Das Pareto-Prinzip. Deshalb musst du nicht perfekt sein!

Das Pareto-Prinzip a.k.a. Die 80/20 Regel - So kannst du deinen Perfektionismus überwinden

Deshalb musst du nicht perfekt sein.
& Das Pareto-Prinzip

Mein Perfektionismus treibt mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns.
Manchmal habe ich 10 und mehr Entwürfe für ein Web-Layout erstellt und keines davon erblickte je das Licht der Web-Welt.
Warum es so viele Entwürfe sind? Weil ich jedes Mal wieder an folgenden Punkt kam:

Irgendwas fehlt. Wenn ich diesen Text um fünf Pixel nach links verschiebe… nee. Lieber nur drei. Und einen nach unten. Perfekt!
… Oder? Der Hintergrund könnte sowieso einen Tick grüner sein… Tannengrün oder Emerald? Sollte ich das Bild nicht anders positionieren? Es sieht schon gut aus, aber…

… Wenn ich das so schreibe, muss ich selbst darüber schmunzeln.

In Wirklichkeit ist dieser Vorgang grauenvoll, frustrierend und zeitraubend.

Ich sitze in der Perfektionismus-Falle.

Fakt ist nämlich: Alle 10 Entwürfe waren gut.

Anstatt weitere Stunden und Nerven an neuen Versuchen zu verschwenden, hätte ich eines der Vorhandenen nehmen und weiterbearbeiten können.

Noch schlimmer ist Perfektionismus nur noch in Kombination mit Aufschieberitis.
Das Eine entsteht aus dem Anderen. Ich weiß, wovon ich spreche.

Das Ergebnis des Ganzen: Nichts wird fertig – außer meine Nerven. Denn je weniger ich schaffe, desto mehr frustriert es mich.

Perfektionismus und seine Ursachen.

Fight Procrastination with the Pareto Principle

Kommen dir Situationen wie diese bekannt vor?

Gut möglich, dass du jetzt zusammen mit mir in der Perfektionismus-Falle sitzt.

Da war dieses weiße Kaninchen namens „Idee“, das uns ins bunte Wunderland lockte.
Nur sind wir scheinbar dem falschen Tier gefolgt, denn wo es uns hinbringt, ist es frostig und düster. Aber wir sind viele, also bleiben wir.

Perfektionismus heißt nichts anders, als dass du etwas perfekt, zu 100% – wenn nicht sogar 110% machst.
Der Traum eines jeden potenziellen Arbeitgebers, oder?
Naja. Nicht mehr, denke ich.

Denn gerade im Berufsleben kann uns übertriebener Perfektionismus fertig machen. Dauerhaft hoher Anspruch an uns selbst, gepaart mit ständiger Kritik; ebenfalls an uns selbst, schafft nur eines: Mehr Druck.

Und mal ehrlich: Kein Personaler will mehr hören, wie ach so perfektionistisch du bist.

Oft hindert uns die Angst vor Ablehnung oder Kritik davor, Dinge zu tun/auszusprechen/zu ändern, die uns eigentlich wichtig sind.
Mehr noch: Die Angst schürt den falschen Perfektionismus nur weiter an.

Ich gebe es ungern zu, aber das ist auch mein Problem.
Lieber kritisiere ich mich selbst vorab schon ausgiebig, bevor es jemand Anders tut, wenn mein Werk online ist.
Klingt bescheuert? Ist es auch.
Aber schwer abzulegen.

Wann kommt das Andere; weiße Kaninchen und zieht mich mit hinunter ins Wunderland?

Falls du dich jetzt fragst, warum ich überhaupt iiirgendetwas mit Design beruflich machen will? Nach meinem wenig rühmlichen ersten Auftrag und einer solchen Einstellung?

Berechtigte Frage.

Ich will es, weil ich es liebe. Trotz allem Nichts begeistert mich mehr als kreativ zu arbeiten und Photoshop ist eben zufälligerweise meine erste Wahl.
Außerdem will ich mir selbst beweisen, dass ich es eben trotz Selbstzweifel, Perfektionismus & Co. schaffen kann.

Wir pushen uns immer ans Limit und gehen am härtesten mit uns selbst ins Gericht.
Nur, um dann doch nicht zufrieden zu sein.

Warum willst du weniger Perfektionismus und mehr #einfachmachen?

„Da geht noch mehr?“ Nein. Diesmal nicht.
Es wird Zeit, dass wir uns endlich ein bisschen entspannen. Bist du dabei?

Den Schlüssel zum Wunderland gibt es hier:

Das Pareto-Prinzip oder: Die 80/20-Regel

Anfang des 20. Jahrhunderts untersuchte der Italiener Vilfredo Pareto die Verteilung des Bodenbesitzes in seinem Land.
Er stellte fest, dass 20% der italienischen Bevölkerung im Besitz von ganzen 80% des Bodens waren. Pareto forschte weiter und bemerkte bald, dass sich diese Verteilung auf viele andere Lebensbereiche übertragen ließ.

So entstand das Pareto-Prinzip.
Es besagt:

80% der Ergebnisse können mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse benötigen mit 80% die meiste Arbeit.

Das heißt, dass du einen Großteil deiner Ergebnisse in einem verhältnismäßig geringen Zeitaufwand schaffst. Je mehr Zeitaufwand (hust, Perfektionismus, hust!) du dann noch hineinsteckst, desto geringer werden deine weiteren Ergebnisse.

Das Pareto Prinzip. Den Perfektionismus mit der 80/20 Regel in den Griff kriegen

Ein paar Beispiele für das Pareto-Prinzip

Mit 20% deiner Freunde verbringst du 80% deiner Zeit.
80% der Vokabeln lernst du in 20% der Zeit.
80% deiner Zeit trägst du nur 20% deiner Klamotten. (True that!)
80% deines Blogposts schreibst du in 20% der Zeit.

In manchen Fällen verteilen sich die Werte ein wenig anders, aber der Grundsatz bleibt gleich.
Mit einem Mitteleinsatz von 20% könnten 80% aller Probleme gelöst werden.

Für mich bedeutet das im Umkehrschluss aber auch: Einen Großteil meiner Zeit habe ich bisher für nur 20% an Ergebnissen verplempert.

Was das Pareto-Prinzip dir nicht gibt

100%.

Es bringt nichts, 20% Aufwand und 80% Ergebnis miteinander zu addieren und bäm, 100%! Diese beiden Dinge sind nicht dasselbe.
3x die Woche Salat zu essen, wird nicht reichen, um dich schlanker zu machen.

Erwartest du 100% des Ergebnisses, dann gib‘ auch 100%!

Super Rat, Chrissi. Und wie mache ich das?

Gehe das Problem aus einer anderen Perspektive an!

Du weißt nicht, was du willst?
Warum versuchst du es nicht andersherum?

Oft fällt uns eher auf, was wir nicht mögen/was uns nicht gefällt. Nutze das für dich!
Frage dich also: Was willst du NICHT?
Ich wette, hier fallen dir sofort einige Beispiele ein.

Wenn ich bei einem Design in der Perfektionismus-Falle stecke, lasse ich ein, zwei Tage vergehen und schaue mir dann alle Entwürfe nacheinander wieder an. Die, die nicht in den ersten fünf Sekunden überzeugen, werden gelöscht. Rigoros.

Und für alle Fälle gibt es immer noch die Wiederherstellen-Funktion des digitalen Papierkorbes.

Setze dir ein Zeitlimit!

Früher fand ich oft genau dann an Allem etwas auszusetzen, wenn eine Deadline drohte.
Inzwischen arbeite ich aktiv damit und setze mir ein zeitliches Limit..

Bis wann willst du deinen Blogbeitrag fertig haben? Heute Abend, 20 Uhr?
Wie lange wirst du dafür brauchen? 4 Stunden?
Dann nimm‘ dir die Zeit; blocke sie dir im Kalender und schreibe.

Wichtig ist, dein Zeitlimit genau einzuhalten. Fünf Minuten mehr sind vielleicht kein Weltuntergang. Aber alles, was darüber hinaus geht, stürzt dich zurück in die Perfektionismus-Grube.

Wechsle deine Arbeitsweise, um wieder in den Flow zu kommen!

Bloggen läuft zwar nicht, aber vielleicht schreibst du erstmal etwas anderes, um in den Flow zu kommen? Beantworte E-Mails oder Kommentare oder nimm dir ein Blatt Papier und kritzle darauf herum.

Wenn du gar nicht weißt, was du schreiben sollst, empfehle ich dir meine Tipps zum Schreiben von Morgenseiten.

Mach‘ mal Pause!

Gerade, wenn du nicht den Geistesblitz hast, wie du weiterarbeiten sollst – lege dein Projekt beiseite. Es wird in diesem Moment nichts besseres dabei rauskommen.
Wirklich nicht.

Beschäftige dich erstmal mit etwas ganz Anderem. Gehe raus oder wirf Netflix an und lass dich eine Stunde lang berieseln.
Ich kochte zum Beispiel oft, wenn ich feststecke.

Für mich funktioniert das nicht immer, aber vielleicht ist es für dich genau die richtige Methode.

So nutzt du dieses Wissen am besten für dich

Merke es dir. Verinnerliche es. Klebe es dir mit einem Post-It an deinen Bildschirm oder den Badezimmer-Spiegel – egal wo, nur erinnere dich immer wieder daran, dass du nicht perfekt sein musst – und deine Arbeit ebenfalls nicht.

Mir hat allein dieser Gedanke schon unheimlich geholfen.

Das heißt nicht, dass ich plötzlich keine Perfektionistin mehr bin.
Ich höre aber auf, wenn ich zufrieden bin. Denn mittlerweile weiß ich, dass es gut genug ist und dass weitere Änderungen so gering sein werden, dass ich es auch jetzt schon fertigstellen kann.

Genau dann, wenn du wieder vor dem Kaninchenloch stehst und nicht weißt, ob du springen sollst oder nicht.
Spring.

Und freu dich! Du hast gerade etwas Wundervolles geschaffen!

Das Pareto-Prinzip a.k.a. Die 80/20 Regel - So kannst du deinen Perfektionismus überwinden

 
Und jetzt erzähl mir: Wo kannst du das Pareto-Prinzip für dich anwenden?
 

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