Beiträge von Chrissi Chrissi

Vom Vermissen – Lerne, mit Fernweh umzugehen

Vom Vermissen - Lerne mit Fernweh umzugehen

Vom Vermissen – Der Fernweh-Blues

Diesen Blogpost habe ich bereits Anfang Mai; während des Rückfluges von Beijing nach München angefangen.

Bisher hat es sich nicht ergeben, ihn online zu stellen. Ich war unsicher, ob ich das Thema überhaupt ansprechen soll (jaja, da schreibt sie, wie sie ihren 1. Design-Auftrag total in den Sand gesetzt hat und ziert sich dann ;)).

Nun darf er doch online, garniert mit ein paar Fotos aus Beijing. Ich lasse ansonsten alles so wie zu Anfang, weil es die Stimmung besser rüberbringt.

Vom Vermissen - Lerne, mit Fernweh umzugehen

Im Flugzeug von Beijing nach München; 17:12 h Ortszeit Beiijing:
Ursprünglich sollten andere Beiträge online gehen. Aber – das fühlte sich nicht richtig an. Manchmal ist das wohl so.

Denn: ich habe im Flugzeug viel übers Vermissen nachgedacht. Und vermisst.

Heimweh nach einem anderen Land

Als ich den Flug buchte, hielt ich den Zwischenstop in Helsinki für eine gute Idee. Ein bisschen Finnland-Luft schnuppern, kurz freuen – und weiter. Easy.

Die Realität?

Alleine der Anblick des Moomin-Stores im Flughafen Helsinki hat mir schon die Tränen in die Augen getrieben.
Da stehst du, bist gerade auf dem Weg in ein neues, unbekanntes Abenteuer – und führst ein Zwiegespräch mit Engelchen und Teufelchen:

Was kann ich machen, um einfach hierzubleiben? Soll ich einfach weglaufen?
– So ein Blödsinn! Du freust dich doch auf Peking, also hör‘ auf damit!
– … Ich könnte einfach E. anrufen, sagen, ich bin in Helsinki; komm mich holen!
– AUS!

Albern, ich weiß.

Es ist ja nicht so, als hätte ich mich nicht über meine Reise ins Land der Mitte gefreut.
Schließlich ging knapp eine Stunde später der Anschlussflug und hat das Vermissen in den Hintergrund gedrängt.

In Beijing das nächste Dilemma. Denn: ich habe Tokyo vermisst. So unheimlich vermisst.

Es tut mir so leid für Beijing, denn die Stadt hat sich mir weit positiver präsentiert als gedacht. Aber ich konnte nicht anders als ständig zu vergleichen. Tokyo. Tokyo. Tokyo.
Ich dachte, ich wäre über Japan hinweg, aber Pustekuchen…

Vom Vermissen - Lerne, mit Fernweh umzugehen

Etwas vermissen, das wir gar nicht kennen

Auch das geht.
Bei mir derzeit ganz oben auf der Reise-Bucketlist: Die Färöer Inseln.

Ich war noch nie dort.
Vermisse dieses Land aber bereits so sehr, als würde ich mein gesamtes Leben dort verbracht haben.
Bilder und Videos vermittelten einen solch starken ersten Eindruck, dass ich weiß: Das ist es. Natur, Klima und dieses Gefühl von Freiheit, das ich empfinde, wenn ich an diese kleinen Nord-Inseln denke, wecken Fernweh. Und Heimweh, weil ich mich nach diesem Ort sehne, der (in meiner Vorstellung) so gut zu mir passt.

Obwohl ich nicht einmal weiß, ob es mir letztlich dort gefallen wird… dieses Gefühl nach „Heimweh“ ist wie eine Ankerkette, die mich mitzieht.

Hast du auch so einen Ort?

Vom Vermissen - Lerne, mit Fernweh umzugehen

Warum vermissen wir eigentlich?

Der Duden definiert „Vermissen“ so:

Vermissen – sich mit Bedauern bewusst sein, dass jemand, etwas nicht mehr in der Nähe ist, nicht mehr zur Verfügung steht, und dies als persönlichen Mangel empfinden

Zumeist verbinden wir das Thema Vermissen mit einem geliebten Menschen. Weil wir dieser Person/diesen Personen eine gute Zeit hatten oder wir uns bei ihnen geborgen fühlten.
Das ist das Stichwort: fühlen. Gefühle. Wir verbinden starke, angenehme Gefühle mit einem Menschen oder einer Erinnerung.

Selbst ein bestimmtes Essen kann man vermissen, eine TV-Serie, die nicht mehr fortgesetzt wird oder – eben ein anderes Land.

Auch bei mir liegt dieses Verlangen nach einem anderen Land nicht primär an dem Land selbst, sondern an den Erinnerungen und Erfahrungen, die ich damit verbinde.
An der Leichtigkeit, der Abwechslung, den Menschen dort.
Besonders auf Finnland trifft das zu.

Vom Vermissen - Lerne, mit Fernweh umzugehen

3 hilfreiche Arten, Fernweh oder Trennungsschmerz leichter zu machen

Egal, ob wir einen geliebten Menschen vermissen (z.B. durch die räumliche Distanz einer Fernbeziehung oder nach einer wirklichen Trennung); ein Land oder unsere Lieblingsserie (Breaking Bad, anyone?!): Es gibt Wege, es leichter zu machen.

Vermisse. Lasse den Schmerz zu.

Das Wichtigste in meinen Augen: Es zulassen.
Akzeptiere, dass du gerade traurig bist und deinen Erinnerungen nachhängen willst.

Eine Freundin von mir gibt es sich beispielsweise immer zehnfach: Sie sieht sich alle Bilder an, liest alle Briefe, hört die melancholischste Musik dazu. Ihr hilft es aber, loszulassen.

Letzteres tue ich auch zu gerne – allerdings nicht, wenn ich gerade vermisse. Denn dann brauche ich Stille, um meinen Kopf freizukriegen…

Lenke dich ab; kriege deinen Kopf frei

Konzentriere dich darauf, etwas Anderes zu denken. Noch besser: gar nicht zu denken.
Das geht bei Aktivitäten, die dich so einnehmen, dass sie dich von allem Anderen ablenken.
Powere dich z.B. ausgiebig beim Sport aus oder gehe eine Runde in die Natur; spazieren.

Auch ein Buch oder ein Filme-Marathon können helfen.

Meine persönliche Erfahrung ist allerdings, dass letzteres nur kurzzeitig ablenkt – oder ich am Ende gar selbst mit „Lost in Translation“ geißele…

Schaffe neue Erinnerungen

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich keinen der oben genannten Orte vermisse.
Deshalb sorge ich mehr und mehr dafür, neue positive Erinnerungen und Gefühle zu schaffen.

Erstelle dir doch eine Bucketlist und arbeite die Punkte nach und nach ab.
Mache Ausflüge; probiere eine neue Sportart aus oder triff dich mit jemanden, den du schon lange nicht mehr gesehen hast.
Die Liste ist schier endlos – und das ist das Schöne!

Es kann ohnehin gut sein, dass du all diese Möglichkeiten bereits kennst.
Manches mag heute effektiv sein, morgen aber nicht.
Wenn du dich ausprobierst, wirst du mit der Zeit selbst herausfinden, was für dich am besten funktioniert.

Wichtig: Lass dich von dem Gefühl des Vermissens nicht so sehr einnehmen, dass alles andere zur Nebensache wird.
Wenn du an nichts Anderem mehr Freude empfindest, solltest du unbedingt Hilfe suchen. Mit jemandem darüber zu reden, kann schon Wunder wirken.

Vermissen tut weh. Aber es vergeht.

Vermissen ist wie Liebeskummer: Es tut weh.
Manchmal ist es ein dumpfes Pochen, manchmal fließen spontane Tränen (wie gesagt, Lost in Translation…).

Momentan ist es dieses dumpfe Nach-Reise-Gefühl.
Das, welches du nicht recht einzuordnen vermagst. Ist es nur der Jetleg? Erneutes Fernweh? Oder ist hier gerade eine neue Liebe entstanden?
Noch kann ich es nicht definieren, denn ich hänge zu sehr zwischen den Stühlen
Beijing – Finnland – Tokyo.

Aber ich weiß: Es wird wieder leichter.
Und wenn ich es gar nicht mehr aushalte, ist ein Flug schnell gebucht. 🙂

Was vermisst du gerade?
Wie lenkst du dich ab?

Vom Vermissen - Lerne, mit Fernweh umzugehen

 

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Wie du negative Gedanken leichter loswerden kannst

Negative Gedanken loswerden

Wie du negative Gedanken leichter loswirst

Es ist Freitag Mittag. Der Wetterbericht sagt ein sonniges, warmes Wochenende voraus.
Ich habe Lust auf die Berge. Lust, Wandern gehen.
Eigentlich.

Denn sofort plagt mich das schlechte Gewissen: „Du wolltest doch dein Wochenende zuhause verbringen! Wie willst du deine To-Do’s abarbeiten, wenn du nur einen Tag Zeit hast? Schließlich fällt der Samstag komplett weg, wenn du eine Bergtour machst. Mensch! Sei vernünftig!“

Ich lasse diese negativen Gedanken kurz sacken.

Denke dann #yolo, hole mein Handy aus der Tasche und tippe: „Wollen wir morgen in die Berge?“

Die Antwort kommt prompt. Natürlich will sie in die Berge.

Ich freue mich.
Und frage mich gleichzeitig, was ich hier gerade getan habe. Diese Anstrengung beim Wandern und der darauffolgende Muskelkater, die volle To-Do-List, eigentlichhabichkeinenBock…

Heute tue ich nicht, was ich denke

Tags darauf.
Meine Schwester, Partnerin in crime, erklärt, dass sie noch nicht sicher ist, wohin es heute geht.
Die eine Tour dauert nur ca. 1,5 Stunden, geht aber durchgängig knackig bergauf.
Tour Nummer 2 verläuft relativ gerade, dafür ist man gut drei Stunden unterwegs.

Na, da bevorzuge ich doch eindeutig die Zweite, weswegen ich laut sage „Die Erste.“
… die darauffolgende Fluchtirade in meinem Inneren ignoriere ich lieber.

Selbes Spiel am Ziel.
Wir sind bereits an der Alm und müssten nicht mehr weiter. Es gibt noch einen Berggipfel, der zwar nicht mehr Aussicht bietet als wir schon haben. Ob ich hinauf will?

Die Gedanken in meinem Kopf überschlagen sich beinahe, so laut schreien sie „NEIN! Bloß nicht noch weiter bergauf!“
Mein Bauchgefühl seufzt, ich kann es förmlich spüren.
Also sage ich wieder: „Wenn wir schon hier sind, müssen wir auch noch zum Gipfel.“

Negative Gedanken loswerden

Lass mich dir gesagt sein, die Wanderung war verdammt anstrengend. Mehr als 600 Höhenmeter machen sich bemerkbar. Mein Shirt war durchgeschwitzt, die Nase lief ständig und ja, auch heute spüre ich noch den Muskelkater.

Doch wurde mir während der Wanderung immer wieder bewusst: Hey, ich kann das!
Mein untrainierter Körper ist sehr wohl dazu in der Lage, eine anstrengende Bergtour mitzumachen.

Außerdem war ich einen Tag später umso motivierter, mich an den Rechner zu setzen und abzuarbeiten, was ich mir vorgenommen hatte.

Negative Gedanken? Aufgelöst.

Ich habe nicht alles geschafft, bin aber wesentlich weiter gekommen, als ursprünglich gedacht.
Positivität und gute Laune traten an die Stelle negativer Gedanken.
Win-Win!

Nun habe ich wahnsinnig viel über’s Wandern geschrieben.
Wenn du nun denkst, dass man dieses Gedankenspiel sowieso nicht auf das wahre Leben/den Alltag anwenden kann – doch, kann man.

Spulen wir noch ein wenig weiter zurück, auf Donnerstag (= einen Tag vor meinem bewussten Ausbruch aus der Comfort Zone).
Mein Lieblingskollege (der mit dem Konjunktiv) war kurz nach meinem China-Aufenthalt selbst im Urlaub.
Bei seiner Rückkehr ins Büro erwartete ihn ein Berg voll Arbeit – den er immer noch abzuarbeiten versuchte.

Eine Idee formte sich in mir. Negative Gedanken direkt hinterher.

„Biete ihm nicht an, den Angebotsstapel zu übernehmen. Du hast darauf eh keinen Bock. Biete es ihm nicht an. Bieteesihmnichtanbieteesihm…“

Doch. Ich bot es ihm an.
Das Ergebnis? Er war happy, ich mit mir zufrieden und um ein Stück Dankes-Schokolade reicher. 🙂

Wie du negative Gedanken loswerden kannst

Negative Gedanken loswerden – wie du vorgehen kannst

Nur du allein bist dafür verantwortlich, was in deinem Kopf passiert. Du selbst hast diese negativen Gedankengänge – niemand sonst.
Das klingt vielleicht hart, aber: Dadurch hast du auch die volle Befugnis, sie zu ändern.

Du bist verantwortlich für deine Realität!

Was siehst du vor deinem inneren Auge, wenn dich wieder ein negativer Gedanke befällt?
Schweiß, Muskelkater – sehe ich zum Beispiel, wenn ich ans Wandern denke.
Doch ich sehe auch Glück, Sonnenschein und vermutlich eine grandiose Aussicht – die heutigen Beitragsbilder gäbe es nicht, wenn ich meine negativen Gedanken nicht überwunden hätte.

Das Positive muss das Negative überwiegen.

Achte auf deine Gedanken. Wann denkst du etwas Negatives, wann positiv?
Nimm bewusst wahr, wenn du gerade etwas denkst, was dich schlecht macht/dich aufhält/nur wieder für Prokrastination sorgt.

Registriere diesen negativen Gedanken – und dreh ihn um.
Mach ihn positiv und motivierend.

Ja, ich hatte keine Lust, meinem Arbeitskollegen unter die Arme zu greifen.
Warum ich dennoch das Gegenteil von dem Ausgesprochen habe, was ich dachte?
Weil ich wusste, dass dies a) ein Sprung aus meiner Komfortzone und weg von den negativen Gedanken ist und ich b) einem Mitmenschen eine Last abnehmen kann. Denn letztlich war es für mich kein Aufwand, ihm zu helfen.
Das bisschen Zeit, das es mich gekostet hat, ist kein Vergleich zu dem großartigen Gefühl danach.

Rede dir also wirklich ein, dass etwas gut ausgeht/du das Richtige tust/du Bock drauf hast, diese sportliche Betätigung jetzt durchzuziehen.
Fühlt sich das an wie Selbstbetrug? Ist es nicht.

Sprichst du diesen „verkehrten Gedanken“ aus, wird er real.
Indem man etwas ausspricht, macht man es zur Realität. Manchmal mag das ein Fehler sein oder zu Problemen führen. Viel öfter jedoch wirst du dich besser fühlen.

Die negativen Gedanken kommen sowieso von allein. Das ist nur menschlich.
Doch wir haben es in der Hand, unsere Realität positiv zu gestalten.

Tatsächlich beobachte ich diese kleine große Veränderung an mir erst seit wenigen Tagen.
Und mir gefällt, was ich sehe.

Wie du negative Gedanken loswerden kannst

Eine kleine Anmerkung zum Schluss
Ich weiß nicht, ob dieser Text psychologisch Sinn macht. Ob er überhaupt Sinn macht.
Ich weiß auch nicht, ob ich wirklich in Worte fassen konnte, was ich gefühlt/gelernt habe. Denn das hier ist mehr ein kurzfristig entstandener Erfahrungsbericht – ich war so begeistert, dass ich sofort darüber schreiben musste (deshalb ist er kürzer als meine üblichen Posts).

Daher: Keine Garantie auf psychologische Korrektheit.

Lass mich gerne wissen, was du von diesem Beitrag hältst und ob dich eine Fortsetzung/Erweiterung interessiert!

 

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Blogparade: Mein erster Design-Auftrag

Blogparade Mein erster Design-Auftrag

Blogparade: Mein erster Design-Auftrag

Über ihr – sehr lesenswertes! – Interview bei Frau, frei & bin ich auf Gudrun Wegener von Achtung Designer gestoßen – und auf ihre Blogparade.

Das ist eine Premiere, denn noch nie habe ich bei einer Blogparade mitgemacht! Bei dem Thema habe ich allerdings auch eiiiniges beizutragen. Stichwort, aus Fehlern lernt man.

Es war einmal… Anno 2012.

Ich designte bisher nur aus Spaß für mich selbst. Immer mal wieder regte sich der Wunsch, mich damit auch beruflich zu verwirklichen. Du siehst, ich trage das schon ein paar Jährchen mit mir herum. 😉

Großartige Schritte in diese Richtung hatte ich, bis auf ein Praktikum in einer Web-Agentur, aber nie getan.
Dementsprechend behielt ich mein Hobby auch weitestgehend für mich. Ich wollte ohnehin nicht, dass „Fremde“ oder gar Freunde meine Websites besuchten.

Auf irgendeiner Party kam das Gespräch dennoch auf das Thema Homepage. Ein guter Bekannter erinnerte sich, dass ich „so Internetseiten“ machte und erzählte, dass die Firma seines Vaters eine neue Website wolle. Ob ich nicht Lust hätte, mich mit ihm zu treffen?
Baff und zugleich geschmeichelt, willigte ich ein, mich am Tag darauf bei seinem Vater direkt im Firmensitz vorzustellen.

Dieser Termin war… awkward.
Selten habe ich mich so unwohl und überfordert gefühlt. Sicher merkte man mir meine Angst und Unerfahrenheit total an, aber zumindest lief das Gespräch an sich gut.
Mein Gegenüber wusste, was er wollte und so kamen wir schnell auf einen gemeinsamen Nenner.

Ich bekam den Auftrag.

Ich muss ehrlich sagen: Branche, Produkte und Zielgruppe des Unternehmens sprachen mich nicht an. So überhaupt gaaaar nicht.
Aber aus einer Mischung aus falschem Pflichtgefühl („Jetzt hat er mich schon gefragt, da kann ich doch nicht nein sagen!“) und der üblichen Ebbe auf dem Konto, sagte ich weiterhin zu.

Vollbepackt mit Ideen und einem USB-Stick mit jeder Menge Bild- und Textmaterial, war ich trotz leiser Zweifel sehr stolz und fühlte mich wie eine richtige Geschäftsfrau.

Mein erster Design-Auftrag

Der Designprozess lief richtig gut.
Bildmaterial stellte der Auftraggeber zur Verfügung; ich bastelte drei Entwürfe, die ihnen alle gefielen. Gemeinsam entschieden wir uns für eines und ich merkte deutlich, wie sich die komplette Firma jetzt auf ihren neuen Internetauftritt freute.

Nachdem also ein Design gefunden war, stellte ich die 1. Abschlagsrechnung (meine erste Rechnung, wuhuu!). Von mir aus hätte ich das übrigens nicht getan, aber der AG selbst ermunterte mich. „Gute Arbeit soll bezahlt werden!“
Ursprünglich wollte ich 200 Euro abrechnen.
Daraus wurden 500 Euro.
Ich fühlte mich wie eine elende Halsabschneiderin.

Dann ging es vom Gipfel zurück ins Tal.
In Lichtgeschwindigkeit.

Der AG wollte die Seite per CMS verwalten.
In meinem Praktikum hatte ich viel mit Typo3 gearbeitet und schlug ihnen dieses als Basis vor.
Gemeinsam erarbeiteten wir ein Konzept.

Bereits da gab es einige Dinge, von denen ich insgeheim nicht wusste, wie ich sie würde umsetzen können.

Aber naiv wie ich war, erklärte ich, dass das alles kein Problem sei…
Und damit verzettelte ich mich maßlos.

Die grundlegenden Einstellungen bekam ich noch hin. Bald stellte sich allerdings heraus, dass mein Know-How wirklich nicht ausreichte.
Ich konnte die Wünsche meiner Kunden nicht umsetzen und auch das Design nicht so anpassen, wie ich geplant hatte.

Gesagt habe ich davon nichts. Dafür könnte ich mich heute ohrfeigen. Zehnfach.

Wie immer kommt die Wahrheit sowieso ans Licht

In meinem Fall bei der Präsentation des programmierten Designs: Gespannt standen sie alle um den Bildschirm herum, während ich – unheimlich nervös – die Website aufrief.
… Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Grabesstimmung herrschte.

Die Homepage sah bei Weitem nicht so gut aus wie in Photoshop; einige Funktionen fehlten gänzlich, wieder andere hatte ich zwar anders lösen können.
Aber zufriedengestellt? War hier niemand. Verständlicherweise.

Rechtfertigen konnte ich mich nicht, ich stotterte nur noch „Das kann ich eigentlich gar nicht.“
Das Ende vom Lied? Ich schmiss hin.
Gib mal vor 10 Personen zu, dass du aufgibst. Ein beschissenes Gefühl.

Unsere Zusammenarbeit wurde daraufhin in beidseitigem Einverständnis beendet.

Auf dem Heimweg saß ich in der U-Bahn, zittrig und unfähig, mich abzulenken.
Ich hatte eine Firma enttäuscht, die ihr Vertrauen in mich setzte; die mir eine Chance geben wollte.

Ich hatte mich selbst enttäuscht.
Sogar so sehr, dass ich beinahe meine gesamte Internetpräsenz gelöscht hätte.
Übers Herz habe ich das – glücklicherweise! – nicht gebracht, also redete ich mir stattdessen ein:

Als Webdesignerin wirst du es nicht bringen, Chrissi!
Schlag dir das endlich aus dem Kopf!

Mein erster Design-Auftrag

Danach war es sicher ein Jahr ruhig. Ich schob diese Erfahrung nach ganz hinten in eine Schublade meines Gedächtnisses, arbeitete weiter im Verlag und in meiner Freizeit an meiner privaten Anime/Manga-Website.
Das genügte mir.

Damals war dieser erste und einzige Auftrag für mich ein absoluter Albtraum.
Ich war naiv und konnte vor lauter Angst nicht „nein“ und „das kann ich nicht“ sagen. Denn das hätte dem Auftraggeber eine Menge Zeit und mir Nerven erspart.

Inzwischen habe ich längst damit abgeschlossen und mich wieder aufgerappelt.
So entmutigend wie diese Geschichte war – immerhin konnte ich ein paar wertvolle Learnings daraus ziehen, welche ich hier mit dir teilen werde.

Ein desaströser Auftrag:
Was du daraus lernen kannst?

First and foremost: Lass dich nicht von Rückschlägen entmutigen!

Ja, mein erster Auftrag war ein totaler Reinfall und eine Enttäuschung.
Doch sowas gehört zum Arbeitsleben – egal, ob selbstständig oder angestellt. Wir alle erleben irgendwann solche/ähnliche Situationen.

Akzeptiere das, nur so lernst du letztlich dazu.

Und: Lass dich nicht entmutigen! Niemals!
Vielleicht ziehst du gleich beim ersten Versuch deinen Wunsch-Kunden mit einem tollen Auftrag an Land. Dann: GLÜCKWUNSCH!
Vielleicht ist es aber auch erst der zweite oder dritte Kunde. Nur lass dich von einem Rückschlag nicht von deinem Traum abbringen.

Ich bin so froh, dass ich das Designen nicht aufgegeben habe und auch wieder auf meine innere Stimme höre.
Alles ist möglich!

Mein erster Design-Auftrag
Dieses Bild kannst du gerne bei Instagram teilen, wenn du möchtest!

Manchmal ist Reden gold

Mund auf! Wenn dir etwas unklar ist, du nicht weiterkommst – oder deine Vorstellung einfach anders als die des Auftraggebers ist, sprich es an!

Es kostet Überwindung, ja.
Du fühlst dich vielleicht wie ein Versager, ja. Mir ging es jedenfalls so, weswegen ich mich erst recht nicht getraut habe.

Tatsächlich sind dir die Leute aber eher dankbar, weil du ehrlich bist und vielleicht sogar wertvollen Input bringst. Herzkönigin spielt normalerweise niemand, dein Kopf bleibt dran.
Ich muss das selbst auch noch mehr lernen, aber diese erste Auftrags-Erfahrung hat mir dabei (im Nachhinein ;)) geholfen.

Rechne nicht erst am Schluss ab – und vorallem nicht zu wenig!

Freundschaftsdienst hin oder her: Gute Arbeit soll auch entsprechend entlohnt werden!
Obwohl wir nicht im Guten auseinander gingen, bin ich dem Auftraggeber für diesen Ansatz dankbar. Denn wir Kreativen wissen immer noch zu wenig darüber, welchen Wert wir haben und was wir dafür verlangen dürfen.
Für ihn waren die 500 Euro sicher immer noch Peanuts, aber ich als unerfahrenes Küken fühlte mich wertgeschätzt.

Wenn du einen Auftrag wie ich durch Vitamin B bekommen hast, steht eventuell ein Problem zwischen dir und dieser anderen Person.
Die Beziehung zu meinem Bekannten hat sich danach tatsächlich ein wenig abgekühlt. Auf den Auftrag sind wir seither nie mehr zu sprechen gekommen.

Liegt dir dein „Vitamin“ am Herzen und du diesem Menschen auch, wird eure Beziehung so einen Reinfall aushalten. Letztlich hat es nichts mit euch zu tun.

Hör‘ genau auf dein Bauchgefühl!

Was ich damals nicht tat – heute dafür umso mehr, besonders beim Aufbau meines neuen Online-Businesses: Auf meinen Bauch hören!

Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl nach dem Gespräch in der Firma:
Klar war ich happy – immerhin war dies mein erster großer Auftrag.

Allerdings spürte ich auch meine Abneigung. Wenn du keinerlei Verbindung zu dieser Branche hast; nichtmal deinen Namen im Website-Impressum stehen sehen willst, sagt das schon viel aus, oder?
Aber „für die Erfahrung, fürs Portfolio“, gell?
Ganz zu schweigen: Fürs Konto.

Wenn du dich also mit deiner Arbeit nicht identifizieren kannst, wirst du nie dein ganzes Herzblut hineinstecken können.

Deshalb entscheide ich heute selbst, wer meine Zielgruppe ist und wen ich als Kunden möchte.

Und das fühlt sich so verdammt richtig an.

 

Mein 1. Designauftrag - Die Blogparade
Das ist mein Beitrag zur Blogparade „Mein erster Design-Auftrag“ von Gudrun. Alle weiteren Teilnehmer (es sind auch viele positive Geschichten dabei ;)) kannst du dort ebenfalls nachlesen.

Wenn du deine eigene Story teilen willst, kannst du noch bis zum 20.05.2016 teilnehmen.

Jetzt bin ich gespannt auf deine Geschichte – wie war dein erster Auftrag? Oder der erste Kontakt mit Kunden in der Firma?

Mein erster Design-Auftrag

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Evernote: Mein liebstes Planungs- und Notiz-Tool

Alles über Evernote - meine liebste Planungs- und Notizapp

Es gibt Dinge, die hast du dein Leben lang nie vermisst; sie sind dir schier nie in den Sinn gekommen.
Doch wenn du sie hast, kannst du dir nicht glauben, wie unvollständig das Leben vorher war.
Das gilt für Prosecco Valdo, Sandalen mit Keilabsatz und Spotify. Und – die für mich wohl beste App, wenn es um Notizen und Organisation geht: Evernote

Gebraucht hätte ich diese App sicher nie.
Aber seit ich sie habe, ist sie täglich in Verwendung und hat meine Organisations-Strukturen erheblich verbessert.

Ohne Prosecco Valdo, ohne mich. Ohne Evernote, ohne mich!

Warum ich diese App so liebe, erkläre ich dir daher heute genauer.

Evernote: Meine liebste Planungs- und Notizapp

Was Evernote kann

  1. jederzeit schnell Ideen, Links oder Bilder notieren
  2. Zugriff dank Synchronisation von überall möglich (Online, Desktop-Version, App) – mit Premium auch offline
  3. ganze Webseiten lassen sich abspeichern, super z.B. für Recherche Zwecke oder „das muss ich später unbedingt noch lesen!“
  4. alles, was du eingibst, wird synchronisiert – die Notizen sind immer aktuell
  5. Notizen lassen sich easy teilen und können von anderen sogar bearbeitet werden
  6. und einfach zu bedienen ist es auch 😀

click to enlarge

Wofür verwendest du Evernote, Chrissi?

Müsste ich mein Leben lang nur noch eine App nutzen (nun, Adobe Photoshop klammern wir hier mal aus), meine Wahl fiele auf Evernote. Übertrieben gesagt: Evernote ist mein Leben. Oder besser: Mein Leben ist in dieser App.
Ich speichere alles: Blogpost-Ideen, Projekte, inspirationen, Quotes; ich schreibe darin für meinen Roman, verfasse Tutorials, verwalte Rezepte und vermerke Einfälle für neue Domain-Namen. Selbst die Weihnachtsgeschenke für meine Liebsten plane ich hier.

Wenn mir eine Idee kommt, tippe ich sie in diese App.
Oder zumindest in die Notizapp, wenn es schnell gehen muss. Später speichere ich sie aber immer nochmal in Evernote.

6 Evernote-Funktionen, die du kennen solltest

Schlagwörter

Ich nutzte Evernote bereits ein Jahr, bis ich diese Funktion zufällig entdeckte.
Du kannst all deine Notizen mit Schlagwörtern versehen und findest sie so um ein Vielfaches leichter wieder.

In Evernote Schlagwörter anlegen

Notizbuch im Notizbuch

Oder auch: Unterkategorien
Superpraktiach, wenn du zum Beispiel ein Projekte-Notizbuch hast, in dem du wiederum die einzelnen Unterprojekte als eigene Notizbücher speichern willst.

Unterkategorien legst du per Drag & Drop an.
Erstelle dazu ein neues Notizbuch. Sobald es in der Notizbuchleiste erscheint, kannst du es mit Drag & Drop auf ein anderes Notizbuch legen. (also anklicken, Maustaste gedrückt halten und dorthin ziehen, wo du es haben willst).
Die App legt das Buch dann automatisch in dem Anderen ab.

Evernote: Neues Notizbuch anlegen

Erinnerungsfunktion

Jede einzelne Notiz lässt sich über das kleine Wecker-Symbol mit einer Erinnerung versehen. Erinnert wirst du dann jeweils in der App und per E-Mail.
Deadlines und Termine vergessen? Jetzt nicht mehr. Ich bin begeistert!

Evernote: Erinnerungen einfügen

WebClipper

Ein Browser-AddOn, mit dem du eine Website (oder nur einen bestimmten Teil daraus; bspw. einen Blogpost) speichern; „clippen“ kannst. Die Extension überträgt dir die geclippte Seite direkt in Evernote, wo du sie jederzeit ansehen kannst.
WebClipper funktioniert in allen Browsern.
Mehr Infos dazu findest du auf der offizellen Seite.

E-Mail-Funktion

Nur für Evernote Plus & Premium! Als Besitzer eines Evernote-Kontos erhältst du eine spezielle E-Mail-Adresse. Über diese kannst du deine Notizen direkt per Mail an dein Konto schicken lassen. z.B: E-Mails oder Reisedokumente wie Flugtickets.
Das Praktische dabei: Mit der richtigen Beschriftung des Betreffs wird die Notiz direkt in das gewünschte Notizbuch gepackt. Zudem kannst du Schlagworte angeben, diese werden ebenfalls automatisch übernommen (oder neu angelegt).

Notizen per E-Mail automatisch in ein Notizbuch übertragen

Der Anfang der Betreffzeile deiner E-Mail ist zugleich auch der Titel der Notiz.
Setze ein @ und den Namen des Notizbuchs dahinter. So legst du fest, wohin die Notiz gespeichert werden soll.
Schlagwörter werden einfach per hashtag # und dem gewünschten Schlagwort angelegt.
So sieht das Ganze aus:

Evernote Funktionen @Zentreasures #Blogpost

Damit legst du eine Notiz „Evernote Funktionen“ im Notizbuch „Zentreasures“ an und hast es mit dem Schlagwort „Blogpost“ versehen. Easy, oder?

Evernote: Meine liebste Planungs- und Notizapp
Handmodel: Mein Freund 🙂

Evernote auf einen Blick
Hier kannst du dir die Applikation herunterladen.

Kosten: Keine in der „Basic“-Version.
Es gibt noch Plus, das weitere Funktionen bietet (wie die oben beschriebene E-Mail Funktion bspw.), für 19,99 €/Jahr und Premium für 39,99 €/Jahr.

Evernote Versionen: Basic, Plus, Premium - Zentreasures.de
Bild via evernote.com

Ich nutze Premium. Damit stehen dir noch extra Features wie 10 GB Speicher, eine umfangreichere Suchfunktion auch in Office-Dokumenten, die Möglichkeit PDFs zu speichern und direkt mit Kommentaren zu versehen sowie ein Offline-Zugang zur Verfügung. Letzteres war für mich ausschlaggebend, mir die Bezahlversion zu holen.
Die kostenfreie Basic Version ist normalerweise aber vollkommen ausreichend.

Weitere gute Blogposts dazu: CoSchedule, Stift-und-Blog

Kennst du Evernote; nutzt du es sogar?
Oder bevorzugst du andere Notiz-Apps?

 

Warum Evernote das effektivste Notiz- und Planungstool ist

 

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Sei schlau: Zielsetzung mit der SMART-Methode

Ziele setzen mit der SMART-Methode

Ha – was für ein Wortspiel! 😉

Vorige Woche habe ich dich tief in meine Karten blicken lassen und meine Quartalsziele für die nächsten drei Monate verraten.

Zu diesem Zweck habe ich mich ausgiebig mit konkreter Zielsetzung befasst.

Heute tauchen wir also ein wenig tiefer in die Materie ein; außerdem stelle ich dir eine praktische Methode vor, die dir bei deiner persönlichen Zielsetzung hilft.

Warum konkrete Zielsetzung sinnvoll ist

Ich denke, ich lehne mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass es eine Sache gibt, die wir alle gemeinsam haben: Neujahrs-Vorsätze. Und das Nicht-Einhalten derer.

Im Rausch aus blitzenden Feuerwerkskörpern, den liebsten Menschen um Einen herum und dem ein oder anderen Glas Sekt, fällt es leicht. Dieses „JA, diesmal ändere ich wirklich was!“.
Kennst du?
Kennst du.

Lange habe ich mich an Silvester damit gebrüstet, mir für’s kommende Jahr nichts vorzunehmen. „Halte ich ja sowieso nicht ein.“
Ein offenes Eingeständnis dessen, dass ich keine Disziplin habe und das auch noch lustig finde? Ha ha.

Stolz bin ich darauf nun wirklich nicht mehr.

Doch warum hatte ich eigentlich solch eine Meinung von mir?
Warum hielt ich meine Vorsätze nie durch – und auch sonst niemand in meinem Umfeld?

Konkrete Zielsetzung ist der Punkt.

Ich möchte mehr Sport machen.

Dieses Jahr suche ich mir wirklich einen neuen Job!

Im neuen Jahr mache ich eine Weltreise!

Ich will endlich weniger fernsehen und mehr Bücher lesen.

All diese Beispiele sind keine konkrete Zielsetzung.

Wie du Ziele so formulierst, dass dir die Umsetzung leichter fällt? Vorhang auf für die SMART-Methode.

Ziele setzen mit der SMART-Methode

Konkrete Ziele setzen mit der SMART-Methode

Richtige Zielsetzung kann einschüchternd wirken – und glaube mir, mich hat sie oft genug überfordert. Ein Grund mehr, warum sich die Neujahrsvorsätze regelmäßig in Luft auflösten.

Deshalb gebe ich dir eine Methode an die Hand, die für mich sehr gut funktioniert:

Die SMART-Methode

Anhand dieser Formel baust du dir deine Ziele auf.

„SMART“ ist eine Abkürzung für

 S = Specific (spezifisch) – Was genau willst du erreichen?
M = Measurable (messbar) – Woran erkennst du, dass du dein Ziel erreicht hast?
A = Achievable (erreichbar) – Setze dir ein Ziel, dass du auch erreichen kannst!
R = Realistic (realistisch) – Kann dein Vorhaben funktionieren? Sei realistisch!
T = Time framed (zeitlicher Rahmen) – In welchem Zeitraum willst du es erreichen? 

Sprich, deine Ziele müssen spezifisch, messbar, erreichbar und realistisch sein sowie einen zeitlichen Rahmen haben.

Was bedeutet das nun genau?

Nehmen wir nochmal die Aussagen von oben:
„Ich möchte mehr Sport machen.“
Löbliches Vorhaben, aber dieses Ziel ist leider gar nicht SMART.

Jetzt teilen wir unser Ziel nach den einzelnen Eigenschaften auf:

S = Das spezifische Ziel

„Ich gehe joggen.“

M = Das messbare Ziel

„Ich gehe drei Mal pro Woche joggen.“

A = Das erreichbare Ziel

„Ich jogge jeweils für 30 Minuten.“

R = Das realistische Ziel

„Alle fünf Minuten gehe ich eine Minute lang.“

T = Der zeitliche Rahmen

„Bis zum Quartalsende ziehe ich das durch.“

Zusammen ergibt das „Bis zum Quartalsende (zeitlicher Rahmen) gehe ich 3x pro Woche (messbar) für je 30 Minuten (erreichbar) joggen (spezifisch). Alle fünf Minuten mache ich eine 1-minütige Gehpause (realistisch).“

Ein weiteres Beispiel:

Nicht SMART: „Dieses Jahr suche ich mir wirklich einen neuen Job!“

S = Das spezifische Ziel

„Ich will eine neue Arbeitsstelle.“

M = Das messbare Ziel

„Es soll eine Bürotätigkeit sein und das Gehalt soll bei 3.000 Euro brutto liegen.“

A = Das erreichbare Ziel

„Pro Woche schreibe ich drei Bewerbungen.“

R = Das realistische Ziel

„Die Suche wird ein 1/2 Jahr dauern.“

T = Der zeitliche Rahmen

„Bis Oktober diesen Jahres.“

Das konkrete Ziel: „Ich will eine neue Arbeitsstelle (spezifisch) im Büro mit einem Verdienst von 3.000 Euro (messbar). Ich nehme mir die Zeit, pro Woche drei Bewerbungen zu schreiben (erreichbar). Bis Oktober will ich wechseln (zeitlicher Rahmen); d.h. ich habe noch ein halbes Jahr für die Suche Zeit (realistisch).“

Die Reihenfolge der SMART-Formel spielt dabei keine Rolle, wie du siehst.

Wenn es dir ähnlich geht wie mir, wird dich dieses System erst mal ein wenig Übung kosten.

Dadurch lernst du, deine Ziele genauer aufzudröseln und verinnerlichst sie gleichzeitig.

Natürlich musst du nächstes Silvester keinen 10-minütigen Monolog darüber halten, dass du dir einen neuen Job suchst und wie SMART du das zu tun gedenkst. 😉 Solange du dein Ziel so irgendwo aufgeschrieben hast, wo du es immer wieder sehen/abrufen kannst, ist alles prima.

Egal, was dein Ziel ist – schreib‘ es auf!

Durch das Aufschreiben merkst du dir dein Ziel viel besser, als wenn du es nur im Kopf behältst.

Außerdem neigen wir Menschen (… also ich auf jeden Fall) dazu, uns selbst zu belügen. Der Gedanke „Ich werde 3x pro Woche Sport machen.“ Lässt sich viel zu leicht verschieben. Oder ändern. Oder ignorieren und in den hintersten Winkel deines Gedächtnisses verbannen.

Schwarz auf weiß vor dir liegend bekommt dein Ziel gleich eine ganz andere Gewichtung. Quasi ein Vertrag mit dir selbst, den du per Brief und Sigel unterschrieben hast.

Ob du deine Ziele in einer Notiz-App am Handy oder auf einem Blatt Papier aufschreibst, bleibt dir überlassen.

Hauptsache, aufgeschrieben.

Ein Tipp dazu: Schreibe in der Ich-Form (1. Person) und im Präsens. (Tschüss, Konjunktiv! Dich wollen wir hier nicht!).
Indem du dich selbst ansprichst, verdeutlichst du dir noch einmal, dass du dieses Ziel wirklich erreichen willst.

The best project you'll ever work on is you

The best project you’ll ever work on is you

Wenn du dich ähnlich schwer damit tust, dir konkrete Ziele zu setzen, kann ich nur sagen: Probier‘ die SMART-Methode einmal aus!

Sie mag anfangs vielleicht einschüchternd wirken, aber du kriegst den Dreh schnell raus.

Falls du nicht klar kommst, schreibe mir gerne dein Ziel (als Kommentar oder privat per E-Mail), dann machen wir zusammen ein SMARTes Goal daraus.

Ab jetzt gibt es keine Ausreden zu „vergessenen“ Vorsätzen mehr!

Ich verabschiede mich nun in den Urlaub – es geht nach Peking, China!
Für die kommenden beiden Montage sind Blogposts vorgeplant. Hoffentlich habe ich mir bis zu meiner Rückkehr abgewöhnt, das Wort „smart“ groß zu schreiben… 😉

Pass‘ auf dich auf; bis bald!

Verrätst du mir bis dahin deine Ziele in den Kommentaren?

Ziele setzen mit der SMART-Methode

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