gibt, die uns mit Kreativität und Inspiration versorgt? Eine Muse, Feenstaub oder Magie?
Der Hintergrund ist dieser: Auf einmal sind wir nämlich nicht mehr alleine dafür verantwortlich, wenn es mal nicht läuft.

Findest du nicht auch, dass allein dieser Gedanke dir schon eine ordentliche Last von den Schultern nimmt?
Wir müssen nicht alles alleine hinkriegen und sind schon gar nicht für alles alleine verantwortlich. Und können dadurch viel freier kreativ sein.

5. Dranbleiben! Dranbleiben! Dranbleiben!

Es hilft halt alles nichts, wie mein Vater so schön sagt.
Du. Musst. Am. Ball. Bleiben.
Das gilt nicht nur für den kreativen Schaffensprozess, sondern auch für’s Italienisch lernen, deinen Blog oder den Minijob, den du eigentlich nicht magst, aber der dir Geld für deine Reisen bringt.
Mit deinem Hund gehst du ja auch immer raus – egal, ob die Sonne scheint, es nieselt oder dicke, weiße Flocken vom Himmel tanzen. Es ist in diesem Moment egal, was du willst. Der Hund möchte raus; muss raus.

Genau stelle ich mir das auch mit deiner Muse/deiner Kreativität vor. Diese eine Idee muss aus deinem Kopf; die Worte zu Papier gebracht oder der Ton verarbeitet werden – bevor er hart wird.

Big Magic von Elizabeth Gilbert - Buchreview

Big Magic von Elizabeth Gilbert
Big Magic von Elizabeth Gilbert, erschienen 2015, 320 Seiten

Big Magic bei Amazon: deutsch englisch kindle Version

Wenn du über die Amazon-Links etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Es müssen nicht einmal die Bücher sein; alles, was du über diesen Link gekauft hast, zählt.
Dich kostet das keinen Cent extra; für mich ist es aber ein kleines Zuckerl für die Arbeit an diesem Post und wird in Lesestoff für zukünftige Reviews oder Software für meine Selbstständigkeit investiert. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Wenn du dich in irgendeiner Form kreativ betätigst, ist „Big Magic“ ein Must-Read!

Oder kennst du das Buch schon? Wie findest du es?

Big Magic von Elizabeth Gilbert - Buchreview
 

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#ZenMorning 3: Miracle Morning von Hal Elrod Buchreview

Miracle Morning von Hal Elrod, Buchreview. #ZenMorning

#ZenMorning 3
Buchreview zu Hal Elrod’s „Miracle Morning“

Es gibt Bücher, die willst du unbedingt lesen – und sie hauen dich um. Und ich spreche hier nicht von „Das Lied von Eis und Feuer“, obwohl die auch ziiiemlich gut sind.

Es gibt Bücher, die willst du unbedingt lesen – und dann fängst du an und quälst dich und hast eigentlich gar keine Lust mehr, weiterzulesen… aber du tust es doch, denn du hast Geld dafür gezahlt. „Miracle Morning“ von Hal Elrod ist genau so eins.

Wow. Klingt absolut lesenswert, Chrissi. Erzähl bitte weiter. Nicht.

Warum dieses Buch tatsächlich hält, was es verspricht, liest du hier.

Miracle Morning von Hal Elrod, Buchreview. #ZenMorning

„Oh bitte nein.“ Der Einstieg

Der Einstieg: Ist „Weglegenswert“ ein anerkanntes Wort? Nein? Dann erschaffe ich es hiermit.
Denn die Leseprobe der ersten paar Seiten ist absolut weglegenswert.
Wir erfahren, das Hal, der Autor, schon mit Anfang 20 ein super erfolgreicher Sales Mitarbeiter war. Verdienst: 100k im Jahr. Locker.
Bis der Unfall kommt. Der schreckliche Unfall, den er gerade noch so überlebt – obwohl die Ärzte nicht dran glaubten.
Für ihn ist das einer dieser Momente, eine dieser „lifechanging experiences“, in denen Menschen nur zu gerne ihr Leben rigoros umkrempeln.
Völlig gesund. Gut gelaunt. Erfolgreich. (bzw. in Hal Elrod’s Fall noch erfolgreicher.) Ein besserer Mensch.

… Ich bekam wortwörtlich Schmerzen vom vielen Augen verdrehen. Klischee!

Es wurde nicht besser: Als Hal erzählte, wie er sein Programm „Miracle Morning“ entwickelte und wie hervorragend alles sofort klappte, war ich kurz davor, das Buch endgültig beiseite zu legen.
Etwas vornehmen und am nächsten Tag sofort durchziehen. Mhmmm.
Sein Leben von jetzt auf gleich ändern. Mhmmm.
Und doch habe ich mir das gesamte Buch noch gekauft.
Keine Ahnung, warum ich drangeblieben bin.

Jetzt wird es interessant: Die Hard Facts

Schau dir hier an, was der Autor Hal Elrod selbst dazu sagt:

On the one hand, we all want to be happy.
On the other hand, we all know the things that make us happy.
But we don’t do those things.
Why? Simple. We are too busy.
Too busy doing what? Too busy trying to be happy.
– Matthew Kelly

95% der US-Bewohner leben ein durchschnittliches Leben. Sind mal mehr, mal weniger zufrieden; wurschteln sich so durch den Tag und fragen sich, wann eigentlich ihre große Chance kommt.
Die kommt allerdings nicht. Nie.
Denn, so Elrod, diese Menschen (er)warten nur und tun nichts.

Die übrigen 5% sind die, die mehr wollen. Und dafür etwas tun. Es sind diese 5%, die raus aus dem Durchschnitt gekommen sind, weil sie an sich arbeiten und dabei sind, ihre Wünsche, Träume und Ziele zu erreichen.

Wir wollen doch alle zu diesen 5% gehören, nicht wahr?

Miracle Morning von Hal Elrod, Buchreview. #ZenMorning

Das Konzept des Miracle Morning soll aus uns solche Menschen machen.

Anfangs habe ich nicht verstanden, was eine Morgenroutine damit zu tun hat, seine Träume zu erfüllen, erfolgreich und sportlich zu werden und mehr Geld zu verdienen.
Inzwischen ist mir das „große Ganze“ klar. Für mich definiere ich das so: Die Morgenroutine hilft natürlich nicht, dich um 180 Grad zu wandeln. Aber du lernst, neue Gewohnheiten aufzubauen. Schenkst dir Zeit, die Dinge zu tun, die du gerne tust.
Und merkst, dass du es kannst – nämlich dein Leben zu verändern.

Your entire life changes the day that you decide you will no longer accept mediocrity for yourself.
– Hal Elrod

Das Life-S.A.V.E.R.S.-Prinzip

Für den Autor ist nicht nur die morgendliche Routine an sich wichtig, sondern auch das, was wir in dieser Zeit machen.
Dafür hat er sich ein cleveres Prinzip ausgedacht, dass er S.A.V.E.R.S. nennt.

Die S.A.V.E.R.S. sind kleine Rituale, die du in deinen Miracle Morning einbauen sollst kannst.


S – Silence Ruhe
A – Affirmations Affirmationen
V – Visualization Visualisierung
E – Exercise Sport
R – Reading Lesen
S – Scribe Schreiben

Hal Elrod’s S.A.V.E.R.S. kurz erklärt

S – Silence: Ruhe verschaffst du dir Meditation, durch Atemübungen, Beten – oder einfach aus dem Fenster schauen, das Handy und alle anderen Ablenkungen ganz weit weg. Wie lange du das machst, liegt ganz bei dir. Hal Elrod meditiert inzwischen 30 Minuten am Tag, aber selbst 2 Minuten konzentriertes Ein- und Ausatmen machen dich ruhiger und befreiter.

A – Affirmations: Gemeint sind damit positive Sätze und Worte, die du dir immer wieder vorsagst. Ob laut ausgesprochen oder in Gedanken spielt dabei keine Rolle. Ich sage die Affirmationen inzwischen laut vor mich her, es kostet aber ein wenig Überwindung.
Je öfter du positive Affirmationen aufsagst, umso mehr glaubt dein Unterbewusstsein daran, dass das wirklich so ist.
Sage Dinge wie „Ich verdiene es, dass sich meine Träume erfüllen.“ oder schlicht „Ich liebe mich.“
Mal ehrlich, wenn du dir nicht sagst, dass du eine Rakete bist, wer soll es sonst tun?

V – Visualization: Nachdem du dir selbst positive Worte zugesprochen hast, geht es ans Träume erfüllen. Mach es dir gemütlich, schließ die Augen und stelle dir vor, wie du endlich deine langersehnte Reise nach Bali antrittst. Oder wie du deinen Job kündigst, um endlich voll in die Selbstständigkeit zu gehen.
Was siehst du? Was fühlst du dabei? Wer ist bei dir?
Stelle dir die Situation Schritt für Schritt vor und spüre deinen Traum mit allen Sinnen! Glaub mir, du wirst dich automatisch besser fühlen.
Durch die Visualisierung deines idealen Lebens/der Erfüllung deiner Wünsche kommst du der wirklichen Erfüllung näher. Irgendwann wird es nämlich wahr.

E – Exercise: Bewege dich! Lauf eine Runde um den Block oder beginne deinen Tag mit einem Sonnengruß.
Der Vorteil, Sport schon in deine Morgenroutine einzubauen? Du hast für den Rest des Tages deine Ruhe.
Morgensport geht trotzdem gar nicht? Dann baue deine Sportroutine einfach in deinen Tag ein. Hal Elrod rät, zumindest ein paar Dehnübungen oder Yoga zu machen, um deinen Kreislauf in Schwung zu bringen.

R – Reading: Lesen bildet. Außerdem stärkt es unser Wohlbefinden und verbessert unser Sprachgeschick. Also schnapp dir diesen Roman, den du schon seit Wochen weiterlesen wolltest und lies ein paar Seiten daraus. Oder durchstöbere deine Lieblingszeitschrift (die schon seit Wochen auf deinem Couchtisch liegt, ähem) nach einem interessanten Artikel.
Von der allseits geliebten Tageszeitung würde ich übrigens abraten. Den Morgen mit lauter Negativschlagzeilen zu füllen, ist quasi reine Selbstsabotage. Wenn du auf die Zeitung nicht verzichten willst, filtere zumindest die Beiträge.

S – Scribe: Schreibe Tagebuch, kritzle ein wenig herum, tippe an deinem Roman weiter, verfasse eine Blogpost oder schreibe einer Freundin einen Brief. Oder versuche dich doch einmal an Morgenseiten!
Schreibe. Ob zwei Zeilen oder fünf Seiten; es geht nur darum, zu schreiben.
Entspannungseffekt? 10/10.

Ausführlichere Infos kannst du dir auch in Hals Podcast (englisch) anhören.

Miracle Morning von Hal Elrod, Buchreview. #ZenMorning

Simpel, variabel – gestalte deinen Miracle Morning

Die S.A.V.E.R.S. sind wirklich simpel, für jeden umsetzbar und lassen sich beliebig variieren. Und hey, sie funktionieren!

Ich kann Sport beispielsweise nicht ausstehen. Deshalb mache ich mein E gleich zu Beginn.
Anschließend wird noch ein wenig auf der Matte verweilt, für S, wo ich meditiere. A und V mache ich derzeit nicht täglich, sondern mal abwechselnd, mal direkt auf die Meditation folgend. Am liebsten sind mir guided Meditations, die Affirmationen oder Visualisierungsübungen enthalten. Diese oder diese höre ich sehr gerne.

Den Kanal der Honest Guys kann ich ohnehin nur empfehlen! Wenn du nichts gegen männliche Stimmen bei deiner Meditation hast, hör sie dir unbedingt einmal an!

Anschließend schreibe (S) ich meine Morgenseiten und lese (R) noch ein paar Minuten. Derzeit übrigens „The 4-hour Workweek“ von Tim Ferrissund den Fantasy-Roman „Die dreizehnte Fee: Erwachen“im Wechsel.

„Aber wir ham doch keine Zeit!“

Meine Morgenroutine benötigt ca. 70 Minuten.
Die hast du nicht?
Auch dafür hat Hal Elrod eine Methode entwickelt. Den 6-Minuten Miracle Morning.
Alle sechs S.A.V.E.R.S. in genau 6 Minuten abgehandelt und trotzdem einen fantastischen Morgen haben? Hier beschreibt er, wie.

Ich habe es noch nicht ausprobiert, stelle mir das Prinzip aber z.B. auf Reisen sehr praktisch vor.

Miracle Morning von Hal Elrod, Buchreview. #ZenMorninge

Was der Miracle Morning wirklich bringt? Ein Fazit.

Nach meiner anfänglichen Skepsis „Miracle Morning“ gegenüber, gebe ich zu: Das mit den „lifechanging experiences“ stimmt doch.
Es ist nur ein Buch und doch ist der Effekt auf mein Leben riesengroß.

Natürlich ist das nicht immer so. Es gibt Tage, da beginne ich drei Mal mit einer neuen Meditation, weil mir die vorherigen nicht gefallen wollten – und gebe dann doch genervt auf.
Manchmal reicht die Zeit nicht mehr zum Schreiben und ich ärgere mich darüber („Scribe“ ist mit Abstand mein Favorit unter den S.A.V.E.R.S.).

Aber: Der Miracle Morning bringt was. Ich bin morgens wesentlich besser gelaunt; happy, weil ich mich schon bewegt habe und sprudle vor Ideen.
Und das will ich in jedem Fall beibehalten.
Damit der nächste Tag wieder ein #ZenMorning wird.

—————————————-

'Miracle Morning' von Hal Elrod
Miracle Morning bei Amazon: englisch deutsch Kindle Version

Hal’s Website (hier gibt es auch zwei Gratis-Kapitel zum Reinlesen!)

Nachtrag 01.10.2016: Mittlerweile ist das Buch auf auf deutsch im Irisiana Verlag erschienen! Hier geht’s zu einem ausführlichen Special und unter diesem Link kostenloses Bonusmaterial sowie Hal’s „30 Tage zum Miracle Morning“-Kurs. Damit gibt es keine Ausreden mehr! 😉

Wenn du über die Amazon-Links etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision dafür. Es müssen nicht einmal die Bücher sein; alles, was du über diesen Link gekauft hast, zählt. Dich kostet das keinen Cent extra; für mich ist es aber ein kleines Zuckerl für die Arbeit an diesem Post und wird in Lesestoff für zukünftige Reviews oder Software für meine Selbstständigkeit investiert. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Wie findest du das Prinzip des Miracle Morning nach Hal Elrod?
Was davon praktizierst du selbst, was nicht? Erzähl‘ mir in den Kommentaren davon und vergiss nicht, das Bild unten bei Pinterest zu teilen, wenn du möchtest! 🙂

Du bist auf den Geschack gekommen? Dann geht es hier und hier zu meinen früheren #ZenMorning-Beiträgen.
 

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