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Wie Dankbarkeit entsteht – Das Dankbar Prinzip (Buchreview)

Dankbarkeit erlernen mit dem Buch "Das Dankbar Prinzip" von Sabine Dankbar und Monika Homann

Wann warst du zuletzt richtig dankbar?
Und damit meine ich nicht, dass du „Danke“ zum Kellner sagst, der dir die Rechnung bringt. Das setze ich voraus.

Hast du jemandem eine Freude gemacht oder ein Lieblingsmensch hat dir etwas Gutes getan?
Hast du inne gehalten und darüber nachgedacht, wofür du in deinem Leben eigentlich dankbar sein kannst?

Wenn du jetzt die Stirn runzelst – I feel you.
Dankbarkeit war für mich nie relevant. Natürlich habe ich mich brav überall bedankt, aber weiter darüber nachgedacht…?

Natürlich kannst du von heute auf morgen entscheiden, dankbarer zu werden. Und das ist der erste Schritt.
Aber: Dankbarkeit ist eine Einstellung, die Übung bedarf; bewusst und regelmäßig praktiziert werden muss.
Dankbarkeit kann man lernen.

Mein Begleiter auf dieser Reise ist das Buch Das Dankbar-Prinzip: Kraft und Gelassenheit im Alltag finden* von Sabine Dankbar und Monika Homann. Der PATMOS Verlag hat es mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt, weil ich das Thema interessant fand, aber gleichzeitig selbst so wenig über „Dankbarkeit“ wusste, als dass ich dir hier einen fundierten Beitrag hätte zaubern können. Danke! (Und da haben wir es ja schon, das „danke“! ;-))

Dankbarkeit erlernen mit dem Buch Das Dankbar Prinzip von Sabine Dankbar und Monika Homann
Das Dankbar-Prinzip von Sabine Dankbar & Monika Homann. // Affiliate-Link. Hier erfährst du mehr dazu.

Dankbarkeit ist eine Kraft. […] Man erkennt und anerkennt, dass das Leben auf allen Ebenen viel zu schenken hat.
– Sabine Dankbar + Monika Homann (Das Dankbar Prinzip)

Dankbarkeit als höflicher Reflex

Ich sage oft danke.
Genauso wichtig ist mir, dass andere „danke“ und „bitte“ beherrschen.
Die Autorinnen des Buchs „Das Dankbar Prinzip“ nennen das einen „höflichen Reflex“ – und ehrlichgesagt hat mich das kalt erwischt. Denn sie haben recht. „Danke sagen“ ist für mich meist eine reine Reflexhandlung.
Danke für den Kugelschreiber.
Danke, dass du mir hilfst.
Danke für das Essen.
Danke, dass du die Rechnung übernimmst.

Selten spüre ich richtige, tiefe, ehrliche Dankbarkeit, die man z.B. erfährt, wenn einem Jemand buchstäblich den Arsch gerettet hat.
Wie steht’s mit dir?

Mir geht es gut weil ich dankbar bin

Warum überhaupt bewusst dankbar sein? Weil du dir damit Gutes tust. Und ich bin stark dafür, dass sowas Ansporn genug ist! (auch, wenn ich da selbst noch kein Vorbild bin. *hust* Sport… *hust*)

Dankbarkeit…

  • hilft dir, besser mit Stress umzugehen
  • verringert deine Selbstzweifel
  • lässt dich liebevoller mit dir selbst und mit Anderen sein
  • schenkt dir Zufriedenheit und sorgt dafür, dass du glücklich bist, mit dem was du hast
  • gibt dir eine optimistischere Einstellung

Den Autorinnen nach gibt es drei Problemzonen, die bei uns Unzufriedenheit auslösen:

  1. die vielen Möglichkeiten, aus denen wir heutzutage wählen können
  2. der Vergleich mit Anderen
  3. der Druck, immer besser sein zu müssen

Um diese Faktoren zu überwinden und Dankbarkeit zu praktizieren geht am besten in Verbindung mit zwei weiteren, wesentlichen Dingen:

Dankbarkeit und Achtsamkeit

In der Dankbarkeit nimmt Achtsamkeit einen großen Platz ein. Das eine existiert ohne das andere nicht.
Wie sollst du erkennen, wofür du dankbar sein kannst, wenn du dich nicht achtsam damit auseinandersetzt?
Macht Sinn? Macht Sinn.

Je dankbarer du bist, desto achtsamer wirst du sein – und umgekehrt.
Durch die daraus entstehende bessere Selbstwahrnehmung nimmst du auch das Lenkrad deines Lebens wieder in die Hand.

Ein achtsames Gedankenexperiment

In „Das Dankbar Prinzip“ schlagen die Autorinnen vor, einen ganzen Tag lang achtsam dankbar zu sein.
Das klingt erstmal sehr unspektakulär, ich weiß.

Tatsächlich ist es eine ganz schöne Challenge. Du nimmst dir damit nämlich vor, genaustens auf dich und deine Umgebung zu achten und alles aufzunehmen, wodurch sich in dir ein Gefühl der Dankbarkeit einstellt.

Tipp: Notiere dir am besten jede Situation direkt oder tippe sie in dein Handy! Sonst kann es sein, dass du am Abend die Hälfte vergessen hast. Gerade bei den „kleinen Dankbarkeiten“ (das Wetter, das du am liebsten magst; ein Plausch beim Bäcker am Morgen, usw.) passiert das häufig.

Ich habe es gestern ausprobiert; an einem Montag, den ich vertretungsweise ins Büro musste und – sorry – in Gedanken schon wieder kotzen musste.
Schon Mittags war ich überrascht, wie viele Dinge ich in meine Gratitude-Liste aufnehmen konnte (klicke hier, um meine Liste anzusehen).

Wie wär es also morgen mit deiner eigenen achtsamen Dankbarkeits-Tag?

Dankbarkeit erlernen mit dem Buch Das Dankbar Prinzip von Sabine Dankbar und Monika Homann

Dankbarkeit und Wertschätzung

Um dankbar sein zu können, müssen wir wertschätzen, was wir haben.
Um den Wert von etwas zu schätzen zu lernen, müssen wir dankbar dafür sein.

Aber was mache ich, wenn ich unverschuldet in eine Situation komme, die ich nicht ändern kann (Arbeitslosigkeit, Krankheit, Todesfall)?
Wie kann ich eine richtig miese Situation denn überhaupt wertschätzen?

Etwas Wertzuschätzen bedeutet

  • ihm einen Wert beizumessen
  • ihm einen Stellenwert/eine Bedeutung zu geben
  • einen Sinn darin zu sehen
  • einen Nutzen daraus ziehe

… und letztlich Dankbarkeit für den Lerneffekt empfinden kann.

Dazu eine kleine Geschichte:

Frisch nach der Ausbildung angestellt, durfte ich einen Bereich übernehmen, der es in sich hatte.
Ich organisierte Helfer für durch Krankheit oder Todesfälle in Not geratene Landwirts-Familien – eine Art Nachbarschaftshilfe.
Verantwortung war gefragt und ich war stolz, dass meine Vorgesetzten mir das zutrauten.

… Die Arbeit machte mich fertig.

Zum Einen hatte ich täglich mit dem Leid der Menschen zu tun; musste weindene Mütter am Telefon trösten und verzweifelte Söhne beruhigen.
Zum Anderen stand mir zwar ein Pool an Helfern zur Verfügung, doch da diese freiwillig arbeiteten, konnten sie einen Job einfach ablehnen. So stand ich täglich vor dem Problem, zu viele Bedürftige und zu wenig Hilfe vermitteln zu können. Und sag das mal einer Familie, in der die Ehefrau viel zu jung gestorben ist und drei kleine Kinder ihre Mutter verloren haben.

Mir ging das alles so dermaßen nahe. Ich konnte nicht mehr schlafen, weil ich Angst hatte, von den Menschen und ihren Schicksalen träumen zu müssen – und von meinem eigenen Versagen, ihnen nicht helfen zu können.
Wertschätzen? Konnte ich an meiner Arbeit gar nichts mehr, auch die kleinen Erfolge und dankbaren Anrufe nicht mehr.

Irgendwann bekam ich Bauchschmerzen, die nicht mehr aufhören wollten. Ein fieses Ziehen, das keine Wärmflasche, keine Medikamente lindern konnten. Über Wochen hinweg.
Als ich endlich zum Arzt ging und dieser mich abtastete, war die erste Frage: „Was arbeiten Sie?

Es war krass.
Im Nachhinein denke ich mir: Sowas kann man einer 19-jährigen ohne irgendeiner Art von psychologischer Ausbildung nicht aufhalsen – schon alleine der Familien wegen.

Den Rest der Woche ließ ich mich krankschreiben.
Anschließend bat ich meinen Chef um ein Gespräch und… fing direkt zu heulen an.

Was er daraufhin tat, werde ich nie vergessen: Er bedankte sich bei mir. Erklärte, dass meine Arbeit so wertvoll für die Familien war. Ob ich das denn nicht selbst sehen könnte?

Damals konnte ich das nicht.

Normalerweise erzähle ich das niemandem. Nur, was ich gearbeitet habe und dass es „heftig“ war, ja. Aber wir sind ja hier quasi unter uns. 😉
Ich hielt mich lange für schwach, weil ich diese Situationen so nah an mich heran ließ.

Jetzt erkenne ich langsam, dass ich dankbar für diese Erfahrung sein kann – und was ich getan habe, wirklich wertvoll war.

So lernst du, dankbarer zu sein

Die 3 schönsten Übungen aus Das Dankbar Prinzip

Change it, love it or leave it

Mein absoluter Favorit aus „Das Dankbar Prinzip“ ist das Konzept „Change it, love it or leave it“.
Erfunden von Henry Ford, ist es ein geniales Tool, um Entscheidungen zu treffen, mit Altlasten umzugehen oder mögliche Veränderungen einzuleiten.

Ändere es, liebe es oder lass es sein

Wenn du mit einem Bereich in deinem Leben nicht zufrieden bist (Beispiel: Job), dann

  • Ändere es (= ändere etwas an der Situation, z.B. indem du mit deinem Arbeitgeber sprichst und nach möglichen Optionen zur Verbesserung deiner Lage suchst)
  • Liebe es (= akzeptiere, wie es ist und bleibe dabei)
  • Lass es (= ziehe einen Schlusstrich, z.B. indem du deinen Job kündigst)

Ich selbst habe dieses Prinzip schon seit längerem unbewusst in mein Leben eingebaut. Im Rahmen meiner Aufschieberitis habe ich reinen Tisch mit meinen „To-Do-Listen“-Leichen gemacht und alles von der To-Do-Liste gestrichen, das mich eigentlich nicht (mehr) interessiert. Damit lebt es sich leichter!

Zehn Finger der Dankbarkeit

10 Dinge aufzuzählen ist schwer!
Versuch trotzdem, Finger für Finger abzuzählen. Du wirst überrascht sein, dass dir am Ende doch für jeden Finger ein Punkt eingefallen ist.
Ich habe mir angewöhnt, diese Übung immer vor dem Schlafengehen in Kombination mit meinem Dankbarkeits-Journal zu machen.
Erst zähle ich die zehn Punkte auf, dann notiere ich sie.

Verwandle eine Klage in etwas Konstruktives

„Mein Leben ist scheiße!“
„Dieser Job geht mir so auf die Nerven!

Was machen solche Klagen mit uns? Sie rauben Energie, verankern sich im Kopf und ziehen uns runter.
Denn das Problem wird nicht gelöst, sondern macht nur unsere Stimmung schlechter.
Das Buch liefert hier eine effektive Übung:

Wenn du das nächste Mal merkst, dass du dich über etwas beschweren musst, probiere doch mal den Weg des konstruktiven Klagens:

1. Klage! Beschwer dich!

Formuliere deine Klage in einem prägnanten Satz. (Du darfst dich hier auch ruhig auskotzen!)

2. Halte dagegen!

Überlege dir fünf konstruktive Äußerungen, die der Klage den Wind aus den Segeln nehmen und beschreiben, warum du damals so entschieden hast/warum deine Situation eben gerade so ist, wie sie ist. Finde etwas Gutes daran!

3. Bedanke dich!

Egal wie beschissen die Ausgangssituation ist – bedanke dich. Sei es nur für die Erfahrung, für die Lehre; für das, was du später daraus ziehen wirst.

Das kann zum Beispiel so aussehen:
Klage: Dieser Job geht mir so auf die Nerven und ist eine reine Zeitverschwendung!

Fünf konstruktive Äußerungen*:

  1. „Momentan ist meine Selbstständigkeit noch nicht so weit, dass ich sie hauptberuflich führen könnte. Deshalb muss ich mir mit diesem Job etwas dazuverdienen.“
  2. „Einige Kollegen sind im Urlaub und ich muss sie vertreten, weshalb eine Mehrbelastung herrscht. Das Ende der Vertretungszeit ist aber absehbar.“
  3. „Ich werde mich trotzdem reinhängen und die Arbeit so gut es geht ausführen, damit die Anderen nicht vor einem übervollen Schreibtisch stehen, wenn sie wiederkommen.“
  4. „Diese Arbeit ist nicht von Dauer; in einem halben Jahr läuft der Vertrag sowieso aus.“
  5. „Selbst, wenn es in der Arbeit heute stressig ist. Dann freue ich mich auf heute Abend und werde mich meinen Projekten widmen anstatt vor der Glotze zu landen.“

*Du musst diese Sätze nicht so ausführlich formulieren, wie ich das hier gemacht habe.

Dankbarkeit zeigen: „Ich bin dankbar, dass ich die Stelle damals angenommen habe und mir damit ein festes Einkommen sichere, das mich reisen und an meinen persönlichen Projekten arbeiten lässt.

In meinem Gastbeitrag bei Doris Pia Höbinger stelle ich noch eine weitere Dankbarkeits-Methode vor: Das Gratitude-Journal.

 
Dankbarkeit ist ein so umfangreiches Thema – wir kratzen heute nur an der Oberfläche. Dennoch trägt ein regelmäßiges Bewusstmachen all dessen, wozu wir „danke“ sagen können, wesentlich zu einer positiveren Einstellung bei. Das merke ich immer wieder.
 
Wo wünscht du dir mehr Dankbarkeit?
Und wofür bist du heute dankbar?
 

Bist du dankbar?
 

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Yoga für Anfänger. Die 1. Yogastunde und warum ich drangeblieben bin

Yoga für Anfänger. Deshalb solltest du auch als Sportmuffel damit anfangen

Meine erste Yogastunde war peinlich. Peinlich und zugleich augenöffnend.

Selbst Yoga für Anfänger war für mich zu schwer.
Ich bin der totale Bewegungsmuffel. Kaum Kondition, null Dehnbarkeit, schlechter Gleichgewichtssinn. Der herabschauende Hund ging gerade noch, doch schon als es hieß „Und jetzt halten, haaalteeen!“, fingen Arme und Beine zu zittern an und ich war die Erste, die absetzen musste.

Bei den anderen Figuren lief ähnlich.

Immer wieder warf ich verstohlene Blicke in die Runde und merkte schnell: „Die halten alle länger durch als ich.“

Am Ende der Stunde verließ ich mit hochrotem Kopf den Raum und begriff vor lauter „Bestimmt halten mich alle für eine Versagerin!“ gar nicht, was diese 60 Minuten Yoga mit mir gemacht hatten.

Zurück am Schreibtisch merkte ich langsam, dass mein Körper von einer angenehmen Wärme erfüllt war. Ich fühlte mich zufrieden, leicht.
In der Nase einen letzten Duftrest des Massageöls auf meinem Nacken und ich war … tatsächlich tiefenentspannt.

Was ist Yoga eigentlich genau?

Da bin ich mal wieder mit der Tür ins Haus gefallen. 🙂

Alle Welt redet von Yoga, aber wusstest du, dass dieser „neue Trend“ eigentlich eine jahrtausende alte Lehre zur Selbstfindung ist?

Yoga wurde in Indien erfunden. Während wir es heute auf der ganzen Welt vorallem für unseren Körper und unser Wohlbefinden praktizieren, war Yoga damals dazu da, den Geist in Einklang und sich auf einen spirituellen Pfad zu bringen.
Durch die Kombination aus den Yogaroutinen, Asanas genannt; Atemübungen, Meditation, Entspannung und auch durch bewusste Ernährung, sollen sich unser Körper und Geist zu einer Einheit verbinden.

Innerhalb des Oberbegriffs „Yoga“ gibt es zahlreiche unterschiedliche Stile. Die bekanntesten bei uns sind:

  • Kundalini, eine energiegelandenere Form; fördert Körper und Geist
  • Sivananda (auch ‚Hatha‘), als ganzheitliche Yoga-Form; umfasst Körperstellungen, Atem- und Entspannungsübungen
  • Ashthanga oder Vinyasa, aus Hatha Yoga entstanden; eine modernere Form davon
  • Jivamukti, bei dem zu Musik geübt wird
  • Bikram, wo man bei 40° Raumtemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit trainiert

Etwas haben sie alle gemeinsam: Sie verwenden dieselben Asanas – 84 Haupt-Figuren gibt es. Nicht alle davon sind für jeden geeignet und man muss sie nicht alle beherrschen.

Yoga für Anfänger

Warum mir Yoga gut tut – und dir auch

Seien wir ehrlich. Seit ich erzähle, dass ich Yoga praktiziere, kamen die unterschiedlichsten Reaktionen:
„Zündet man sich da nicht Räucherstäbchen an und betet ‚Omm‘ vor sich her?“
„Yoga? Das ist doch sowas wie das Kamasutra, oder?“ (lol!)
„Bringt das was?“
„Das ist doch stinklangweilig. Warum gehst du nicht lieber joggen?“

Was macht Yoga denn eigentlich so attraktiv?
Es…

  • baut Stress ab
  • löst Verspannungen
  • stärkt deine Rückenmuskulatur / deine Muskulatur im Ganzen
  • macht deinen Körper beweglicher
  • ist für jedermann lernbar
  • fördert die Blutzirkulation
  • stärkt deinen Gleichgewichtssinn
  • gibt dir ein neues Körperbewusstsein
  • verbrennt Kalorien
  • schüttet Glückshormone aus

Klingt nicht schlecht, oder? 🙂
Aber lass uns das genauer ausführen.

1. Jeder kann mit Yoga anfangen

Yoga für Anfänger bedeutet genau das: Jeder kann mit Yoga anfangen.

Die Yoga-Lehrerin damals meinte zu mir:

Es kommt dir vielleicht noch nicht so vor, aber du kannst Yoga. Du hast einen Körper und atmest, also kannst du auch Yoga.

„Aber muss ich dafür nicht irgendwie… spirituell sein?

Nein.
Klar ist es hilfreich, wenn du eine gewisse Offenheit für Spiritualität mitbringst.
Aber das ist absolut kein Muss. Besonders die modernen Yoga-Formen wie Ashtanga, sind mehr auf den Bewegungs- und den Entspannungseffekt spezialisiert.

„Aber ich bin zu unsportlich, zu klein, zu dick, zu dünn, zu wenig gelenkig…“

Zu „irgendwas“ gibt es beim Yoga nicht.
Ich bin extrem ungelenkig und trotzdem sind die Übungen machbar für mich.

Es geht nicht darum, die Position auf die perfekte Weise darzustellen.
Vielmehr bist du frei, so weit zu gehen, wie du eben schaffst. Je nach körperlicher Verfassung.

Wie immer beim Sport, kommt auch beim Yoga die Beweglichkeit und der Fortschritt von allein. Du musst nur dranbleiben.

… Apropos!

2. Yoga ist auch Sport

Selbst, wenn du Yoga-Anfänger bist oder es noch gar nie ausprobiert hast: Yoga ist Sport!
Du bewegst deinen Körper, stärkst und dehnst ihn und tust ihm gut damit.

Gleichzeitig machst du deinen Körper flexibler und verbesserst deine Haltung. Dies kann sogar gegen Schmerzen helfen.

Ja, Yoga eignet sich auch, um Gewicht zu verlieren. Jedoch wirst du Geduld brauchen, wenn das dein Hauptziel ist. Die Ergebnisse auf der Waage sind gering und zeigen sich erst auf lange Sicht.

3. Yoga fördert dein Bewusstsein

Du kennst das vermutlich: Ständig kreisen deine Gedanken – über die Arbeit, Beziehungen, persönliche Bedürfnisse und Probleme… Zur Ruhe kommen? Fehlanzeige.
Das Ergebnis: Du fühlst dich ausgelaugt und kraftlos.

Eine regelmäßige Yogapraxis beruhigt deinen Geist und hilft dir, zu entspannen.
Es lässt dich achtsamer werden und deine Umgebung (wieder) wahrzunehmen.

Außerdem wirkt Yoga erfrischend und verschafft dir an stressigen Tagen neue Energie.

Log out. Shut down. Do Yoga.

Mit Yoga anfangen – so kannst du reinschnuppern

Ich praktiziere derzeit nur nach Youtube-Videos.
Das klappt wunderbar, jedoch empfehle ich dir, erst ein paar Stunden unter professioneller Anleitung in einem Studio zu nehmen.
Bei den Haltungen kann man viel falsch machen und es besteht verletzungsgefahr! Auch wenn ein Online-Lehrer die Übungen gut erklärt; lerne es lieber von Anfang an richtig.
Ein Yoga-Lehrer wird dich unterstützen; dir genau zeigen, wo und wie du eine Haltung auszuführen hast – und vorallem bemerkt er mögliche Haltungsfehler sofort.

Yoga bei Youtube

Wenn du schon ein wenig Erfahrung hast und von zuhause aus üben willst, hier meine Youtube-Empfehlungen:

Happy & Fit Yoga

Happy & Fit Yoga ist ein deutschsprachiger Kanal mit verschiedenen Yoga-Lehrerinnen.

Die Auswahl an Videos ist riesengroß und bunt gemischt. Ob für Anfänger, Fortgeschrittene; jemanden, der etwas für den Rücken tun will oder vorhat, für den Sommer seinen Körper zu straffen: Die Chancen stehen gut, dass du hier fündig wirst.

Meine liebste Trainerin ist Amiena – probier unbedingt mal ein Video mit ihr aus (z.B. dieses hier für mehr Flexibilität)! Ihre Art ist total angenehm (ich liebe ihre Stimme!) und sie erklärt und zeigt die Übungen auch für Anfänger verständlich.
(Mittlerweile ist sie nicht mehr bei Happy & Fit Yoga, sondern hat einen eigenen Youtube-Kanal, den du hier findest).

Yoga with Adriene (Englisch)

Wenn man bei Youtube nach „Yoga“ sucht, stößt man zwangsläufig auf Adrienes Mishlers Kanal. Sie ist sowas wie die Yoga-Koryphäe der Plattform und eine wahnsinnig angenehme Person. Man macht einfach gerne mit ihr zusammen Yoga. 🙂

Seit kurzem übe ich ihr „Yoga Revolution“-Programm. Dabei wird 31 Tage lang trainiert; jeder Tag steht unter einem bestimmten Thema und enthält ein Video.
Das Ziel: Ein Gefühl für Yoga zu bekommen, flexibler und stärker zu werden.
Ich bin erst bei Tag 6, aber: Selten sind 30 Minuten so schnell vergangen wie mit diesen Übungen!

Hier kannst du dich kostenlos anmelden und bekommst deinen Trainings-Plan.
Und hier geht es direkt zu der Youtube-Playlist mit 31 Videos.

Yoga TX (Englisch)

Ein bisschen mehr „low budget“, aber deswegen nicht weniger gut: Yoga TX.
Auch hier unterrichten verschiedene Yoginis. Meine Favoritin ist Cole Chance, weil auch sie eine sehr entspannte Art hat und die Asanas gut rüberbringt.

Yoga im Studio

Wenn du lieber einen richtigen Kurs besuchen willst, google doch mal nach Yogastudios in deiner Umgebung.
Viele größere Orte haben mittlerweile eines (sogar unser 4.500-Seelen-Dorf); Städte sowieso.
Es gibt zwar einige Studio-Finder, allerdings fand ich keinen davon wirklich hilfreich. Gib am besten das gute alte „Yoga PLZ Ort“ bei Google ein.

Oft werden kostenlose (oder zumindest vergünstigte) Schnupperstunden angeboten. Meiner Meinung reicht so eine Probestunde schon aus, um ein Gefühl zu bekommen: Gefällt mir das?

Wie läuft so eine Yoga-Stunde im Studio ab?

Ich kann natürlich nur von meinen Erfahrungen aus zwei verschiedenen Studios berichten, habe mir aber sagen lassen, dass der Ablauf überall ähnlich ist.

Eine Yogastunde dauert ein- bis anderthalb Stunden. Anfangen wird meist im Liegen (Rückenlage) mit Atem- und Meditationsübungen, um zur Ruhe zu kommen.
Anschließend beginnt die eigentliche Praxis: Die Trainerin leitet mit ruhiger Stimme durch die Asanas und hilft hier und da auch nach.
Die letzten 15 Minuten sind zum Runterkommen. Augen schließen, einfach daliegen. Mit Glück gibt es noch eine kurze Nackenmassage mit Aromaöl zu genießen. Mein persönlicher Lieblingspart. 😉

Das war nun ein grober Überblick über dieses riesengroße Thema Yoga, bzw. Yoga für Anfänger (schließlich bin ich selber noch Anfänger :)).
Ich werde sicher noch mehr darüber berichten (in Planung sind zum Beispiel ein Bericht über passende Ausrüstung und über Yoga-Übungen für die Morgenroutine).

Schreib mir doch bis dahin, ob du schon Yoga-Erfahrung hast oder vorhast, damit zu beginnen?

Winke, Winke! 

Yoga für Anfänger oder: Meine 1. Yogastunde und warum ich drangeblieben bin
 

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Was mir wirklich weitergeholfen hat: Meine Ressourcen

Was mir wirklich weitergeholfen hat: Meine Ressourcen-Liste- ZENtreasures.e

„Es muss sich was ändern“ war der auslösende Gedanke. Aber viele weitere Ressourcen – Menschen, Blogs und Bücher – haben mich ebenso inspiriert, unterstützt und beeindruckt und dafür gesorgt, dass ich mich jetzt auf dem Weg – meinem Weg – in Richtung Selbstverwirklichung befinde.

Hier findest du eine Übersicht all meiner Ressourcen. Ich kann sie dir alle uneingeschränkt weiterempfehlen.
Und wenn dich eins davon ebenso begeistert wie mich, lass es mich gerne wissen!

Diese Liste wird immer wieder aktualisiert.

Ressourcen Zentreasures Titelbild

Meine Ressourcen: Blogs und inspirierende Menschen

Lavendaire von Aileen Xu:
Aileen ist mittlerweile so etwas wie mein Spirit Animal geworden. 🙂 Ihre Videos sind schon visuell ein Traum, aber vorallem inhaltlich. Du kannst aus jedem einzelnen so viel mitnehmen! Manchmal sitze ich einfach nur da, einen Kloß im Hals und möchte sofort mein Leben ändern. Und dank ihr habe ich das immer wieder geschafft.
Video-Empfehlung: Do what makes you come alive

Um 180 Grad von Carina Hermann:
Carina ist digitale Nomadin und erfolgreiche Business-Inhaberin – und die Stimme, die mir (und dir) durch ihre Blogposts den oft gebrauchten Tritt in den Hintern gibt. Ihre Beiträge sind oft ungeschönt, ja, aber jedes Mal, wenn ich sie lese, kriege ich die Motivation, selbst loszulegen.
Post-Empfehlung: Wenn Dich Selbstzweifel am Anfangen hindern

byRegina von Regina Anaejionu:
Ein absolutes Vorbild und mein Favorit in Sachen Entrepreneurship. Zwar lässt sich nicht immer alles auch für deutsche/europäische Standarts umsetzen, aber das ist mir egal. Regina ist super cool, super hilfreich und super motivierend.
Post-Empfehlung: Be consistent and small. That’s how you win at business.

Planet Backpack von Conni Biesalski:
Für mich DER Blog zum Thema Digitales Nomadentum. Durch Conni bin ich überhaupt zum ersten Mal damit in Berührung gekommen und mag ihren Blog seither sehr. Ihr Schreibstil trifft immer genau da, wo er soll.
Post-Empfehlung: Ein offener Brief an alle, die noch nicht ihr geilstes Leben führen

Ellathebee:
Ellas Youtube-Kanal fand ich während einer ziemlichen Down-Phase, 2014 und seitdem begleitet und motiviert sie mich. Immer Sonntags gibt es den „Kaffeeklatsch“, wo schwierige Themen wie Selbstliebe oder Prokrastination bespricht und ihre Erfahrungen mit uns teilt. Mein Highlight sind aber ihre Planungs- und Organisations-Videos – die stecken an, glaub mir! 🙂
Video-Empfehlung: Neustart-Routine pt. 1, pt. 2

Meine Ressourcen: Weitere Lieblingsblogs

  • Jen Carrington (Ich mag ihre Beiträge unheimlich gerne, weil sie meistens mitten ins Herz treffen und mich wachrütteln)
  • So little time (Andreas Beiträge zum Thema Minimalismus/sich befreien sind großartig und haben mir schon extrem viel geholfen!)
  • MyMonk (Ein Wegweiser in Sachen Achtsamkeit und dem Verändern von alten Denkweisen. Sehr zu empfehlen ist auch Tims ebook 12 Gewohnheiten, die dein Leben verändern)
  • DariaDaria (Maddie bringt mich immer wieder dazu, meinen Konsum zu hinterfragen)

Meine Ressourcen: (Geführte) Meditationen bei Youtube

The Honest Guys:
Hier bin ich in erster Linie hängen geblieben, weil die Sprecherstimme so angenehm war. Herausragend sind aber vorallem die Themen ihrer geführten Meditationen. Da kann es durchaus passieren, dass du am Ende mit einem dicken Kloß im Hals zuhörst.
Lieblings-Meditationen: Morning Uplift || Positive Life Affirmations

Jason Stephenson:
Zwar macht er hauptsächlich „Sleep Music“, aber auch seine Meditationen sind sehr, sehr angenehm. Durch seine wunderbar ruhige Stimme bleibt man auch als Anfänger aufmerksam.
Lieblings-Meditationen: Surrender Meditation || Guided Meditation for Grounding

Meine Ressourcen: Bücher und ebooks

Big Magic – Elizabeth Gilbert:
Liz Gilbert teilt in ihrem Buch ihre Ansichten und Erfahrungen zum Thema Kreativität mit uns und mal ehrlich, ich habe selten etwas inspirierenderes gelesen; mich selten so in einem Buch wiedergefunden! Wenn du ein kreativer Mensch bist – und laut Miss Gilbert sind wir das alle! – ist „Big Magic“ ein Must-Read!
Klicke hier, um mehr über das Buch zu erfahren.
 
Miracle Morning – Hal Elrod:
Dieses Buch beschreibt eine Art der Morgenroutine, den „Miracle Morning“. Du lernst, neue Gewohnheiten aufzubauen und schenkst dir schon Morgens Zeit für die Dinge, die du gerne tust.
Den Einstieg fand ich eher abschreckend, aber das ganze Prinzip ist unheimlich hilfreich. Ohne hätte ich wohl nie meine Morgenroutine angefangen.
Hier geht es zu meiner ausführlichen Review.
 
Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen – Frank Berzbach:
Wer sich einen Einblick in die Psycho kreativer Menschen (einen ziemlich akkuraten, muss ich sagen!) wünscht, einen Anreiz zur Optimierung kreativer Arbeitsweisen sucht oder einfach optisch ansprechenden Lesestoff liebt, ist hiermit gut beraten!
 
 

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Achtsamkeitsritual: Tourist in der eigenen Heimat

Achtsamkeitsritual: Tourist in der eigenen Heimat
Edit: 29.10.2016
Tellyventure rief zu einer Blogparade auf und stellte die spannende Frage: „Was bedeutet ‚HEIMAT‘ für dich?“

Hast du dich schon mal gefragt, was Heimat wirklich für dich bedeutet? Wie sie sich anfühlt oder was du deinen Kindern später darüber erzählen wirst? Fragst du dich auch manchmal, woher du eigentlich kommst oder wo du Zuhause bist?

Da sich das hervorragend mit meinem Achtsamkeitsritual verbinden lässt, habe ich diesen Beitrag ergänzt. Viel Spaß beim Lesen!

Achtsamkeitsritual:
Tourist in der eigenen Heimat

Ich reise viel. Wandere noch viel mehr.
Aber meine direkte Umgebung kenne ich eigentlich gar nicht. Der Weg zum Bäcker läuft sich praktisch blind, auf meinen Arbeitsweg achte ich schon lange nicht mehr und fragt mich jemand, wo sich Straße X in meinem Ort befindet, weiß ich das im Normalfall nicht.

Meine Heimat ist so vielfältig, dass ich gar nicht dazu komme, sie genauer kennenzulernen.

Doch lass mich erst ein wenig ausholen…

Was bedeutet ‚Heimat‘ eigentlich?

„Ich ziehe in eine neue Heimat.“
„Dieses Land wird ab jetzt meine Heimat sein.“

Nach meiner Definition legen wir nicht irgendwann irgendwo fest: Das ist jetzt meine Heimat.

Für meine Mutter bedeutet Heimat etwas anderes als für mich.
Für sie ist es der Ort, an dem sie geboren und aufgewachsen ist, aber nicht der, an dem sie den Großteil ihres Lebens verbracht hat.

Für dich bedeutet Heimat vielleicht wieder etwas Anderes.

Das, was ich als ‚Heimat‘ bezeichne, ist weniger ein bestimmter Ort, denn ein Lebensraum, der das Gefühl von Freiheit in mir weckt.
Es ist das Wissen, meinen Tag selbst gestalten zu können, spontan umplanen zu dürfen und niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen.
Durchzuatmen.

Die Begriffe Heimat und Freiheit gehen Hand in Hand für mich.

Heimat ist…

Wo es Berge gibt, fühle ich mich zuhause.

Die Alpen; generell Berge sind für mich ein Synonym für Heimat. Ein jeder Gipfel macht mich ein Stückchen vollständiger; glücklicher.
Wo es Berge gibt, fühle ich mich zuhause. So einfach ist es.
(Ja, ich bin leicht zu begeistern. Setz‘ mir einen Berg vor die Füße, dann mag ich dich!)

Heimat ist aber noch viel mehr.

Heimat
… war das winzig kleine Apartment in Tokyo, in dem kaum mehr Platz hatte als zwei Futons.
… ist die Küche meiner Schwester, wo ein knisternder Ofen uns wärmt, während wir an selbstgemixten Cocktails nippen.
… war die erste Wohnung meiner Freundin in Köln, in der wir kaum Platz, aber trotzdem so viel Spaß hatten.
… genauso wie die Wohnung einer anderen Freundin in Berlin, bei deren Familie ich mich immer willkommen fühle.
… ist das Feld, das an den Hof meiner Eltern angrenzt und von einer einzigen, uralten Eiche geschmückt wird, unter der ich als Kind so oft saß.
… ist aber auch die Gegend, in der ich lebe – Oberbayern.

Die Liste ließe sich noch ewig weiterführen.

Vielleicht warst du bisher immer davon überzeugt, keine Heimat zu haben.
Vielleicht hilft dir aber das nachfolgende Ritual dabei, das zu ändern.

Achtsamkeitsritual: Tourist in der eigenen Heimat

„You live here!“

Wir sind so gefangen in unserer alltäglichen Routine, dass wir unsere Umgebung nicht mehr wahrnehmen.
Kein Wunder, dass Achtsamkeit immer wichtiger wird.

Richtig die Augen geöffnet wurden mir Ende Juni. Es war Besuch aus dem Hohen Norden angereist und ich hatte mir einen heißen Mittwoch spontan freigenommen.

Einen ganzen Tag lang spielten wir Tourist in der eigenen Heimat.

Wir liefen einfach drauf los; durch Gassen, über Brücken; an unzähligen tollen Restaurants, Cafés und Gärten vorbei; kehrten ein, wo es uns gefiel und machten es uns später am See gemütlich.

Ich war ehrlich geschockt, dass ich keinen dieser Flecken je wahr genommen hatte; ja größtenteils nicht einmal kannte.

Mein Freund aus Finnland brachte es auf den Punkt:

Why didn’t you visit all those places before? You live here!

Was soll ich sagen. Er hat vollkommen recht.
Wir haben hier quasi ein Naherholungsparadies vor der Haustür – Menschen aus ganz Deutschland, ja, Europa, verbringen ihre Urlaube hier – aber wir nicht.

Mir war das Ganze unwahrscheinlich peinlich. Ich konnte ihm nicht erklären, wieso das so ist.
Zu sehr im Hamsterrad namens Routine? Bestimmt.
Zu faul, um überhaupt auf Entdeckungstour zu gehen? Ja, auch.

Du merkst schon, bei mir hat das einen Nerv getroffen.

Seither bin ich total angefixt, mehr „Urlaub dahoam“ zu machen.

Und dass mir das auch noch richtig gut tut, merke ich daran, wie viel aufmerksamer ich geworden bin – und wie viel mehr Spaß es macht, auf Entdeckungsreise in meiner nahen Umgebung zu gehen.
Es ist quasi ein Achtsamkeitsritual, das sich ohne großen Aufwand zelebrieren lässt.

Die benefits daraus, so wie ich sie erlebe, habe ich hier für dich zusammengefasst.

Achtsamkeitsritual: Tourist in der eigenen Heimat

Du nimmst deine Umgebung wieder besser wahr

Das ist ein wichtiger Punkt beim Thema Achtsamkeit. Wahrnehmen, ohne zu bewerten.
Letzteres streichen wir hier einmal ganz frech, denn hey, du darfst und sollst ausflippen, wenn du einen genialen neuen Shop, das Café mit dem besten Espresso der Stadt oder diesen winzig kleinen See, dessen Wasser so klar ist, dass du bis auf den Grund sehen kannst, entdeckst.

Selbst altbekanntes auf unserem täglichen Arbeitsweg kann Neues bieten. Wenn du genauer hinschaust.
Mir ist neulich zum Beispiel aufgefallen, dass ein Trampelpfad durch den Wald verläuft, durch den ich jeden Tag fahre. Irgendwann will ich diesen Pfad erkunden gehen.

Betrachte einen, unbekannten-bekannten Ort doch mal so, als würdest du ihn nicht kennen.
Auch das kann ein Gefühl von Heimat in dir erwecken.

Und, was hast du entdeckt?

Heute spontan, morgen geplant

So sehr ich eine gewisse Alltagsroutine (wie z.B. durch meine Morgenrituale) schätze, fremde Orte wollen entdeckt werden. Spontan.

Heute da, morgen dort, übermorgen wieder dahin, wo wir gestern schon die Gesichter in die Sonne streckten.

Genau das praktiziere ich immer mehr auch auf meinen Reisen. Mein Ziel ist es, das auch in meinen Alltag zu integrieren.

Wenn dir Spontanität – so wie mir – eher schwerfällt, fang klein an.

  • Gehe zu Fuß anstatt mit der Straßenbahn zu fahren.
  • Biege eine Straße früher ab als deine gewohnte Routine.
  • Reserviere im Sushi-Lokal zwei Blocks weiter, anstatt immer in dasselbe zu gehen. Die Chance ist gegeben, dass es noch besser schmeckt (und wenn nicht – vielleicht gibt es noch Weitere japanische Restaurants zu entdecken!).

Auf zur Schatzssuche – nach neuen Lieblingsorten

Das ist eines der Dinge, die ich am Reisen so liebe: Neues entdecken, sich vollkommen treiben lassen. Einfach loslaufen, irgendeine vermeintlich falsche Abzweigung nehmen, „weil es in diesem Gässchen so hübsch aussah“ und plötzlich an Orte kommen, die man weder erwartet noch erträumt hätte.

Warum das also nicht auch zuhause einmal versuchen?

Wenn du auch so viel Spaß an der Recherche neuer Lokale oder Geschäfte hast, dann hopp hopp, Google Maps geöffnet, den gewünschten Ort eingeben und einfach mal gucken.
Welche Läden gibt es wo, welche Cafés oder Parks; welche Haltestellen liegen in der Nähe deines Ausgangspunktes?

Das Kind in dir tritt zum Vorschein

Das mag übertrieben klingen, aber ich habe mich während dieser kleinen Alltagsfluchten genau so gefühlt: aufgeregt; begeistert!

Das Schöne: Weder musst du von jetzt auf gleich deine Sachen packen und nach Neuseeland auswandern, noch dich auf Sinnsuche über den Jakobsweg quälen. (Kannst du beides gerne machen, aber wir wollen erstmal klein anfangen.)

Dass das auch schon bei einem Nachmittag an einem fremden Ort hervorragend klappt, war mir bislang allerdings nicht klar.

Es ist wie als Kind damals, auf Schatzsuche.
Wir wussten, irgendwo erwartet uns eine Kiste voller Münzen (Katjes Eurotaler, bessergesagt); haben eine ungefähre Anleitung anhand einer Schatzkarte dabei. Aber finden mussten wir unser Ziel von allein.
Manchmal waren wir so vertieft, dass wir unseren Schatz ganz vergessen haben, weil es so viel Anderes zu sehen gab. Wie spannend unsere Heimat sein kann!
Also lass uns wieder Kind sein!

Abschalten war noch nie so leicht!

Du bist gestresst? Eigentlich nervt dich alles?
Oder fehlt die Inspiration für ein neues Projekt?
Möglicherweise versucht sich deine Muse selbst gerade an diesem Achtsamkeitsritual und ist auf Entdeckungstour. Schließ‘ dich ihr an!

So ein Tag Heimaturlaub ist ein bisschen eine Alltagsflucht.
Raus aus dem Trott; den Routinen. Alles kann, nichts muss, wie man so schön sagt.

Und oft ist es genau das, was wir an einem stressigen Tag benötigen: Ablenkung, keine Termine, frische Luft und eine Prise Abenteuerlust.
Glaub mir, danach setzt du dich gerne und mit neuer Motivation wieder an deine liegengebliebene Arbeit. Tried & tested! 😉

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Egal, wo du lebst, ich wette, auch bei dir gibt es wunderschöne Fleckchen, die es sich lohnen, entdeckt zu werden.
Der Stadtpark oder die Wiesen um dein Dorf herum. Euer Badesee – oder der im Nachbarort, in dem du zuletzt als Kind schwimmen warst.
Die Skulpturen mitten in der Stadt, die eigentlich ganz coole Fotomotive wären… oder einfach nur das andere Sushi-Restaurant; zwei Straßen weiter als dein Stammlokal.

Möglicherweise hat der Ort, an dem du lebst, bisher kein Heimatgefühl in dir ausgelöst.
Aber vielleicht hilft dir genau dieses Achtsamkeitsritual dabei, dich mehr zuhause zu fühlen?

Achtsamkeitsritual: Tourist in der eigenen Heimat

Erzähl mal! Was bedeutet Heimat überhaupt für dich und wo ist deine
Wann warst du zuletzt Tourist in der eigenen Heimat? Was hast du entdeckt?

Kannst du dir vorstellen, dieses Achtsamkeitsritual einmal auszuprobieren?
 

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Achtsamkeit im Alltag integrieren – 3 einfache Übungen

Achtsamkeit im Alltag integrieren - 3 einfache Übungen

Wie hast du deinen Feierabend gestern verbracht?
Nein, ich meine nicht, ob er gut oder nicht so gut war. Ob du Netflix oder eine DVD geschaut hast.

Was hast du zu Abend gegessen und wie hat es geschmeckt?
Wie hast du es gekocht; mit welchen Zutaten, Arbeitsschritten?
Hast du Sport gemacht; wie fühlte sich dein Körper dabei an? Danach? Wie fühltest du dich?
Oder hast du dir ein langes Entspannungsbad gegönnt? War es angenehm? Was hast du währenddessen getan?

Achtsamkeit – Was ist das genau?

Achtsamkeit hat nichts mit Essen und Bädern zu tun. Es geht darum, wie wir Dinge wahrnehmen.

Achtsamkeit, oder neudeutsch „Mindfullness“ ist derzeit in aller Munde.
Sie hat nichts mit Essen und Bädern zu tun – obwohl, schon auch, ein bisschen zumindest.
Es geht darum, wie wir Dinge wahrnehmen.

In unserer schnelllebigen Zeit, in der wir Fast Food im Stehen konsumieren, gleichzeitig die Bluse zuknöpfen und die Zeitung überfliegen; in der wir uns ins Auto setzen, den Motor starten – und 30 Minuten später nicht wissen, wie wir eigentlich zu unserer Arbeitsstelle gekommen sind.
In dieser Zeit geht sie verloren: Unsere Aufmerksamkeit.

Achtsamkeit lehrt uns, wieder innezuhalten. Die Aufmerksamkeit auf die Gegenwart zu richten und sich nicht um zig Dinge gleichzeitig zu kümmern.
Ein paar Beispiele:

  1. In den blauen Himmel starren und den Wolken zusehen.
  2. Bei einem Spaziergang im Wald die Pflanzen betrachten, über Moos streichen, an Wildblumen riechen, lauschen, ob ein Specht in der Nähe sein Nest baut.
  3. Dein Abendessen wirklich essen, Bissen für Bissen genießen, schmecken. Und nichts nebenbei tun! 🙂

Sie lehrt uns auch, nicht nur auf die Außenwelt, sondern auf unser Inneres zu hören.
Auf den Körper zu achten. Wie fühlst du dich nach dem Essen? Gut und gesättigt? Unangenehm vollgestopft?
Auch das berühmte „hör‘ auf dein Herz“ bedarf Achtsamkeit. Dazu aber in einem anderen Blogpost bald mehr.

Wenn du dich kaum daran erinnern kannst, wie dein Nudelauflauf gestern geschmeckt hat; wie Nudeln oder Brocolli überhaupt schmecken: Es wird Zeit für ein wenig mehr „Mindfulness“!

Ich habe ein paar Übungen zusammengetragen, um Achtsamkeit mehr in den Alltag zu integrieren.
Teils habe ich sie selbst schon ausprobiert, teils fand ich sie einfach interessant und stelle sie dir deshalb nun vor.

3 einfache Übungen, um Achtsamkeit in dein Leben zu integrieren

3 einfache Achtsamkeitsübungen für deinen Alltag

Warten. Ja, wirklich!

Warten. Wir alle kennen – und verabscheuen – es.
Erst letzte Woche, als eine Grippe mich niederstreckte und ich mich gezwungenermaßen zum Arzt schleppte, wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich doch Wartezimmer liebe. Nicht.
Alle Menschen sind angespannt, niemand redet, es wird lustlos in den herumliegenden Magazinen geblättert. (oh kann bitte jemand den Ärzten mal sagen, dass GALA und BUNTE nicht das Einzige auf dem Zeitschriftenmarkt sind? Bitte?)
Und dann wartet man. Und wartet. Wie, erst drei Minuten vergangen?
Du kennst das, nicht wahr?

Wenn wir uns in Achtsamkeit üben wollen, ist dieses elende Gewarte die perfekte Möglichkeit.
Wichtig dabei: Atmen. Konzentriere dich ganz auf deine Atmung. Beobachte, wie der Sauerstoff durch deine Nase über deinen Hals in die Lunge hinabsteigt. Was tut dein Körper dabei, wie bewegt er sich? Wie fühlt sich die Luft an, wenn du sie ein- und ausatmest?

Was es bringt: Ruhe.
Du übst dich in Achtsamkeit und schaffst es gleichzeitig, durch konzentiertes Arbeiten, dich herunterzufahren. Gerade in stressigen oder unangenehmen Situationen kann das äußerst hilfreich sein.

Meine Erfahrung: An diesem letzten Arztbesuch habe ich durchaus daran gedacht, innezuhalten und mich auf meinen Atem zu konzentrieren. Getraut habe ich mich nicht. Es waren zu viele Menschen mit mir im Raum, vor denen ich nicht yogamäßig tiiiiief ein- und ausatmen wollte.
Klingt blöd, aber ich arbeite daran.
Inzwischen habe ich es aber in der Warteschlage an der Supermarkt-Kasse versucht. Nur geatmet, nichts gedacht. Es hat mich tatsächlich ein wenig beruhigt. Anstatt genervt die Augen zu verdrehen, weil das Kind vor mir ständig auf das Kassenband patscht und die Frau davor einen Einkauf für eine ganze Fußballmannschaft gepackt hat, habe ich – nichts gedacht. Nicht durchgehend; wenn sich meine Aufmerksamkeit wieder auf das Geschehen um mich herum richten wollte, ließ ich es zu. Und konzentrierte mich dann wieder auf meinen Atem.
Und bekam von der Kassiererin lächelnd einen schönen Abend gewünscht.

Vor dem Schlafen gehen den vergangenen Tag reflektieren

Den Tag reflektieren; überlegen, was gut war, was dir eine Freude bereitet hat. Diese Übung braucht nur ein wenig deiner Zeit und lässt dich mit einem guten Gefühl einschlafen. Nimm dir ein paar Minuten, setze dich auf die Couch oder leg dich ins Bett. Und nun gehe in Gedanken den heutigen Tag durch.
Bewerte nicht, lass die Gedanken einfach fließen.
Versuche, dich nicht an der ‚blöden Kuh‘, die dir am Morgen die Vorfahrt genommen hat, zu ärgern. Oder über den Chef, der schon wieder kein gutes Wort über dich verloren hat.
Die negativen Erinnerungen kommen ganz von selbst, aber sie gehen auch wieder, wenn du sie laufen lässt.

Fixiere dich stattdessen auf das Positive. Das Eis mit der Lieblingskollegin heute Mittag im Sonnenschein. Wie gut du heute in der neuen Bettwäsche geschlafen hast.
Die kleinen Dinge eben.
Und wenn dir gar nichts einfallen will – manchmal gibt es solche Tage – denke dir: Es geht mir gut. Ich bin gesund. Morgen wird wieder ein guter Tag.

Ob du deine Gedanken aufschreibst oder lieber darüber nachdenkst, egal: Überlege bewusst, was dir dieser Tag an positiven Ereignissen gebracht hat. Lasse dich nicht ablenken (auch nicht durch Musik oder vorbeifahrenden Autos), mache nichts nebenbei.

Was es dir bringt: Indem du dich auf die schönen Erlebnisse des Tages konzentrierst, schüttet dein Körper automatisch Endorphine aus – du freust dich. Das wiederum hilft dir beim Einschlafen.
Denn wie oft wälzen wir uns nachts genervt von einer Seite des Bettes zur anderen, weil wir über negative oder besorgniserregende Dinge nachdenken.
Deshalb: Mit positiven Gedanken einschlafen!

Meine Erfahrung: Für mich funktioniert „aufgeschrieben ist aus dem Kopf“ besser, deswegen schreibe ich seit 3 Wochen abends in mein „Gratitude Journal“.
Das ist einfach ein kleines Notizbuch, das auf meinem Nachttischkästchen liegt; ein (funktionierender!) Kugelschreiber daneben.
Ganz passend ist der Name übrigens nicht, denn ich schreibe hinein, was mir an diesem Tag eine Freude bereitet hat – eine liebe Mail, Sonnenschein, ein interessantes Gespräch oder ein Lob.
Außerdem motiviert es mich persönlich sehr, zu sehen, was ich geschafft habe. Deswegen stehen im Gratitude Journal auch kleine und große Meilensteine, die ich erledigt habe.
So ganz regelmäßig bin ich allerdings noch nicht mit meinen Eintragungen. Mal sammeln sich 2, 3 Tage, die ich in Einem wegschreibe.
Jedoch fällt es mir bedeutend schwerer, mich an das zu erinnern, was mich vorgestern glücklich gemacht hat. Eine wirkliche, tägliche Routine muss her.

Morgens kurz innenhalten

Wie wir uns am Morgen fühlen, begleitet uns durch den ganzen Tag.
Einerseits erschreckend, dieser Gedanke, andererseits sollte uns das doch motivieren, unseren Morgen angenehm zu machen.

Eine beliebte Achtsamkeitsübung ist es, nach dem Aufwachen – erstmal liegen zu bleiben.
Langsam wach zu werden.
Sich seines Körpers, seiner Atmung und der Umgebung bewusst zu werden.

Was es dir bringt: Du startest entspannt und gut gelaunt in den Tag! Oft quält einen morgens schon die Vorstellung, überhaupt aufstehen zu müssen. Mir geht es jedenfalls so. Man macht sich Gedanken, was alles ansteht – und will sich am liebsten wieder im Bett verkriechen.
Ersteinmal bewusst wach zu werden und einfach zu sein sorgt dafür, dass du dir erst gar keine negativen Gedanken machst.

Meine Erfahrung: Ich habe es bisher noch nicht ausprobiert, weil mein Freund neben mir noch schläft, wenn ich aufstehe. Dafür nehme ich mir vor dem Frühstück ein paar Minuten zur Meditation.
Wenn du bereits Erfahrung mit morgendlicher Achtsamkeit hast, schreibe mir gerne deiner Erfahrungen als Kommentar!

Achtsamkeit im Alltag integrieren - 3 einfache Übungen

Dieser Artikel war nur ein kleiner Anriss an das Thema Achtsamkeit/Mindfulness.
Ich bin selbst gerade dabei, mich mehr damit zu befassen und werde auf jeden Fall mehr darüber schreiben. Hast du Fragen? Stell sie mir gerne in den Kommentaren!

Praktizierst du Achtsamkeit bereits?
Hast du Tipps oder weitere Vorschläge für mich?

Ich freue mich über deine Meinung!

 

Heutiges Beitragsbild von Unsplash, verwendet unter der Creative Commons Lizenz.

 

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